Laufen als Spiel

1179. Das liebe Fräulein Freiheit lief die ganze Woche neben mir her. Mal schien der Boden zu vibrieren. Dann konnte ich nur ihre riesigen, stampfenden Füße sehen. Sie war nämlich so groß wie die Freiheitsstatue in New York. Ein andermal war sie zart und leicht wie der Wind und spielte mit mir. Immer aber öffnete sie mein Herz, so daß ich leichtfüßig dahin traben konnte. Es schien mir, als ob ich schwerelos über den Waldboden schwebte. Das Laufen war wie ein Spiel bei dem der Körper leicht wird. Es gab diese Woche keine Grenzen für mich. Der Atem war freundlich. Die Luft war lau und warm. Gelegentlich schaute die Sonne mit heißem Lächeln zu. An solchen Tagen glaube ich auf einem guten Weg zu sein. Trotzdem ist mir jede Sekunde klar, wie zerbrechlich meine Freiheit ist. Aber vielleicht kann ich sie gerade deshalb umso mehr auskosten und das Laufen spielerisch erleben. Das Spiel gewinne ich, wenn ich locker bleibe und nichts erzwingen will. Der Preis für den Gewinner ist eine fröhliche Zuversicht, die den ganze Tag an mir haften bleibt.

Am Sonntag (Tag 1173) lief ich zum Badesee (19 km). Es war ein kühler Sommermorgen nach einer Regennacht. Die Luft war staubfrei und sonntägliche Stille lag über der Stadt. Das Atmen ging erstaunlich gut. Am See angekommen stellte ich fest, daß der nächtliche Regen das Wasser wieder klarer und sauberer gemacht hatte. So kam ich doch noch zu der 40. Schwimmrunde in diesem Sommer. Beglückt lief ich nach Hause. Noch auf dem Rückweg hörte ich Donnergrollen und kaum war ich zu Hause, da schien der Himmel einzustürzen. Alles, was vorher in Form von Wolken am Himmel hing, kam auf einmal herunter. Aber ich saß im Trockenen. Glück gehabt!

Am Montag (Tag 1174) bin ich nur kurz gelaufen.

Am Dienstag (Tag 1175) ging es wieder zum Badesee (19 km). Es war ein schwüler Sommertag. Eine graue Wolkendecke verdeckte die Sonne. Das Laufen fühlte sich gut an. Im See schwamm ich eine eher kleine Runde. Ich war mutterseelenallein. Gerade als ich anfing zu schwimmen nieselte es leise vom Himmel herab. Als ich aus dem Wasser kam wurde ich schon von fünf Enten und ebenso vielen Blesshühnchen erwartet. Offensichtlich war ich zu dieser Stunde die einzig mögliche Futterquelle. Ich versuchte gerecht mein Brot zu verteilen, musste aber feststellen, daß eine Ente ziemlich gemein war. Sie biss nämlich dem kleinsten Blesshühnchen in den Hintern als es gerade an der Reihe war und schnappte dem irritierten Tier den Brocken weg.

Am Mittwoch (Tag 1176) war ein strahlender, heißer, aber nicht schwüler Sommertag. Klar lief ich wieder zum Baden (19 km). An diesem Tag ging es gemütlich voran, denn ich fühlte mich vom Vortag noch etwas müde. Außerdem war die Hitze anstrengend. Die Enten und Blesshühner zeigten sich nicht. Wie zur Entschädigung schwebte der Graureiher mehrmals vorbei. Die beiden Kormorane saßen zusammen in der Sonne und trockneten ihre Flügel. Ein Mäusebussard schraubte sich über den See in den blauen Himmel hinauf. Das Wasser war angenehm kühl mit 21 °C. Allerdings trieb an meiner Einstiegsstelle in den See ein circa zwanzig cm langer weiß silbriger Fisch mit dem Bauch nach oben. Das Leben ist endlich. Carpe diem!

Am Donnerstag (Tag 1177), Freitag (Tag 1178) und heute am Samstag (Tag 1179) nahm ich mir die Freiheit nur kurz zu laufen. Die dreihundert Monatskilometer habe ich nämlich schon fast erlaufen. Auch wenn ich nur kurz gelaufen bin, so habe ich heute dennoch ein Füchslein gesehen. Es lief den Gehsteig entlang und somit auf mich zu. Als es zögerte und besorgt schaute, wie es mir ausweichen könnte, verließ ich den Gehsteig und so konnte der Fuchs in einer Entfernung von 2 Metern an mir vorbeilaufen. Das war ein verrücktes Erlebnis, denn ungefähr alle 30 Meter ging jemand auf dem Gehsteig, der Fuchs ganz selbstverständlich mittendrin. Ein Großstadtfuchs hat Nerven!

