Lachende Wolken

Tag 1060. Im vergangenen Jahr hatte ich im April mit Fieber und Erkältung zu kämpfen. Ich musste mich auf die Krankenmeile beschränken. Da war dieser April doch sehr viel besser. Ich bin zum zweiten Mal in diesem Jahr und in meinem Leben über dreihundert Kilometer gelaufen. Ok., es war ziemlich anstrengend. Aber es war auch beglückend. Dieses kontinuierliche Laufen scheint eine ausgezeichnete Pflege für den Körper zu sein. Ich fühle mich – in aller Unbescheidenheit – so gut, so kräftig, so ausdauernd. Das ist herrlich. Ich komme die Treppe ohne Pause hoch. Ich schleppe die Einkäufe in den dritten Stock und bin nicht ermattet. Ich bin glücklich. Der Mai kann kommen!

Nach einem kurzen Lauf am Sonntag (Tag 1054) bin ich am Montag (Tag 1055) wieder zum Waldsee gelaufen (14 km). Es wehte ein kalter Wind. Anfangs wollte das Ausatmen nicht klappen. Der angekündigte Schneeregen kam nicht. Dafür schien die Sonne. Am blauen Himmel flogen lachende schneeweiße Wolken dahin. So fühlte ich mich dann auch beim Laufen. Nach ein paar Kilometern wurde es leichter. Ich flog nur so dahin und mir wurde richtig warm beim Laufen. Zu Hause angekommen habe ich mich richtig wohl und entspannt gefühlt, als hätte ich mich mit der ganzen Welt versöhnt.

Am Dienstag (Tag 1056) lief ich wieder die Waldseerunde (14 km). Es war kalt und anfangs regnete es aus dicken schwarzen Wolken. Ich traf nur ein paar Spechte und Amseln. Die Menschen hatten sich in ihre Häuser zurückgezogen und warteten auf Sonne. Diese zeigte sich dann auch noch kurz während des Laufes. Die Kälte, die Ruhe, das glänzende Grün, der Dampf, der vom Weg aufstieg, als die Sonne schien, machten den Lauf erinnernswert.

Am Mittwoch (Tag 1057) war wieder so ein Lauf (14 km), an den ich mich lieber nicht erinnern möchte. Mein Körper war müde. Schon beim Aufstehen fühlte ich jeden Muskel. Beim Laufen war es auf den ersten Kilometern fast gut. Dann kam aber die Schwäche mit voller Kraft zurück. Ich hätte mich am liebsten auf jede Bank gesetzt, an der ich vorbei kam. Die Sonne zeigte sich an diesem Tag nicht. Nur eiskalter Wind verwehte mich. Teilweise konnte ich nicht gerade aus laufen, so stark wehte er mich von der Seite an. Als ich mich endlich nach Hause geschleppt hatte, wurde ich mit einem Bärlauch-Schinkenbrot von meinem Mann empfangen. Er hat wohl geahnt, dass ich eine Stärkung brauchte. Danach ging es unter die Dusche und der Alltag fing mich wieder ein.

Am Donnerstag (Tag 1058) lief ich wieder die Waldseerunde (14 km). Das Wetter war echtes Aprilwetter. Als ich loslief regnete es etwas. Dann schien die Sonne. Es war plötzlich warm. Dann kamen wieder schwarze Wolken und drohten mit Regen. Sie wurden aber unverrichteter Dinge von heftigen Windböen vertrieben. Am See war es wieder sonnig. Ein Bussard segelte im Aufwind in ungeahnte Höhen. Zwei Enten flogen über den See dahin. Den Gegenverkehr übernahm ein Graureiher. Kaum hatte ich den Wald wieder verlassen, fing es an zu hageln. Zu Hause angekommen war ich kalt und nass bis auf die Haut. Nicht schlecht so ein Lauf.

Am Freitag (Tag 1059) bin ich auf dem Waldseelauf (14 km) nicht nur über die siebzig Wochenkilometermarke gelaufen. Ich bin auch über die dreihundert Monatskilometermarke gelaufen. Als ich das bemerkte blieb ich für einen Moment stehen und hielt glücklich inne. Das fand ein riesiger Raubvogel wohl beschauenswert. Er flog herbei und setzte sich auf einen Ast am Wegesrand und schaute mich eine Weile ganz genau an. Dann ließ er sich elegant mit ausgebreiteten Flügeln vom Baum fallen bis eine Luftkissen ihn auffing und er im Wald verschwand.

