Eine Blüte reckt sich gen Himmel

Tag 724. Bei strahlendem Sonnenschein habe ich mein kleines Pfingst-sonntag-läufchen (Tag 718) zum Ententeich gemacht. Auf dem Rasen des Parks waren über nacht bunt bekleidete Menschengrüppchen aus dem Boden gesprießt. Am Pfingstmontag (Tag 719) bin ich durch den Wald zum Badesee geflogen. Ja tatsächlich geflogen. Ich hatte den Spielverderber Tempo zu Hause gelassen und auf einmal konnte ich die Hügel hoch und runter laufen und habe eine ungeahnte Leichtigkeit gefühlt. Ich lief nicht mit Gewalt und nicht so schnell wie möglich, sondern so leicht und locker wie möglich. Da kam ich auch ganz gut vorwärts und hatte noch Luft. Wenn es richtig steil wurde, ging ich. In den See habe ich mich zum Schwimmen noch nicht getraut, denn ich wollte mich nicht schon wieder erkälten. Außerdem waren 16 hügelige Kilometer quer durch den Wald für diesmal genug. Im Wald habe ich aus unmittelbarer Nähe (3 m) zwei Krähen gesehen, die einen Bussard gejagt haben. Wie die wilde Jagd sind alle drei neben mir vorbeigeflogen. Die Krähen saßen dem armen Bussard im Nacken. Der hat versucht sie abzuschütteln. Er ist im Tiefflug in Schlangenlinien um die Bäume herum geflogen. Die Krähen ließen aber nicht locker. Sie sind wendiger und haben den Bussard gehackt. Nach einer Weile kam dann ein Krähe zurück. Ich nehme an, die Krähen sicherten ihr Revier. Nur gut, daß ich denen immer mal eine Erdnuß mitbringe. Sonst würden die mit mir vielleicht genauso verfahren. Am Dienstag (Tag 720), Mittwoch (Tag 721) und Donnerstag (Tag 722) bin ich nur kurz gelaufen. Am Freitag (Tag 723) hat das zarte Pflänzchen Laufglück sich ganz ordentlich gen Himmel gereckt und mir den Lauf mit einer herrlichen Blüte verzaubert. Danke Täglichläufer für das schöne Bild. Ich bin nämlich mit Rucksack und Badesachen zum See gelaufen. Dort angekommen bin ich eine Runde im See geschwommen. Das Wasser war eiskalt, klar und grün und es hat Trinkwasserqualität. Beim Schwimmen drang die Kälte bis in die Knochen, die Muskeln wurden richtig steif. Zurück am Ufer bin ich in den mitgebrachten Pullover und die Windjacke geschlüpft. Trotz der wärmenden Kleidung wurde ich beim nach Hause Laufen erst nach 20 Minuten wieder warm. Daß es mir vergönnt war, zum See zu laufen, zu baden und wieder nach Hause zu laufen, das kann ich erst jetzt glauben, da es mir gelungen ist. Mit einem kleinen Verlaufer im Wald waren es 18 km. Nach so einem wunderschönen Lauf möchte ich jedem, der Copd hat zurufen: „Verzagt nicht!“, „Gebt euch nicht auf!“, „Es geht noch was!“  Heute, am Samstag (Tag 724) bin ich zum Ententeich gelaufen, habe aber den Talweg genommen, denn der müde Körper hat den Hügel zum Höhenweg verweigert. Nächste Woche soll es heiß werden. Es lockt ein Morgenlauf zum See. Vielleicht.