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Fern der wirklichen Wirklichkeit

1172. Das Laufen ist für mich ein Segen. Ich kann mich stark und gesund fühlen. Immer wenn ich mich etwas angekränkelt fühle, hilft mir ein Läufchen. Das Eintauchen in die Grüne Welt der Ruhe ist jedes mal eine kleine Geburt. Der Ballast aus dem Alltag, der an mir klebt, muss draußen bleiben. Zurück in der „wirklichen“ Welt fühle ich mich mindestens eine Stunde lang wie ein eben erst gelandetes außerirdisches Wesen. Der Krach, die Unruhe, die Hektik ist im Wald unendlich fern. Beim Schwimmen hört man nur das Glucksen des Wassers. Niemand, dem ich in meinem Alltag begegne kann sich auch nur vorstellen, daß ich gerade aus dem Wald komme, geschweige denn, daß ich im See geschwommen bin. Wenn ich zurückkomme sind die Menschen auch für mich zunächst noch irgendwie fremd. Zuerst kommt es mir so vor, als ob ich sie im Fernsehen sehe. Denn für mich sind sie unwirklich. So fern sind sie meiner kleinen Wald-Schwimm-Welt. Allmählich gleite ich dann hinüber in die andere Welt, die als die wirkliche Wirklichkeit gilt. Ich bin so unsagbar froh, daß ich dieses kleine Refugium außerhalb erobert habe. Möge es noch lange für mich erreichbar sein. Es macht mein Leben um so viel lebenswerter.

Am Sonntag (Tag 1166) bin ich nur kurz gelaufen und habe ein paar Klimmzüge am Spielplatz gemacht. Diesmal kam eine asiatisch aussehende Mutter eines Kleinkindes hinzu und versuchte sich ebenfalls an den Klimmzügen. Sie machte das ziemlich gut, obwohl sie sehr zierlich war.

Am Montag (Tag 1167) bin ich wieder zum See gelaufen (19 km). Ich schwamm in herrlichem grün-durchsichtigem Wasser. Erst fühlte es sich kühl an. Aber je weiter ich schwamm, desto wärmer fühlte sich das Wasser an. Ich geriet geradezu in einen Rausch. Das Wasser gluckste und ich lag auf dem Wasser und pflügte mich kraulender Weise vorwärts. Es fiel mir schwer umzukehren, als die halbe Stunde in die eine Richtung um war. Ich hätte bis an das Ende der Welt schwimmen können, so schön war es.

Am Dienstag (Tag 1168) bin ich wieder nur kurz gelaufen mit ein paar Klimmzügen am Spielplatz. Eigentlich wollte ich ja in der Frühe zum See laufen. Aber an diesem Morgen war mein Körper zu schwer als daß ich ihn hätte aus dem Bett wuchten können – einfach strukturierte Menschen würden das wohl Faulheit nennen.

Am Mittwoch (Tag 1169) fühlte ich mich schwächlich und es war ziemlich kalt. Ich gab mich noch einmal der Faulheit hin und lief lustlos zum Spielplatz, machte ein paar Klimmzüge und trottete nach Haus.

Am Donnerstag (Tag 1170) begab ich mich auf die Winterrunde (14 km). Zwischendurch kam ich an einem Spielplatz vorbei. Daran war ich früher achtlos vorbei gelaufen. Diesmal machte ich ein paar Klimmzüge und kletterte eine kleine Kletterwand hoch. Dann lief ich zum Waldsee und wieder nach Hause. Irgendwie war ich etwas traurig gestimmt. Denn die Schwimmsaison scheint zu Ende zu sein. Immerhin bin ich dieses Jahr 39 mal zum Badesee gelaufen und darin geschwommen. Letztes Jahr habe ich das nur 19 mal geschafft. Das nenne ich einen Fortschritt.

Am Freitag (Tag 1171) strahlte die Sonne und brannte die Wintergefühle weg. Ich lief über Mittag meine alte Parkseerunde (7 km). Das hatte ich im Januar dieses Jahres das letzte Mal getan. Ich war angenehm überrascht, wie locker und leicht diese Strecke zu laufen war. Auch wenn die Hügel wie alle Hügel für mich schwierig sind. Als ich wieder zu Hause war, war ich Ruck Zuck erholt. Ich hätte nie gedacht, daß die langen Strecken aus Frühjahr und Sommer die ehemals lange Parkrunde zu einer leichten, eher kurzen Strecke machen.