Heute, am Samstag (Tag 1060) bin ich nur kurz zum Ententeich gelaufen. Ich war nicht müde. Die Sonne schien und es war brütend warm.

Ich wünsche allen einen guten Atem! Dann macht das Laufen noch mehr Spaß!

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Jahr für Jahr

Tag 1053. Wie kann man nur Winter für Winter den herrlichen Frühling vergessen? Jahr für Jahr bin ich erneut erstaunt über die wunderschönen Bilder des wiederauferstehenden Lebens. Die Helligkeit, das Licht, die Sonne, der Wind, die Farben, der Geruch sind so einzigartig. Oh Du schöne Frühlingszeit, nicht umsonst bist Du so oft besungen worden.

Am Sonntag (Tag 1047) bin ich nur kurz gelaufen.

Am Montag (Tag 1048) bin ich die Waldseerunde gelaufen (14 km). Es war ein herrlicher, sonniger Tag. Gänseblümchen, Taubnesseln und Löwenzahn habe ich das erste mal in diesem Jahr in voller Blütenpracht auf den Wiesen gesehen. Es war ein ruhiger, windiger Lauf. Der Himmel war blau und die Luft klar. Der Blick über den See blieb hängen in einer grünen Runde von Bäumen, die in zartem hellgrün bis sattem vollgrün am Ufer stehen. Das erste mal wirkte das grün geschlossen, aber noch keineswegs blickdicht. Auf dem Heimweg flog am Himmel ca. 10 Meter über mir ein riesiger Raubvogel. Zwei Krähen hatten ihn in die Zange genommen. Eine hackte mit voller Wucht in die Schulter des großen Vogels. Dieser konnte sich kaum am Himmel halten. Alle drei verschwanden aus meinem Blickfeld. Der Lauf hatte mich ermüdet und ich war froh, als ich wieder zu Hause war.

Am Dienstag (Tag 1049) fühlte ich mich beim Lauf um den Waldsee (14 km) wie neu geboren. Das ist mir völlig unverständlich. Wie kann auf einen Tag mit elender Müdigkeit und schwerem Atem ein kraftvoller Lauf mit leichter Atmung nur einen Tag später folgen? Ich nehme es dankbar zur Erkenntnis. Hoffentlich kann ich mich bei der nächsten bleiernen Gelegenheit tröstend daran erinnern. Gute und schlechte Tage wird es immer wieder geben.

Am Mittwoch (Tag 1050) war der Lauf um den Waldsee (14 km) wieder anstrengend. Aber am Waldsee war es herrlich. Wie auf einer Märchenbühne lag der See vor mir. Er war umstellt von den teilweise blühenden, ansonsten zartgrünen und in allen nur erdenklichen Schattierungen grünenden Bäumen. Ein Graureiher flog seine Runden, ein Kormoran fischte. Für die Beleuchtung sorgte die liebliche Sonne. Wer sich einen solch wunderschönen Eindruck nicht erläuft, dem muss etwas fehlen. Wie konnte ich nur so alt werden, ohne diese Herrlichkeiten der Natur täglich zu erlaufen?

Am Donnerstag (Tag 1051) ging es noch einmal auf die Waldseerunde (14 km). Es war ein strahlender Tag mit blauem Himmel, etwas Wind und eher kalt (5 °C). Wie am Tag zuvor wirkte der See als ob er aus einem Märchen entsprungen wäre. Ich nahm den Höhenweg und sah ihn im Tal liegen, umgrenzt von zartem Grün. Es war unglaublich schön. Als ich schon fast zu Hause war, segelte ein riesiger Raubvogel über die Straße. Er hob sich hellbraun, fast durchsichtig, vom Himmel ab. Leben kann schön sein!

Am Freitag (Tag 1052) lockte noch einmal herrlicher Sonnenschein auf die Waldseerunde (14 km). Es war das fünfte mal in Folge in einer Woche. Das habe ich bisher noch nie geschafft. Ich gebe zu, am Freitag fühlte ich mich zu Anfang müde. Aber wie so oft kam die Energie beim Laufen zurück. Am Ende konnte ich sogar besonders gut ausatmen. Da ich etwas später am Tag gelaufen bin, war der Waldboden schon von der Sonne angewärmt. Der warme Waldboden roch schon nach Sommer. Der Wind kühlte noch den Körper. Die Blätter sind noch zart und überall blühte es. Herrlich!

