Ich hoffe.

Tag 542. Diese Woche bin ich dreimal zum Waldsee je 14 km gelaufen. Diese Strecken waren für mich im Frühjahr und Sommer 2011, also am Anfang, nur als Tages-Fahrradausflug zu bewältigen. Damals hat mich so ein Ausflug an meine Grenzen gebracht. Jetzt ermüden sie mich nur, wenn ich sie jeden zweiten Tag laufe. Ich hoffe, daß ich mich über den Winter daran gewöhne und es an den anderen Tagen nicht bei der einen Meile des Täglich-Läufers belassen muß. Ich bin selbst immer wieder überrascht, wie schwer es ist, die Wochenkilometerzahl zu steigern. Zum Teil liegt das sicher an der Atemwegserkrankung. Foster 100/6 hilft mir dabei aber sehr. Seit 140 Tagen nehme ich Foster 100/6. Nach den ersten 30 Tagen habe ich auf morgens und abends einen Hub Foster 100/6 erhöht und seit kurzer Zeit nehme ich vor dem Laufen zwei Hub Salbutamol. Bis jetzt habe ich noch keine Nebenwirkungen bemerkt. Ich kann freier atmen und auch etwas schneller laufen. Ich glaube, ich könnte noch schneller laufen, aber meine Muskulatur hinkt hinterher. Ich kann mal den einen oder anderen Kilometer kraftvoll und schnell laufen, dann kommt aber Müdigkeit in den Beinen auf. Die Beine werden schwer. Es fühlt sich nicht an wie Atemnot, sondern die Beine sind müde und schwerfällig. Mit anderen Worten gesagt: ich hoffe, daß meine Atmung sich sehr gebessert hat. Nur die Muskulatur muß sich noch daran gewöhnen, daß sie nicht von der Atmung ausgebremst wird. Die Treppe in unsere Wohnung im dritten Stock schaffe ich ohne Einkäufe ab und zu (vielleicht einmal in der Woche) ohne Pause nach oben. Es hat sich also etwas getan und ich hoffe, ich hoffe, daß es kein Strohfeuer ist. Ich hoffe.

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„toll, ehrlich!“

Tag 535. Glücklicherweise konnte ich trotz Erkältung täglich laufen. An Tag 528, also letzten Samstag hatte ich allerdings den Versuch zum Waldsee zu laufen abgebrochen. Schlappheit gepaart mit Lustlosigkeit machten meinen Körper schwer und unbeweglich. Erst am Montag (Tag 530) konnten Seele und Körper wieder genußvolle Momente finden. Ich bin im Park um den kleinen See gelaufen. Die Atmung war frei und es ging flott voran, auch wenn sich nach halbem Weg die Schlappheit für ein oder zwei Kilometer zurückmeldete. Am Dienstag (Tag 531) und Mittwoch (Tag 532) bin ich nochmals diese Parkrunde gelaufen. Immer wieder stellte sich kurz mal Leichtigkeit, Glück und Losgelöstheit ein. Das Gefühl von Freiheit war jedoch noch fern. Vom Boden wegfedern, die Hügel hochfliegen: das ist im Moment eine Erinnerung an fernes Glück. Noch überwiegt Stampfen, Schnaufen und Schwitzen. Auch das Schwimmbad ist mir noch zu anstrengend. Kleine Krafttrainingsversuche über den Tag verteilt sollen mich kräftigen, damit bald wieder die glücklichen Momente im Vordergrund stehen. Gestern, am Freitag (Tag 534) bin ich das erstemal wieder zum Waldsee gelaufen und um den Waldsee herum (14 km). Dieser Lauf fühlte sich schon wesentlich besser an. Während des Laufens wurde das bißchen Licht, das durch den Nebelschleier drang heller und die wenigen Blätter, die noch an den Bäumen hingen, wurden bunter. Auch die Menschen, die mir begegneten lächelten froh. Ein Herr mit Aktentasche und lustigem Schnauzbart rief mir ausgelassen zu: „Sie machen das ganz toll, ehrlich!“ Ja, so ein Läufchen vertreibt einen trüben Novembertag und wirkt belebend. Und eben beim kurzen Lauf am Samstag (Tag 535) rief mir eine Nachbarin zu: „Ui, wie schnell!“. Na ja, 200 m später mußte ich dann um Luft ringen. Morgen geht es wieder zum Waldsee.

Ein Rückschlag

Freitag (Tag 520) war ein Tag mit strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel, buntem Herbstlaub und unglaublich vielen Spaziergängern, Wandereren und Läufern im Wald. Ich bin vom großen Fluß über den Berg durch den Wald an zwei Seen entlang nach Hause gelaufen. Der Wald war verrückt bunt. Die Blätter haben goldgelb bis feuerrot geleuchtet. Über dem See tanzten kleine Libellen im Sonnenschein. Was für ein Novembertag! Am nächsten Morgen bin ich mit Hals- und Gliederscherzen und einer verstopften Nase aufgewacht. So ein Mist! Wenigstens hatte ich kein Fieber und auch keine besonderen Atembeschwerden. Am Sonntag (Tag 522) konnte ich die Wochenkilometerzahl nicht wie geplant auf 50 km auffüllen. Auch in dieser Woche wird wohl nichts aus den 50 Wochenkilometern. Das Schwimmbad mußte ich auch streichen. Ich bin nach dem herrlichen Lauf am Freitag täglich lediglich eine Meile gelaufen. Seit April ist das die erste Erkältung. Ich tröste mich damit, daß eine oder zwei Wochen kürzer treten auch mal gut ist. Schade ist es trotzdem, denn die 14 km-Strecke hatte ich schon ziemlich gut im Griff und das hätte ich gern ohne diese blöde Erkältungspause gefestigt.

Gute Erfahrung

Tag 516. Mit Mühe binich im Oktober meine 200 km gelaufen. Grund war nicht die Lunge, sondern mein Ellbogen. Leider konnte ich den Arm nicht mehr abwinkeln und der Ellbogen war aufgeschwollen und hat unglaublich geschmerzt. 11 Tage habe ich selbst rumlaboriert und am Montag, also gestern, war ich dann zum ersten Mal in meinem Leben beim Orthopäden. Das war eine sehr gute Erfahrung für mich. Ein netter Arzt hat am Ellbogen rumgetastet und ich mußte die Hand so und dann so halten. Da das nicht wehgetan hat, waren schlimme Sachen ausgeschlossen und ich bekam einen schönen blauen Verband mit Salbe. Ich soll vier Tage lang entzündungshemmende und schmerzlindernde Tabletten nehmen, außerdem soll ich kühlen. Die Angebotene Spritze in das Gelenk habe ich dankend abgelehnt. Ultraschall habe ich erlaubt. Heute kann ich den Arm schon wieder bewegen, ohne daß der penetrante Schmerz auftritt. Na, da sage nochmal einer etwas Böses über Orthopäden. Am Samstag (Tag 515) bin ich durch sonnigen, bunten Herbstwald 14 km gelaufen, aber sehr, sehr langsam, um den Arm nicht zu sehr zu erschüttern. Heute konnte ich schon wieder kurz und normal schnell (also, was für mich schnell ist) laufen, ohne das jeder Schritt dem Ellbogen wehgetan hat. Das Schwimmbad werde ich mir aber erst wieder am Ende der Woche oder vielleicht sogar erst in der nächsten Woche gönnen.