Heute, am Samstag (Tag 1172) lief ich durch tropisch luftfeuchten Wald zum Badesee (19 km). Der Lauf zum See war angenehm trotz der feuchten Wärme. Der See selbst war allerdings keine Freude mehr. Er roch nicht nach frischem Wasser. Die Sichttiefe war deutlich reduziert. Grüne Algen wurden an das Ufer geschwemmt. Da ich mich ohnehin etwas müde fühlte, unterließ ich das Schwimmen. Ich lief direkt wieder nach Hause. Auf dem Heimweg musste ich feststellen, daß das Kürbissüppchen vom Vortag wohl nicht ausreichende Nahrung war. Denn mir wurden die Beine schwer und ich konnte mich an der Sonne, die sich durch die Nebelschwaden gekämpft hatte, gar nicht recht erfreuen. Vielleicht versuche ich mich morgen noch einmal an der Badeseerunde. Aber vorher esse ich ordentlich.

Ich wünsche allen Lesern satte Tage!

Hexenschuss

1165. Der See ist jetzt, im August sagenhaft grün. Man kann noch einige Meter weit in die Tiefe blicken. Insgesamt ist die Farbe des Wassers ein durchsichtiges sattes Grün. Dabei wirkt das Wasser frisch und kühl. Die Temperatur ist bis zu zwei Grad über 20 °C. Beim Schwimmen fror ich nicht. Allerdings wird der Körper doch ziemlich kalt. Wieder an Land kann es schon mal sein, daß das Zittern für ein paar Minuten nicht zu kontrollieren ist. Das erinnert an Kindertage, wenn die Zähne klapperten, die Lippen blau wurden und man doch nicht aus dem Wasser wollte. Zum Dank dafür ist dann der Körper den ganzen Tag wohlig warm. Die Lunge dankt es auch, denn das Atmen fällt nach dem Schwimmen den ganzen Tag leichter. Möge es noch ein paar sonnige Tage geben, damit der See einladend bleibt.

Am Sonntag (Tag 1159) schien zwar die Sonne, aber sie konnte mich nicht an den See locken, denn es war recht kühl. Ich beschränkte mich auf eine kurzen Lauf und etwas Krafttraining.

Am Montag (Tag 1160) ging es wieder an den See (19 km). Auf den Lauf zum See lockte mich nur das Schwimmen. Der Lauf selbst war anstrengend und ohne die Belohnung durch das Schwimmen im kühlen Nass, hätte ich den Weg wahrscheinlich nicht auf mich genommen. Durch das Krafttraining sind die Beine müder als gewohnt. So sind die zahlreichen Hügel zum See ungewohnt anstrengend gewesen. Ich tröstete mich damit, daß der Preis für die Weiterentwicklung des Körpers eine gewisse Anstrengung ist. Ich will zwar kein Hochleistungssportler werden, aber ich möchte stark werden, soweit es geht. Schwimmen konnte ich sehr weit. Dabei kann ich viel besser atmen als an Land. Ich frage mich, ob das Schwimmen nicht doch im Winter weiter betreiben könnte. Im Hallenbad will ich das aber nicht tun. Zum Einen fürchte ich mich vor Infekten. Im Schwimmbad ist man sehr dicht an anderen Menschen dran – und das in der Erkältungszeit! Zum Anderen bekommt mir das Chlor nicht so gut, wenn ich regelmäßig in das Hallenbad gehe. Na ja, erst mal kann ich ja noch weiter im See schwimmen. Und im Winter habe ich ja weniger Probleme mit dem Atmen beim Laufen. Und der nächste Sommer kommt bestimmt.

Am Dienstag (Tag 1161) bin ich wieder zum See gelaufen (19 km). Die große Runde zum Schwimmen ist fühlte sich ziemlich kurz an. Auf dem Weg zum See war es kühl und dicke Wolken türmten sich auf. Als ich ins Wasser ging riss die Wolkendecke auf und die liebe Sonne lachte. Ich schwamm eine knappe halbe Stunde hin und eine knappe halbe Stunde zurück. Nach dem Schwimmen zitterte ich ein Weilchen während ich mein Brot mit meiner Ente teilte. Auf dem Heimweg wurde ich schnell wieder warm.