Heute, am Samstag (Tag 1053) blicke ich auf eine traumhaft schöne Woche zurück. Sonnenschein und blauer Himmel, Vollmond und fünf Läufe zum Waldsee. Die siebzig Wochenkilometermarke habe ich überlaufen. Ich kann hoffen, dass ich diesen Monat wieder dreihundert Kilometer zusammenlaufen kann. Außerdem habe ich wenigstens zwei mal die Woche Krafttraining gemacht. Oh Krankheit, willst Du in diesem Körper bleiben? Verschwinde! Ich kann dich nicht gebrauchen.

Ich wünsche allen Frühlingsglück!

Tanz der Feuerwanzen

Tag 1046. Morgens Laufen? Ja, ich laufe früh morgens los – manchmal. Die Menschen schlafen noch, der Verkehr ruht. Einzig die Stimmen der Vögel, die schon in der Dunkelheit zu hören sind, sorgen für geschäftigen Lärm. Der Wandel von der Dunkelheit über die Dämmerung zum Sonnenaufgang ist bezaubernd. Ich genieße es, wenn die Schwärze der Nacht dem Grau des beginnenden Tages weicht. Ich freue mich am bunten, wie von Zauberhand erleuchteten Morgentau. Und wenn dieser schließlich dem Tag weichen muss, fällt die Müdigkeit von mir ab und wandelt sich in frohe Erwartung dessen, was der Tag wohl bringen mag. Der frühe Tag hat noch etwas Unschuldiges, Frisches. Das zarte Licht der aufgehenden Sonne bringt mal rosige, mal goldige Heiterkeit hervor. Zum Laufen morgens in der Frühe passt meine Laufphilosophie des locker Laufens, des Laufens um glücklich und gelassen zu sein. Dementsprechend laufe ich locker, atme gut aus, und achte darauf, daß ich mich beim Laufen nicht angestrengt sondern angenehm ausgelastet fühle.

Am Montag (Tag 1041) bin ich erst abends und nur kurz gelaufen. Die letzte Woche mit den drei Morgenläufen machten meinen Körper bleischwer, so daß ich an diesem Morgen im Bett liegen blieb.

Am Dienstag (Tag 1042) erwachte ich schon vor dem Wecker. Ich lief durch die Stille der Nacht. Noch nicht einmal die Vögel waren wach. Erst allmählich gesellten sich die Vogelstimmen zu meinem Lauf. Der See lag still und ruhig in seiner Mulde. Das spärliche Licht des erwachenden Tages ließ mich nur seine Umrisse erkennen. Allmählich brach die Dämmerung an und aus gespenstischen Schatten wurden Bäume. Als ich den Wald verlassen hatte und über Parkwege nach Hause lief, hörte ich die Spechte, die durch ihr Hämmern den unmittelbar bevorstehenden Sonnenaufgang ankündigten. Als die Sonne aufging und die Welt farbig wurde, konnte ich sehen, daß Büsche und Bäume schon wieder viel grüner geworden waren und bunte Blumen darauf warteten, ihre Kelche zu öffnen. Der Tag begann und ich war bereits fünfzehn Kilometer gelaufen. Es fühlte sich an, als hätte ich das beste Stück vom Kuchen bekommen.

Am Mittwoch (Tag 1043) lief ich etwas später los. Es war ein strahlender warmer Sonnentag, wie gemacht um sich in den Frühling zu verlieben. Ich lief zum Badesee und es wurde immer wärmer. Dort angekommen tauchte ich die Hände in den See. Nach kurzer Zeit waren sie so kalt, daß sie schmerzten. Für das Baden war es also noch zu früh. Als wollte es mich auslachen tauchte ein Blesshühnchen immer wieder vor mir unter und schwamm munter drauflos. Eine Hummel und ein Zitronenfalter schienen sagen zu wollen, was für ein herrlicher Frühlingstag es sei. Auf allen Wegen war an diesem Tag das große Treffen der Feuerwanzen angesagt. Mal hielten sie sich aneinander fest als wollten sie tanzen. Mal krochen sie allein herum, aber immer in großen Scharen. Das Ausatmen brauchte auf den ersten zehn Kilometern viel Kraft. Teilweise fürchtete ich mir die Rippen zu brechen, so kraftvoll atmete ich aus. Ich muss mal meinen Arzt fragen, ob man sich beim Ausatmen die Rippen brechen kann. Ab Kilometer zehn ging es fast leicht. So lief ich noch den Schlenker zum Waldsee und danach flog ich glücklich nach Hause. Am frühen Morgen hätte ich die Distanz wohl nicht auf achtzehn Kilometer erweitert. Aber von der lieblichen Sonne hatte ich mich verführen lassen ein Weilchen länger zu laufen.