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Friedfertiges Lächeln

Tag 717. Das war eine Woche, wie sie tausendfach von Tausenden erlebt und erlitten werden muß. Die Ungewissheit, eine anstehende Untersuchung, ein Arzttermin und die Tatsache, daß man den Arzt zwar hört, aber nichts versteht. Irgendwie rauscht das, was der Arzt da erzählt in den Ohren, man weiß, man muß jetzt zuhören, man muß es verstehen. Man weiß, es geht um mich. Man fühlt, als ob über einen Fremden gesprochen würde. Man hört etwas, man ist so konzentriet, daß man ganz weiß im Gesicht ist und man glatt in Ohnmacht fallen könnte. Plötzlich steht man wieder vor der Tür und versucht die Gesprächsfetzen zu sortieren. Zu Hause findet man dann einen Zettel, der einem in die Hand gedrückt wurde. Was steht da? Was bedeutet die Abkürzung wieder? Ach ja, dämmert es, da fehlt irgendwas. Ach so, deshalb hat der das gesagt. Na ja, dann verstehe ich das. Ob es allen Menschen so oder ähnlich geht? Am Tag danach war Donnerstag (Tag 715). Endlich wieder locker Laufen. Am besten gleich in den Wald. Den Vögeln lauschen. Frei, frei vorwärts traben. Die Uhr keines Blickes würdigen. Leben atmen, lächeln, das Holz riechen, die Sonne auf der Haut fühlen, die leichte Brise spüren. Ja, das Leben ist das Leben. Am Freitag (Tag 716) gleich nochmal. Nein, das geht nicht. Ich mußte erst den Muskelkater vom Vortag auskurieren. Also bin ich nur zum Ententeich gelaufen. Vor dem Laufen habe ich Foster inhaliert. Endlich wieder Foster. Vielleicht hat die Foster-Pause insofern genutzt, als die Gewöhnung an das Medikament entfallen ist. Die Atmung ist gut. Die Kastanien blühen. Ein Busch verströmt einen betäubenden Duft. Die Krähe sitzt auf dem Dach und grüßt. Ach, schon vorbei. Am Samstag (Tag 717) bin ich wieder durch die grüne Pracht des Waldes getrabt und die Vögel haben dabei ein Konzert gegeben. Den ganzen Tag hat mich danach ein glückliches Entspanntsein erfaßt. Da konnte kommen was will, es wurde von mir mit einem friedfertigen Lächeln in Empfang genommen. Allen wünsche ich eine schöne Woche!

In mir hallt die Sonne wider

Tag 710. Ich bin in dieser Woche jeden zweiten Tag 20 km mit dem Rad gefahren und täglich gelaufen. Die Sonne schien, der Himmel war blau, weiße Wolken wurden von einem lauen Wind von dannen geweht. Am Seeufer habe ich pausiert und die glitzernden Wellen aus grünem, klaren Wasser genossen. Noch beim Einschlafen am Abend hat die Sonne hinter meinen geschlossenen Augenliedern in mir widergehallt. Sonntag und Montag (Tag 704 und 705) bin ich jeweils zum Spielplatz gelaufen. Daneben habe ich Krafttraining gemacht. Am Dienstag (Tag 706) absolvierte ich einen Foster-Versuchs-Lauf. Die Parkrunde (7,5 km) lief sich leicht, ich konnte an der Ampel noch drüberspurten, bevor sie rot wurde und an den Hügeln wurde es zwar schwer, aber ich konnte durchatmen. Der Haubentaucher, der dieses Jahr den kleinen See im Park bewohnt, hat seine Kinder erstmals ausgeführt: oh wie süß! Am Mittwoch (Tag 707) habe ich beim Radeln ein Fischreiherpaar auf dem umgefallenen Baum am See gesehen. Auch dem Specht sah ich wieder dabei zu, wie er in ca. 7 m Höhe in seine Baumhöhle geschlüpft ist. Abends bin ich noch kurz zum Spielplatz gelaufen. Am Donnerstag (Tag 708) fühlte sich der kurze Lauf wieder leicht an. Das kleine Pflänzchen Laufglück schien schon fast verwelkt. Nun wächst es in meinem Inneren wieder. Am Freitag (Tag 709) bin ich zum Badesee geradelt. Die Stimmung am See war ausgesprochen friedlich. Als ich am Ufer pausierte, schwamm ein Entenpaar heran. Sie kamen ans Ufer. Beide stellten sich neben mich. Die Frau schlief sofort ein und der Mann putzte seine Federn. Ich wagte nicht, mich zu rühren. Bald hatte die Entenfrau ihr Schläfchen beendet. Da brachen wir alle wieder auf und jeder ging seiner Wege. Beim Weggehen habe ich Kaulquappen im See gesehen. Am Abend machte ich mein Kurzläufchen und etwas Krafttraining. Heute, am Samstag (Tag 710) bin ich schön langsam und mit Genuß zum Wald gelaufen. In dem herrlichen Grün sangen die Vögel und jederman lächelte freundlich (10 km). Eine Bachstelze überquerte den Weg, obwohl kein Bach weit und breit vorhanden ist. Sogar die Atmung war freundlich gestimmt. Anfänglich fühlte es sich eng an, aber ich konnte die Atmung einigermaßen frei laufen. Ein schöner Wochenabschluß.