Am Mittwoch (Tag 1162) und Donnerstag (Tag 1163) lief ich nur kurz. Am Spielplatz machte ich ein paar Klimmzüge. Und: ich gebe es ja zu, ich dokterte noch ein wenig an meinem Hexenschuss herum. Am Montag (Tag 1160) hatte ich nämlich mitten im Wald meinen Rucksack abgesetzt, um Wasser heraus zunehmen und ein Schlückchen Wasser zu trinken. Als ich den Rucksack aufheben wollte, da krachte es in meinem Rücken und ich konnte mich nicht mehr aufrichten. Ein halbe Stunde arbeitete ich daran, wieder gerade zu stehen. Den Rucksack konnte ich nicht aufheben. Ich konnte mich nicht so weit hinunter bücken. Der Schmerz wäre zu groß gewesen. Endlich kamen zwei Leute vorbei. Auf meine Bitte hoben sie den Rucksack auf, drückten ihn mir wortlos in die Hand und gingen schnell weiter. Ich entschied mich weiter zum See zu gehen, auch wenn mir zu diesem Zeitpunkt der Schmerz noch Tränen in die Augen trieb. Nach Hause wären es knapp sieben Kilometer gewesen, zum See aber nur drei. Während ich ging, lies der Schmerz etwas nach. Beim Schwimmen hatte ich kaum Schmerzen. So schwamm ich fast eine Stunde. Als ich aus dem Wasser stieg, stiegen die Schmerzen parallel zum Körpergewicht an. Ich konnte mich aber umziehen und nach Hause gehen. Am Donnerstag (Tag 1163) war der erste Tag, an dem ich sicher war, daß es richtig war, daß ich mich weiterhin bewegt hatte. Ich musste nämlich die Bewegung suchen, die den Schmerz auslöste. Ich glaube fest daran, daß vor allem das Schwimmen gleich nach dem Hexenschuss die Heilung stark beschleunigt hat. Wiedermal war Bewegung meine Rettung. Gibt es eigentlich einen Gott der Bewegung? Dem würde ich gern ein Dankgebet schicken für die schnelle Heilung des Hexenschuss.

Am Freitag (Tag 1164) war es wieder kühl. Es pfiff ein kalter Wind und die Sonne versteckte sich hinter einer dicken Wolkendecke. Ich wollte aber nicht auf besseres Wetter warten und lief zum See (19 km). Ich ging ins Wasser. Das Wasser fühlte sich anfangs kalt an. Es waren aber immerhin 20 °C. Den See hatte ich für mich allein. Die Enten und der Graureiher saßen am Ufer und schauten zu. Ich schwamm eine viertel Stunde in die eine Richtung und fühlte mich ziemlich kalt. So schwamm ich früher als sonst zurück. Daher hatte ich noch viel Kraft für den Heimweg. Der Lauf nach Hause war gar nicht anstrengend und machte richtig Spaß. Den Hexenschuss fühlte ich noch. Es fühlte sich nur noch wie ein Muskelkater an, war also halb so schlimm. Glück gehabt. Ich bekam ziemlich gut Luft und sehr gute Laune. Mir waren nicht mal die Mundwinkel zu schwer, so konnte ich lächeln und laufen vereinen.

Heute, am Samstag (Tag 1165) war ich wieder am See (19 km). Vom gestrigen Lauf war ich noch etwas müde. Das Wasser fühlte sich kalt an, war aber 20 °C warm. Als ich wieder an Land kam, warteten schon zwei Blesshuhn-Kinder und ihre Mama auf mein Brot. Ich teilte das Brot mit ihnen und lief wieder nach Hause. Derweil war es richtig heiß geworden und mir fiel wieder ein, warum ich in der ersten Sommerhälfte so früh zum See gelaufen war. Hoffentlich kommen noch ein paar heiße Tage.

Die Tage sind gezählt

1158. Vom Laufen entspannt, vom Schwimmen erfrischt, vom Krafttraining gestärkt, bis in den letzten Winkel des Körpers durchblutet, insgesamt angemüdet und doch entspannt: So fühlt sich eine geglückte Woche an. Nicht immer ist dies für mich erreichbar. Um so schöner ist es, wenn es gelingt. Es macht sich ein wohliges Gefühl breit, das eine freundliche Saite im Innern zum erklingen bringt. Ein zufriedener, satter Ton scheint sich leise und doch fröhlich zu entfalten und bringt mit seinen Schwingungen den gesamten Tag zum klingen. Er zaubert ein Lächeln in die Welt. Friedfertige Gelassenheit liegt in der Luft und ein allgemeines Wohlwollen breitet sich aus. Wenn dann die Realitäten des Lebens Einzug in den Tag halten, werden sie durch den milden Ton entschärft.