Am Donnerstag (Tag 1044) lief ich wieder nur kurz.

Am Freitag (Tag 1045) war die Luft nach einer Gewitternacht rein. Sie schmeichelte sich geradezu durch meine Atemwege. Es war frühlingshaft mild. Immer wieder flogen Wolken von Blütendüften in meine Nase. Da ich nicht von Allergien geplagt bin, wirkte das auf mich anheimelnd und belebend. Nach einer Runde um den Waldsee war ich nach vierzehn Kilometern wieder zu Hause.

Heute, am Samstag (Tag 1046) lief ich vierzehn Kilometer durch feuchte Luft um den Waldsee. Der Lauf war geprägt von Regenerwartungsstimmung. Das ist eine ganz besondere Atmosphäre. Der Wald wird immer ruhiger, weil die Menschen nach Hause eilen oder sowieso zu Hause geblieben sind. Schon lange vor Regenbeginn verbreitet sich ein Duft nach frischem Wasser. Endlich, als ich schon fast wieder den Wald verlassen hatte, fing es an zu regnen. Das traute fallen der Regentropfen begleitete mich auf dem Heimweg. Die ohnehin schon grüne Welt erhielt einen frischen Glanz. Es schien, als würden sich nun auch die letzten Blättchen entfalten, um das Wasser glücklich in Empfang zu nehmen.

Das war eine schöne Woche. Ich würde sie am liebsten morgen mit einen frühen Lauf krönen. Ob es mir gelingt?

Ich wünsche allen gelingende Läufe.

Lichtdurchflutete Tropfen am Morgen

Tag 1039. Nach der letzten ruhigen Woche war es schwierig, wieder in Schwung zu kommen. Zum einen musste ich wegen der Sommerzeit eine Stunde früher aufstehen, was für sich genommen schon eine Beleidigung ist. Zum anderen war es endlich morgens schon hell geworden, so daß das Aufstehen sehr viel leichter geworden war. Da schalteten sie die Uhr um und die Sonne ging eine Stunde später auf. Das nehme ich persönlich. Aber damit nicht genug: Es wurde plötzlich sehr warm, was dem Läufer ja auch nicht so richtig gut gefällt. Denn der Körper muss sich da erst mal darauf einstellen. Das einzig gute war, daß alles auf einmal kam. So brauchte ich mir nur einmal mit den Umstellungen herum zu quälen.

Am Sonntag (Tag 1033) war ich noch damit beschäftigt, beleidigt zu sein und lief nur kurz.

Am Montag (Tag 1034) ging es vor der Morgendämmerung auf zum Waldsee (14 km). Die Strecke war kurz genug, damit ich zum Frühstück wieder zu Hause sein konnte. Außerdem gibt es auf diesem Weg nicht so viele Baumwurzeln, über die man in der Dämmerung stolpern kann. Dafür wäre ich auf dem Weg zum Wald beinahe über eine kleine Katze gestolpert. Sie saß ganz verschlafen auf dem Gehsteig herum und rechnete nicht mit Personenverkehr. Sie sprang auf und schaute ganz verängstigt. Als ich sie ansprach, beruhigte sie sich. Im Wald roch es angenehm würzig nach Frühling. Es dürfte in den nächsten Tagen grün werden. Als ich so dahin lief, bewegte sich plötzlich die Erde. Bei genauerem hinsehen, waren es braune, handtellergroße Kröten auf Wanderschaft. Auf dem Heimweg ging die Sonne auf. Der Morgentau sammelte sich und hing in dicken lichtdurchfluteten Tropfen an den Ästen. Auf einmal hörte ich von allen Seiten Spechte hämmern. Es war, als würden ringsum auf den Bäumen Wecker klingeln. Ein schöner Start in den neuen Tag!

Am Dienstag (Tag 1035) bin ich wieder nur kurz gelaufen.