Schon besser!

Tag 703. Am Montag (Tag 698) bin ich das erstemal die Parkrunde (7,5 km) durchgelaufen. Es fühlte sich sehr gut an. Das Wetter war perfekt: blauer Himmel, weiße Wolken, strahlender Sonnenschein. Die zartgrünen Blätter der Bäume wurden von einem lauen Wind bewegt. Da es in der Nacht geregnet hatte, war die Luft klar und staubfrei. An den kleinen Hügeln hatte ich sogar Lust raufzurennen. Allmählich glaube ich daran, daß wirklich alles wieder gut wird. Am Dienstag (Tag 699) war es schwül aber der Körper fühlte sich gut an. Vom Krafttraining am Vorabend war noch eine gewisse Müdigkeit in den Muskeln. Vom Infekt war nichts zu spüren. Ich bin die Ententeich-Runde (3 km) gelaufen. Leider war Unwetter angesagt, so daß Radeln ausfallen musste. Ich war aber nicht traurig, denn der Körper fängt gerade erst an mir zuzurufen: „Ich fühle mich gut! Mach was mit mir!“ Am Mittwoch (Tag 700) bin ich im Park Intervalle gelaufen und habe Krafttraining gemacht. Danach bin ich noch ein Runde geradelt (20 km). Es war wieder perfektes Wetter. Die Atmung ging sehr gut. Ich war am See, in dem ich im Sommer schwimme. Noch war niemand im Wasser. Noch! Das Wasser fühlte sich gar nicht so kalt an. Eine Krähe hat sich ein paar Meter entfernt vom Ufer etwas zum Essen aus dem Boden gehackt und ist dann mit kräftigen beidbeinigen Sprüngen zum Wasser gehüpft und hat den Sand vom Essen abgewaschen, bevor sie das runtergeschluckt hat. Die Zuversicht steigt von Tag zu Tag. Am Donnerstag (Tag 701) war ich wie zu erwarten müde vom Vortag und habe die Parkrunde nach 3,5 km abgebrochen, um gemütlich nach Hause zu spazieren. Es war wieder ein herrlicher Sonnentag. Dementsprechend waren unzählige Jogger/Innen unterwegs. Am Freitag (Tag 702) hatte ich vom Mittwoch noch Muskelkater. Ich bin zum Badesee im Wald geradelt (20 km) und habe die erste Schwimmerin gesehen. Außerdem habe ich einen Specht gesehen, wie er in seiner Baumhöhle verschwunden ist. Später bin ich noch kurz gelaufen. Die Atmung war sehr gut. Heute, Am Samstag (Tag 703) bin ich die Parkrunde (7,5 km) durchgelaufen. Es ging recht gut und hat auch schon fast wieder Spaß gemacht. Die Enten haben Kleine. Die Schwalben sind zurück. So kann es weitergehen. Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Die Freiheit von Soll und Muß

