Der Mai ist vergangen

Tag 360: Schon wieder ist ein Monat vergangen. Von der Erkältung im April merke ich nichts mehr. Der Aufenthalt im Thüringer Wald scheint mir Flügel verliehen zu haben. Jedenfalls fühlen sich meine Läufe locker und leicht an wie nie. Heute saß Mitten auf dem Weg eine dicke fette braune Kröte umstellt von mehreren Spaziergängern, die sich Sorgen machten, weil sich die Kröte nicht bewegte und nur glotzte. Einige Kilometer später sprang eine braune Maus im gestreckten Galopp über den Weg. Außerdem ist zwischen den zahlreichen Spaziergängern ein Entenpaar gemütlich über meinen Weg spaziert. Für den Reiher, der sonst immer am Seeufer steht und einmal gnädig aufschaut, wenn ich vorbeikomme und ihm mein „Hallo“ zurufe, war es noch zu früh. Er ist immer erst ab Spätnachmittag da. Es erstaunt mich immer wieder, daß dieser Park, der eigentlich nur ein schmaler Streifen zwischen Wohnhäusern ist, Lebensraum für soviele Menschen und Tiere ist. Die Laufstatistik (https://copdundlaufen.wordpress.com/2013/07/31/laufstatistik/) für den Monat Mai zeigt, daß ich die 200 Monatskilometer knapp verfehlt habe. Ja, die längeren Läufe fehlen. Mal sehen, wann die Lust auf längeres Laufen wieder kommt. Im Augenblick bin ich mit nahezu täglichen 8 km um den kleinen See ausgelastet und auch zufrieden.

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Thüringer Wald

Tag 358: Gerade komme ich zurück vom heutigen Regen-Lauf um den kleinen See im Park. Ich bin noch etwas angemüdet. Am Montag bin ich das erstemal zum Waldsee geradelt, um den See gelaufen und dann im See geschwommen. Herrlich kalt und erfrischend! Am Tag zuvor waren wir aus dem Thüringer Wald zurückgekehrt. Dort hatten wir ein paar Tage bei Oberhof verbracht. Der Thüringer Wald ist dort unglaublich schön. Die Tannen sind hoch und die Waldwege hervorragend begehbar und gut markiert. Die Höhe von über 800 m und steile Anstiege waren zu bewältigen. Ohne das körperliche Training der letzten beiden Jahre hätte ich das nie gepackt. Nach einem Gewitter bin ich zwei Stunden durch den Wald gelaufen und habe keinen einzigen Menschen getroffen. Auf dem noch vom Regen feuchten Weg sonnte sich eine grüne Ringelnatter, die hinter dem Kopf knallgelb war. Schwarze Nacktschnecken überquerten den Weg. Ich kannte bisher nur rote Schnecken. Die Vögel waren im Tannenwald nicht so zahlreich, wie ich es von der Stadt gewöhnt bin. Dadurch war der einzelne Gesang viel besser wahrnehmbar und hallte durch den Wald. Wunderbar. Die Luft war frisch und kühl. Kein Autogeräusch war hörbar. Gedankenloses vor sich hintraben in menschenleerer Natur: pures Glück.

Der Atemnot davonlaufen

Tag 340: Heute hat mich anfänglich eine unangenehme Atemnot begleitet. Erst nach fast 5 km konnte ich wieder leichter Atmen. Für mich war das ein unangenehmer aber lehrreicher Lauf. Ich hatte schon den ganzen Tag das Gefühl, daß das Atmen irgenwie nicht normal ist. Auch der eine Hub Salbutamol vor dem Lauf hat kaum etwas gebracht. Der PeakFlow blieb bei 180. Von Kilometer zu Kilometer wurde die Atmung leidlich besser, aber doch ein Schnaufen und ein Kämpfen. Erst nach 5 km war ein entspanntes Laufen möglich. Es ist immer wieder eine gute Erfahrung, daß ich der Atemnot davonlaufen kann. Insgesamt hatte ich eine schöne Woche mit abwechslungsreichem Wetter. Mit dem heutigen Lauf habe ich endlich mal wieder etwas mehr als 42 km in der Woche geschafft. Hoffentlich schaffe ich nächste Woche einen längeren Lauf. Dann wäre ich wieder auf dem Stand vor meiner Erkältung. Ich will die Sache aber vorischtig angehen und mich ganz auf mein Gefühl verlassen. Ach ja, die kleine Krähe fliegt inzwischen schon mit ihren Eltern hier in der Gegend herum und untersucht alles was sie findet mit kindlicher Neugier und anrührendem Vertrauen in die Welt, die es nun zu entdecken gilt.