Am Mittwoch (Tag 1036) bin ich wieder in der Frühe zum Waldsee gelaufen (15 km). Noch in der Dämmerung hat ein Fuchs meinen Weg gequert. Als er mich sah, setzte er sich am Wegesrand nieder und kratzte sich am Kopf. Dann verschwand er. Er wirkte ganz gelassen. Beim Einritt in den Wald herrschte noch Dämmerung. Alles war grau. Erst allmählich wurden Farben erkennbar. Es zeigte sich, daß der Wald einen eindeutig grünen Hauch bekommen hatte. Wieder hörte ich, wie ein Specht anfing zu klopfen. Das klopfen breitete sich in Windeseile aus und bald hörte ich es von allen Seiten. Mir schien sogar, als könnte ich plötzlich Harzgeruch wahrnehmen. Auf dem Heimweg tauchte die Sonne alles in ein goldenes Licht. Mein Herz machte einen kleinen Sprung und ich wurde von einer warmen Glückswelle durchflutet.

Am Donnerstag (Tag 1037) habe ich in der Frühe die Kurve nicht bekommen. So lief ich über Mittag (14 km). Außer einem Eichhörnchen hielten die meisten Tiere Mittagsschlaf. Der Wald war über Nacht schon wieder etwas grüner geworden. Der Atem ging sehr gut und das Laufen war eine wahre Freude.

Am Freitag (Tag 1038) bin ich wieder über Mittag vierzehn Kilometer gelaufen. Diesmal hat mich von einem Zaun herunter eine Amsel angestarrt. Sie hatte eine wirklich dicke, eklige Spinne im Maul. Am See plantschte eine Krähe recht vergnügt. Die Atmung war gut und der Lauf im Sonnenschein war herrlich. Kühler Wind milderte die Wärme der Sonne. Alles wird gerade grün. Man kann fast zuschauen, wie die Blättlein sich entrollen.

Heute, am Samstag (Tag 1039) habe ich mich zum dritten Mal in dieser Woche vor der Dämmerung zum Laufen aufgerafft. Ich habe wieder den Waldseeweg gewählt (15 km). Vom Waldsee stieg in der Dämmerung Nebel auf. Es war kalt. Die beiden Schwäne leuchteten weiß. Auf dem Rückweg ging die Sonne auf. Sie griff mit goldenen, aber kalten Fingern nach den Nebelschwaden. Die Forsythien blühten in den Vorgärten gelb. Zarte weiße und rosa Blüten leuchteten von Obstbäumen. Ich war vor dem Frühstück wieder zu Hause.

Ich wünsche eine sonnige Woche!

Ausgeruht tut gut!?

Tag 1032. Eine ruhige Woche tut auch mal gut!? Diese Woche war eine ruhige Woche. Vom letzten Sonntag (Tag 1026) bis Donnerstag (Tag 1030), habe ich mich der Faulheit hingegeben. Ich bin an den sechs Tagen zwar gelaufen, aber nur kurz. Teilweise hat meine Lunge auf den kurzen Strecken sehr gut funktioniert. Ich konnte also keine Entschuldigung wie zum Beispiel Notwendigkeit zur Lungenschonung oder ähnliches vorschieben. Seit meinem Morgenlauf am letzten Samstag (Tag 1025) habe ich mich geschont und versucht, es zu genießen. Es war ein bisschen wie beim Schwimmen gegen den Strom. Wenn man nichts tut, wird man den Strom hinunter getrieben und man weiß, daß es eine Weile dauern wird, bis man wieder die alte Stelle erreichen wird. Andererseits: „Ne kleine Pause tut mal gut“, sagt mein Mann…

Am Freitag (Tag 1031) bin ich dann wieder zwanzig Kilometer gelaufen. Frisch und ausgeruht? Nein! Es fühlte sich ungeübt an. So wurde es ein gemütlicher Lauf als würdiger Abschluss für die gemütliche Woche. Während des Laufes fraß sich die Sonne allmählich durch den Frühnebel und ein strahlend blauer Himmel kam zum Vorschein. Die Sonne war an windstillen Ecken zu warm. Der kühle Wind war wohltuend. Er kräuselte die Wasseroberfläche des silbrig glänzenden Sees. Unterwegs habe ich unter anderen Tieren einen Zitronenfalter, eine Hummel, eine Biene und einen Bussard gesehen. Die kleinen jungen Bäume hatten schon einen grünen Hauch durch sich soeben öffnende Knospen. Im Wassertümpel waren zwei Quadratmeter mit dickem Froschlaich bedeckt. Der Frühling ist angekommen.

Heute, am Samstag (Tag 1032) bin ich wieder nur kurz gelaufen. Morgen soll es dann auf eine längere Strecke gehen. Ich freue mich schon darauf, wenn sich nächste Woche hoffentlich die 70-Kilometer-Routine wieder einstellt.

Ich wünsche allen eine gute Woche!