Nicht zu heiß und nicht zu kalt

Ich staune immer wieder, welche Bandbreite von Erlebnissen das täglich Laufen eröffnet. In der vergangenen Woche (KW 39) hatte ich am Mittwoch einen herrlichen Regenlauf. Ich lief in dichtem Regen durch das Rauschen der auf Blätter fallenden Tropfen. Kleine kalte, aber nicht zu kalte Tropfen, kühlten angenehm meine Haut. Der Park war menschenleer, der Körper leicht und die Welt bestand für einen kurzen magischen Moment nur noch aus Regentropfen. Die brutale Wirklichkeit erlebte ich am Donnerstag, als der hier ansässige Bussard sich eine Ente erjagte. Der scheinbar ewige Moment im rauschenden Regen und die brutale Beendigung eines Lebens wurden am Freitag dann von strahlendem Sonnenschein bei angenehm kühlen Wetter abgelöst von einen langen entspannenden Lauf im Wald. Der September war insgesamt ein schöner Laufmonat, nicht zu heiß und nicht zu kalt. Ich bin neugierig, wie sich der Oktober anfühlt.

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100-Tage-Bilanz

Täglich Laufen gefällt mir. Ich bin jeden Tag an der frischen Luft und renne jeden Tag durch die Gegend. An einigen Tagen wäre ich nicht gelaufen, aber meistens bin ich froh gewesen, daß ich losgelaufen bin und es wurde nach den ersten Schritten ein schöner Lauf, der mir ohne das täglich Laufen entgangen wäre. Die Seele und den Körper freut das täglich Laufen, allerdings muß ich mich davor hüten, ehrgeizig zu werden. Mein Motto ist locker Laufen, nicht nach Zeiten und Zahlen schielen. Ich will mir gute Laune erlaufen. Gelegentlich hat mich zwar schon mal unterwegs Erregung über Wahlplakate, Hunde, Hundebesitzer, Autos … anstelle von guter Laune angesprungen, aber solche üblen Gefühle konnte ich sofort in den Boden Stampfen und sie sind auf der Strecke geblieben. Ich hoffe das Laufglück wird weiterhin mein beständiger Begleiter bleiben. Die Atemnot dagegen hat bereits ihren eisernen Griff gelockert und sie schwächelt, so daß die Hoffnung immer öfter die Atemnot von ihrem Platz verdrängt. Heute war noch mal ein schöner Sonnentag mit einer leichten Brise und einem herrlich blauen Himmel. Ich habe einen langen Lauf zum geliebten Waldsee gemacht und so den zweiten 100-Tage-Abschnitt eröffnet.

Sonne schnaufen

Kalenderwoche (KW) 38 ist vergangen. Ich bin seit Streakbeginn 95 mal täglich gelaufen. 2,2 km fehlen in KW 38 zu 50 Wochen-km. Aber es ging einfach nicht. Ich bin gestern, am Sonntagmorgen um 5.30 Uhr losgerannt. Es war noch dunkel und kühl. Ich hatte vergessen vor dem Laufen den einen Hub Salbutamol zu nehmen, zurück wollte ich aber auch nicht. Also mußte ich ziemlich schnaufen, um genug Luft durch die engen Atemwege zu pressen und die Lunge blähte sich allmählich auf, so daß ich nur langsam laufen konnte und das Laufen und Schnaufen sich sehr beschwerlich anfühlte. In den letzten zwei Wochen bin ich fünf mal ohne den einen Hub Salbutamol gelaufen und jedesmal war das unschön. Ich muß mich damit trösten, daß ich auf alle anderen Medikamente (Spiriva, Formatris, Salmeterol, Fluticasone) verzichten kann und sich das Laufen trotzdem gut anfühlt, wenn ich vor dem Laufen einen Hub Salbutamol nehme. Abgesehen davon war es eine sehr schöne Laufwoche. Die Tage waren sonnig und warm und dabei wehte ein kühlender Wind. Der Himmel war strahlend blau wie im Hochgebirge. Einmal bin ich die 14 km zu meinem geliebten See im Wald gelaufen und war davon nicht kaputt, sondern fühlte mich einfach nur glücklich und erfrischt. Mein Ziel ist jetzt, mich schön in Geduld zu üben. Ich will langsam wöchentlich einen zweiten lockeren Lauf zum Waldsee etablieren und dabei mental entspannt bleiben. Ich will keinen läuferischen Ehrgeiz entwickeln. Ich will das Laufen genießen, mich stark fühlen und das geht nur, wenn ich weiter locker bleibe und langsam laufe.