Anstrengungen

Tag 44. Wieder ist eine Woche des neuen Spiels „Täglich eine Sporteinheit“ vergangen. Die Krafttrainingseinheiten sind nicht ganz ohne. Mir erscheinen sie anstrengender als das Laufen. Alles in allem ist die Belastung für den Körper aber ausgewogener. Mal sehen, wie sich das ganze entwickelt.

Am letzten Sonntag (Tag 38) dehnte ich am Morgen ausführlich. Abends radelte ich zur Regeneration 30 km auf Stufe 1. Dabei schaute ich Fernsehen. Immerhin schaffe ich das inzwischen fast ohne Pause. Das Radeln ist schweißtreibend.

Am Montag (Tag 39) beschränkte ich mich auf Krafttraining für die Arme.

Am Dienstag (Tag 40) lief ich zum Badesee (19 km). Die Wassertemperatur war 16 °C. Der Himmel war bewölkt. Ein kühler Wind säuselte durch die frischen Blätter der Bäume. Das zarte Grün und der kühle Wind strömten durch mich hindurch. Einige Regentropfen benetzten meine vom Laufen heiße Haut. Der Waldboden war an der Oberfläche schon trocken. Etwas Regen war willkommen. Der Fischreiher musste allerdings seine Jagd abbrechen, denn er muss sein Gefieder an der Luft trocknen und das geht im Regen nicht.

Am Mittwoch (Tag 41) machte ich die Stabi-Übungen vom Arzt.

Am Donnerstag (Tag 42) widmete ich mich vor dem Abendessen den Bauchmuskeln. Zu mehr konnte ich mich nicht aufraffen.

Am Freitag (Tag 43) besuchte ich zu Fuß den Badesee (19 km). Die Wassertemperatur, die ich mit einem Thermometer für die Kinderbadewanne messe, war 14 °C. Ein nackter Mann schwamm im kühlen See eine kurze Strecke. Hu!, mir ist das zu kalt. Die Luft draußen war kühl und frisch. Die Sonne lachte vom Himmel. Der zartgrüne Wald bot Schatten und Schutz vor dem Wind. Zum Laufen perfekte Bedingungen. Die Atmung war nicht schlecht, aber meine Kondition lässt noch zu wünschen übrig. Im Wald begegnete mir eine Schar junger Männer, ausgerüstet mit Wurfspeeren und offensichtlich voller Adrenalin. Sie kamen auf mich zu und aus der Gruppe rief einer, ob ich das Wildschwein gesehen hätte. Ich empfahl früher aufzustehen und belehrte im Vorbeilaufen die armen Jungs darüber, daß die Wildschweine jetzt, am heller lichten Tage, schlafen. Kaum waren die Worte aus meinem Mund entfleucht, fiel der Groschen (pfennigweise). Gefragt hatte ein ziemlich fescher Sozialarbeiter. Die Jungs mit den Speeren hatten ein Down-Syndrom. Ich kannte die Gruppe, denn normalerweise schlurfen sie lustlos mit dem Sozialarbeiter durch den Wald. Diesmal aber waren sie ein Trupp Jäger auf der Pirsch. Und ich blöde Kuh spielte den Spaßverderber und belehrte sie.

Heute, am Samstag (Tag 44) widmete ich mich wieder der Rumpfstabilität und machte später noch die Übungen für die Arme. Das war ziemlich anstrengend und so fallen mir kaum Worte des Frohlockens ein. Ich bin aber doch sehr zufrieden, daß es mir gelingt, das Programm durchzuziehen. Für ein ernstzunehmendes Fazit müssen noch einige Monate vergehen. Es ist also wiedereinmal Geduld und Ausdauer gefragt.

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Laufen im Wald

Tag 37. Laufen im Wald birgt eine unvergleichliche Magie. Ich federe über den Waldboden, atme die würzige Luft. Alles Denken kommt zur Ruhe. Ich lebe im Hier und Jetzt. Grüne Blätter spenden mir Schatten. Sonnenflecken tanzen mit mir durch den Wald. Vögel grüßen zwitschernd. Am Boden raschelt ein Tier. Irgendwo hämmert ein Specht. Das Leben ist Glück! Tap, Tap, Tap der Wald fliegt vorbei. Wild und frei weht der Wind. Er umschmeichelt zärtlich die Haut und weht wohlige Düfte herbei. Die Sonne glänzt am blauen Himmel. Keine Wolke trübt die Stimmung.

Am letzten Sonntag (Tag 31) war wieder ausführliches Dehnen angesagt. Ich dehne zwar täglich, aber richtig ausführlich nur am Sonntag. Da habe ich Ruhe und kann mich gut entspannen. Abends radelte ich 30 km auf Stufe 1 zur Regeneration.

Am Montag (Tag 32) regnete es am Morgen und war kalt. So blieb ich zu Hause und eröffnete den Tag mit Stabi-Übungen. Die Atmung ging gut.