Tag 696. Am Montag (Tag 691) bin ich das letzte mal die „Krankenmeile“ gelaufen. Kein Husten, kein Fieber nur ein bisschen Schlappheit war meine Begleiterin. So habe ich mich am Dienstag (Tag 692) in Richtung Wald aufgemacht. Ich bin morgens noch im Halbschlaf in die Dämmerung aufgebrochen. Schön langsam und mit Bedacht bin ich losgelaufen, denn für mich ist Laufen eine Entspannungsübung. Jeglicher Wettbewerbsgedanke wird schon von meinem Gesundheitszustand verboten. So brauche ich mir keine Gedanken über Leistung und Anstrengung zu machen. Ich achte darauf, daß sich mein Körper beim Laufen wohlfühlt. Beim Laufen weise ich jedes „Man muß aber…“ von mir. Ich empfinde Dankbarkeit, daß mich mein Körper durch die ruhige Morgenlandschaft trägt. Warum sollte ich meinen Körper ein Schneller abquälen? Gerade die Freiheit von Soll und Muß macht mich glücklich. So bin ich also am Dienstag durch das freundliche Grau der Morgendämmerung dahingetrabt. Die Luft war zwar kalt, aber das Laufen erwärmte den Körper schon auf den ersten hundert Metern. Der Brustkorb fühlte sich leider etwas aufgebläht an, obwohl ich mit einem Hub Salbutamol neben dem Flutiform vorgesorgt hatte. Ich trauere dem Foster hinterher, gebe dem Flutiform aber noch Zeit zu zeigen, was es kann. Als ich nach 3,5 km am freien Feld angekommen war, wurde mir klar, daß die Waldseerunde heute noch zu weit ist. Ich kehrte um. Insgesamt bin ich 6 km getrabt. Meine Stimmung hat dieses Läufchen sehr aufgehellt und ich kam fröhlich und entspannt nach Hause. Am Mittwoch (Tag 693) bin ich nur die Meile gelaufen. Nachmittags bin ich 1,5 Stunden mit dem Rad gefahren. So richtig locker und leicht geht es noch nicht. Meine Panik, daß es vielleicht nie wieder wird, hat sich aber gelegt. Jetzt heißt es Geduld üben, dran bleiben, nur nicht aufgeben. Mein Mandra lautet daher: „Alles wird gut“. Am Donnerstag (Tag 694) bin ich losgelaufen ohne das Ende geplant zu haben. Gleich zu Beginn hat mich der Duft eines Busches, dessen Namen ich nicht kenne, begrüßt. Leicht lief ich. Die Menschen ignorierte ich. Leider wurde aber die Luft Schritt um Schritt knapper. Nach einer Meile brach ich ab. Sog zwei Hub Salbutamol auf der Parkbank sitzend ein. Ich lief noch einen Kilometer und ging dann nach Hause. Es stellte sich kein Glücksgefühl ein. Einen zweiten Versuch wagte ich später. Eine halbe Stunde nach dem Mittags-Flutiform um 15.30 Uhr trat ich den Entscheidungslauf für oder gegen Flutiform an. Flutiform hat einen Punktsieg errungen. Das Atmen fühlt sich zwar nicht so leicht an wie ich es mit Foster in Erinnerung habe, aber ich konnte die Luft recht gut ausatmen, ohne daß sich die Lunge aufblähte. Ich werde es weiter beobachten und erstmal mit Flutiform weitermachen wie vom Arzt vorgeschlagen. Mein Ziel ist wieder zurückzufinden in das selbstvergessene Laufen, bei dem es gar nicht um das Laufen geht. Das tägliche Laufen behalte ich in Maßen bei. Mit Gewalt werde ich mich nicht an die längeren Strecken machen. Aus Erfahrung weiß ich, daß die Lust am Laufen von alleine zurückkehrt, wenn der Körper den Infekt überwunden hat. Ich werde Rad fahren, weil das nicht ganz so anstrengend ist. Daneben werde ich mich weiterhin dem Krafttraining zu Hause widmen, um die Rumpfstabilität zu erhalten. Heute, am Samstag (Tag 696) bin ich wieder 1,5 Stunden geradelt und die Meile gelaufen. Das Pensum fühlt sich gut an, mehr geht noch nicht wieder.