Am letzten Sonntag (Tag 1152) bin ich nur kurz gelaufen. Die große Schwimmrunde vom Tag zuvor saß mir noch wohlig in allen Muskeln.

Am Montag (Tag 1153) ging es dann wieder zum Badesee (19 km) mit großer Schwimmrunde. In der Nacht hatte es geregnet. Der Morgen war kühl. Die Luft war frisch und sauber. Die Sonne strahlte freudig vom Himmel ohne heiß zu sein. Es hätte ein traumhafter Frühlingstag sein können. Und doch war es ein Augusttag. Der Wald war satt grün und glänzend nach der verregneten Nacht. An Bäumen und Sträuchern hingen Früchte, wo man auch hinsah. Am Waldeingang warteten saftige Brombeeren darauf, gegessen zu werden. Ich habe diese Aufgabe mit Freude übernommen. Ein kühler Wind, der meine Haut streichelte, flüsterte mir zu, daß der Sommer nicht ewig währen wird. Der See war vom Regen und Sturm durchwühlt und erfrischt. Die Sonne brachte die Wellen zum glitzern und so war das Schwimmen traumhaft. Einmal schaute der Graureiher vorbei. Ansonsten war der See still und verlassen, was mich sehr vergnügte. Gut durchgekühlt und erfrischt kam ich wieder nach Hause.

Am Dienstag (Tag 1154) lief ich zum Spielplatz und versuchte mich an Klimmzügen. Ein Mädchen im Vorschulalter eilte lachend herbei und zeigte mir, wie man das richtig macht. Wir sprachen zwar verschiedene Sprachen, aber wir haben uns bestens verstanden.

Am Mittwoch (Tag 1155) lief ich wieder zum See (19 km). Es war kalt und zwischendurch regnete es. Da ich mich müde fühlte, schwamm ich „nur“ eine halbe Stunde. Hier „nur“ zu sagen klingt in meinen Ohren richtig angeberisch. Aber es ist ja wahr und es gibt mir eine innere Zufriedenheit, wenn ich das „nur“ niederschreibe. Man möge es mir nachsehen! Auf dem Heimweg trennt ein ziemlich langer Zaun den Weg, auf dem ich an einem See entlang laufe, vom angrenzenden Waldstück ab. Das Gebiet hinter dem Zaun ist als Naturschutzgebiet gekennzeichnet. Dort liegt ein lichter Wald. Beim Vorbeilaufen habe ich noch nie Tiere gesehen. Dieses Mal sah ich zwei Hirschkühe. Sie ästen friedlich und dabei gingen sie immer mal wieder ein Stückchen weiter, so daß ich sie in voller Pracht sehen konnte. Schließlich verschwanden beide ruhig äsend nach einander hinter Büschen und Bäumen. Beschwingt lief ich nach Hause und empfand wieder einmal tiefe Dankbarkeit für mein Glück.

Am Donnerstag (Tag 1156) und Freitag (Tag 1157) regnete es. Es lies sich kaum mehr abstreiten, daß der Herbst nicht mehr allzu fern ist. Ich lief zum Spielplatz. Ich machte ein paar Klimmzüge. Ansonsten widmete ich mich ein bisschen der Rumpfstabilität. Dabei wurde mir wieder mal klar, daß ich dem Krafttraining mehr Aufmerksamkeit schenken müsste. Na ja, was soll‘s! Gefühlt bin ich ja erst ganz am Anfang der Rückeroberung meines Körpers.

Heute, am Samstag (Tag 1158) lief ich zum Badesee (19 km) und zum Schwimmen. Wieder war von heißem August nicht die Spur. Es war eher herbstlich kühl und der Himmel war bedeckt von dicken Wolken, die so aussahen, als wollten sie demnächst Wasser lassen. Aber es geschah nicht. Hinter dem Zaun am See habe ich diesmal den Hirsch mit seinem riesigen Geweih gesehen! Das Wasser im See war heute besonders weich und erfrischend. Ganz heimlich überlegte ich, ob ich morgen wieder zum Schwimmen laufe. Denn die Tage, an denen das geht, sind gezählt. Mal sehen, was die Muskeln morgen sagen.

Ich wünsche allen Lesern noch ein paar schöne Sommertage!