Am Dienstag (Tag 33) lief ich im Wald zum Badesee (18 km). Wild und frei wehte der Wind. Die Sonne strahlte freundlich das sich entfaltende Grün an. Der Wald glänzte frisch und grün. Das Wasser im See war 13 °C warm – noch zu kalt zum Baden. Ein Bussard zog seine Kreise am blauen Himmel. Eine Krähe zwang ihn zur Landung auf einem Baum neben mir. Auf dem Heimweg querte ein Graureiher im eiligen Flug meinen Weg. Die Atmung ging gut. Lieber Frühling, so liebe ich Dich!

Am Mittwoch (Tag 34) turnte ich die Stabi-Übungen.

Am Donnerstag (Tag 35) lief ich zum Badesee (14 km). Zwei Kilometer vor dem See kehrte ich um. Ein Termin, der eingehalten werden musste, stand im Weg. Abends habe ich Krafttraining für die Arme gemacht. Bald kann man ja wieder im See schwimmen. Da braucht es Kraft in den Armen.

Am Freitag (Tag 36) waren noch einmal die Stabi-Übungen dran.

Heute, am Samstag (Tag 37) lief ich zum Badesee (18 km). Die Atmung brachte ich mit einem Extraschuss Salbutamol auf Trab. Die Sonne lachte wärmend vom strahlend blauen Himmel. Zartes Grün und Blüten erfüllten die Luft mit freundlichen Düften. Das Wasser im Badesee hatte eine Temperatur von knapp 17 °C. Ein Mensch schwamm im Wasser. Mir war es für Schwimmen noch zu kalt. Bald werde aber auch ich den Verlockungen des Sees erliegen.

Glücksschauer

Tag 30. Nach dreißig Tagen Teilnahme am dem Spiel „Täglich eine Sporteinheit“ fällt mein Resumé positiv aus. Das Spiel ist abwechslungsreich und fordert den ganzen Körper. Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer sind Teilnehmer an diesem Spiel. Mit der Ausdauer bin ich ja schon lange sehr gut befreundet. Jetzt, da der Wald gerade sein neues Kleid mit dem zartesten Grün anlegt und Knoblauchdüfte den Wald durchziehen, stellt sich die Freude und das Glück von ganz allein ein. Mit Kraft und Beweglichkeit habe ich lange gefremdelt. Nun, da ich sie auch in meinen Freundeskreis aufgenommen habe, freunden wir uns allmählich miteinander an. Die Intensität kann ich anpassen, so daß der Muskelkater seine Rolle als Spielverderber ausgespielt hat. Er hat die Krallen eingefahren und schnurrt friedlich.

Am letzten Sonntag (Tag 24) radelte ich nach ausführlichem Dehnen am Abend 30 km auf Stufe 1 beim Fernsehen. Das Radeln auf Stufe 1 ist locker, aber doch nicht ganz ohne Anstrengung. Der ganze Körper wird warm und sogar etwas verschwitzt. Die Atemmuskulatur brannte auf den letzten 5 Kilometern, insbesondere das Zwerchfell. Das Radeln ist eine prima Abwechslung. Gegenüber dem Laufen liegt der Vorteil darin, daß sich die Belastung feiner dosieren lässt. Außerdem wage ich gelegentlich eine höhere Belastung. Ich könnte ja jederzeit abbrechen, denn ich bin ja schon zu Hause.

Am Montag (Tag 25) wanderte ich zum Badesee (18 km). Die Sonne schien. Die Luft war warm und mild. Noch waren die Bäume kahl wie im Winter. Nur ein Kirschbaum im Park stand schon in voller Blüte. Am Badesee sah ich, wie erstaunlich weiße Kröten oder Frösche im Wasser in der Nähe des Ufers herumschwammen. Das Wasser des Sees war 9 °C kalt. Auf dem Heimweg schaute mir ein Raubvogel aus 5 Meter Entfernung zu, wie ich an ihm vorbeiging. Überall begegneten mir Zitronenfalter und Schmetterlinge.

Am Dienstag (Tag 26) radelte ich im Zimmer 20 km auf Stufe 2. Diesmal konnte ich schon fast ohne Pause durchradeln. Ich wurde nur zwischendurch immer wieder etwas langsamer. Vor dem Radeln hatte ich meinen halbjährlichen Termin beim Lungenarzt. Die Werte der Lungenfunktion waren wie immer. Zusätzlich konnte ich sogar eine Kurve ohne Bauch pusten. Den Infekt hat die Lunge wohl schadlos überstanden.

Am Mittwoch (Tag 27) lockte mich der leichte Grünschimmer auf der Pflanzenwelt zumal das Wetter sehr schön war. Aber ich hatte leichten Muskelkater und war angemüdet. Da ich ja nicht mehr zu den Täglichläufern gehöre, konnte ich die Variabilität des neuen Spieles „Täglich eine Sporteinheit“ genießen und machte abends nur das 15-minütige Workout für die Arme mit Dr. Daniel Gärtner. Auch mit kleinen Päuschen ist die Übung sehr effektiv.

