200 km in einem Monat Laufen

Im August bin ich das erstemal 200 km in einem Monat in die Laufstatistik eintragen. Eigentlich bin ich jeden Tag nur ein Ründchen zur Entspannung gelaufen. Wobei ich gestehe, daß mich an den letzten drei Augusttagen der Wunsch, die 200 km zu erreichen, vom Pfad der Tugend des leicht, locker und entspannt Laufens abgebracht hat. Das Erreichen der 200 km habe ich in den letzten Tagen mit mentaler Gewalt erzwungen. Bei den letzten Läufen stellte sich nicht das herrliche Gefühl der inneren Freiheit, der Gelassenheit und der körpelichen Stärke ein. Im übrigen war der August aber ein herrlicher Laufmonat: Zu jeder Tageszeit spendete die Sonne Licht und Wärme. Mal bin ich morgens vor 5 Uhr, vor der Hitze und vor den anderen Menschen, manchmal abends vor Sonnenuntergang gelaufen. Der Geruch der Welt ist am frühen Morgen frisch und sauber, unterschiedliche Gerüche lassen sich noch von einander trennen, abends ist die Welt staubig und die Luft riecht abgestanden und verbraucht. Frühmorgens wirkt die Welt still, jungfräulich und unberührt, abends ist es unruhig, denn Menschen, Hunde und Autos sind geschäftig unterwegs. Meistens lief ich um den kleinen See im Park. Noch reichen meine Kräft für den weiten Weg hinaus aus der Stadt zum See im von mir geliebten Wald nur ab und zu. Das tägliche Ründlein um den See im Wald bleibt für mich vorerst ein Traum.

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80 Tage täglich Laufen

Vor gut 80 Tagen habe ich das tägliche Laufen begonnen. Seit meinem letzten Beitrag sind schon wieder drei Wochen um. Mein tägliches Laufründchen ist an manchen Tagen schon fast gewöhnliches alltägliches Tun. Die durch das Laufen gewonnene Frische, die Kraft und Stärke des Körpers, die unbeschwertere Atmung, die gewonnene Freiheit droht zur Selbstverständlichkeit zu verkommen. Jetzt heißt es achtsam sein. Jetzt gilt es die Freude und die Lockerheit, den inneren und äußeren Freiraum, den ich mir erlaufen habe, zu bewahren. Es bedarf einer gesonderten Anstrengung, den täglichen Lauf in seiner jeweiligen Besonderheit als eine ganz eigenes, aus dem alltäglichen Einerlei herausgehobenes Erlebnis wahrzunehmen. Der tägliche Lauf soll für mich ein tägliches Ritual mit festlichem Charakter sein. Die Laufkleidung anlegen, das Haus verlassen, das allmähliche Finden des Laufrhythmus, der Leichtigkeit und Lockerheit beim Laufen. Der Höhepunkt meines Festes ist der Moment in dem ich beginne, mit der Welt um mich herum in Harmonie zu sein. Das Innen und das Außen wird auf eine mystische Art untrennbar ineinander verwoben. Sanft, locker und leise reihen sich die Schritte wie von selbst aneinander bis in den wundersamen tranceartigen Trott hinein der Körper seine Signale sendet mit denen er die Ruhe erbittet, die es ihm möglich macht die Läuferin mit einem wohligen Gefühl der Ruhe und Gelassenheit in die Niederungen des Alltages zu entlassen. Bis zum nächsten Lauf kann ich den Glanz des kleinen Festes auf allem Tun wahrnehmen.

Morgens laufen

Nein, ich bin keine Morgenmensch. Um der Hitze morgens zu entkommen, bin ich dennoch morgens zwischen halb und um Fünf Uhr losgelaufen. Einmal habe ich die zwei Hub Salbutamol vor dem Sport vergessen. Das ging gar nicht. Nach unangenehmen 4 km war ich schon wieder zu Hause. Ganz ohne Medikamente komme ich also noch nicht aus. Schön an dem morgendlichen Laufen ist die Ruhe. Man trifft zwischen Fünf und Sechs Uhr nur die Zeitungsfrau, die die Zeitungen in die Häuser liefert. Ansonsten sind die Straßen noch sehr ruhig. Auch die Vögel schlafen noch. Die Karnickel grasen lautlos auf dem Rasen im Park und die Füchse sind gerade auf dem Heimweg. Jogger kommen erst gegen Sechs aus ihren Häusern. Manche sehen aus, als ob Sie direkt aus dem Bett gefällen wären, man sieht den Schlaf noch in ihren Gesichtern und die Haare sind noch nicht gekämmt. Nach Sechs Uhr kommen dann die frisch gewaschenen Jogger, die in eine Duftwolke aus ihrem Badezimmer gehüllt sind. Schade, jetzt ist es dann auch mit der Ruhe vorbei. Autos werden angeworfen, Hunde kläffen, die Krähen singen ihr morgendliches Krah, Krah, Krah und nehmen ihre Plätze auf den höchsten Dächern der Stadt ein. Gleich kommt die Sonne über die Dächer und treibt den Schweiß auf des Joggers Gesicht. Ich habe es nicht mehr weit bis nach Hause und freue mich auf das Frühstück.