Am Donnerstag (Tag 28) gings wieder zum Badesee (18 km). Mal lief ich, mal wanderte ich. Klar ist das nach dem Infekt noch etwas anstrengend. Der allmählich ergrünende Wald hat mich für die Anstrengung voll entschädigt. Das frische, zarte grün berührte die Seele und löste kleine Glücksschauer aus. Am See war ein Graureiher. Im Wasser lagen auf dem Grund Frösche oder Kröten. Am Ufer war Laich zu sehen. Na, da wird es bald Kaulquappen geben. Die Wassertemperatur war 12 °C.

Am Freitag (Tag 29) machte ich am Morgen Stabi-Übungen. Die sind nach wie vor ziemlich anstrengend und saugen die Kraft aus der Muskulatur. Abends radelte ich auf Stufe 2 beim Fernsehen 20 km.

Heute, am Samstag (Tag 30) begann ich den Tag wieder mit Stabi-Übungen vom Arzt. Rumpfstabilität klingt etwas lächerlich, scheint aber für das Radeln, für das Schwimmen für das Laufen und sogar für das Sitzen am Schreibtisch wichtig zu sein. Abends habe ich noch ein paar Übungen für den Bauch eingeplant. Da lasse ich mich wieder von Dr. Daniel Gärtner anleiten. Das Acht Minuten Workout für ein Sixpack halte ich zwischendurch immer mal an, wenn ich außer Atem komme. Bei all der Turnerei lerne ich meinen Körper immer besser kennen und finde, er wird immer wohnlicher. Und wenn der kleine Kater schnurrt breitet sich Behaglichkeit und Wohlbefinden aus.

Frühling

Tag 23. Die Sonne lockt. Der Frühling ist da. Jetzt ist die Zeit, in der man wirklich vorsichtig sein muss. Die Bäume schlagen aus. Der Badesee ist noch viel zu kalt. Meine Atmung ist noch etwas widerspenstig. Es ist das altbekannte Spiel. Ein Infekt schlägt zu. Ich torkele wie ein angeschlagene Boxer, drohe in die Knie zu gehen, aber ich stehe wieder auf. Weiter geht‘s! Die Sonne lacht, der Himmel ist blau und die Vögel singen. Heja!

Am Ostersonntag (Tag 17) radelte ich abends 6 km auf dem Zimmerfahrrad. Ich hatte den ganzen Tag leichten Muskelkater und war lustlos. So beließ ich es mit etwas schlechtem Gewissen bei einer kurzen Radtour in der Stube.

Am Ostermontag (Tag 18) radelte ich 6 km. Diesmal aber auf Stufe 4. Das ging nur mit Pausen und einem schrecklichen Geschnaufe. Aber es fühlte sich gut an. Danach machte ich Übungen für Rumpfstabilität und Beinkraft.

Am Dienstag (Tag 19) hatte ich Muskelkater. Ich wanderte zum Waldrand (11 km). Die Sonne schien. Der Eiswind war verstummt. Ein laues Lüftchen machte sich breit. Erst krempelte ich die Hose hoch, dann zog ich die Windjacke aus, schließlich krempelte ich die Ärmel hoch. Über Nacht war der Frühling gekommen. Die Vögel jubelten und die Menschen lächelten. Luft, Licht und Wärme schafften gute Laune! Am Abend radelte ich auf Stufe 1 25 km auf dem Zimmerfahrrad. Ich hoffte, daß ich so den Muskelkater vertreiben könnte.

Am Mittwoch (Tag 20) war tagsüber wunderschönes Frühlingswetter. Der Muskelkater war immer noch da. Das schöne Wetter konnte mich aber nicht locken. So radelte ich mit dem Zimmerfahrrad erst abends beim Fernsehen auf Stufe 2 25 km. Das war eine schweißtreibende Angelegenheit. Im Hintergrund blitzte und donnerte es. Der Regen prasselte gegen die Scheibe. Das erste Gewitter des Jahres untermalte die Dramatik des Fernsehfilms und ich radelte dazu.

Am Donnerstag (Tag 21) war der Muskelkater fast verschwunden. Die Sonne lud lachend zum Wandertag (14 km) ein und ich nahm die Einladung an. Ich lief zum Waldrand und im Wald ging ich Richtung Badesee. Bei dem Gewitter und Sturm in der Nacht hatte es eine dicke Kiefer auf den Weg geworfen. Sie sah eigentlich gesund aus.

Am Freitag (Tag 22) radelte ich am Abend vor dem Fernseher 15 km auf Stufe 3.

Heute, am Samstag (Tag 23) radelte ich nach den Stabi-Übungen 20 km auf Stufe 2. Dabei las ich einen Krimi. Das war die beste Entdeckung dieser Woche. Ich kann beim Radeln in der Stube lesen!