Buchfinkenschlag

Tag 100. Weiter, Weiter! Mehr, mehr! So fühlte ich mich zu Beginn dieser Woche. Ich hätte Bäume ausreißen können! Die Erholungswoche hat ihren Zweck erfüllt. Der Körper fühlte sich wohl und das Gemüt schloss sich der guten Gefühlslage an. Jetzt nur nicht übertreiben. Schön vorsichtig am Ball bleiben!

Am letzten Sonntag (Tag 94) machte ich das 30-Minuten Ganzkörpertraining von Dr. Daniel Gärtner. Das Video hier sah ziemlich anstrengend aus. So war ich ganz erleichtert, als ich besser als erwartet mitturnen konnte. Wobei ich natürlich viele Pausen brauchte. Und ich kann im dritten Stock nicht springen, sonst würde der Familie unter mir der Kronleuchter auf den Kopf fallen. Also machte ich statt Sprüngen Schwünge, d.h. ohne abzuheben. Trotzdem hat mich die halbe Stunde zum Schwitzen gebracht. Na also, geht doch! Ich denke oft daran, daß ich mehr als ein Jahr brauchte, um eine einigermaßen anständige Liegestütze hinzubekommen. Man muss dranbleiben. Das ist wie mit allen Dingen. Die Wiederholung ist die Mutter jeder Fähigkeit. Und die Belohnung ist, daß die Übungen je besser ich sie kann, desto mehr Spaß machen.

Am Montag (Tag 95) lief ich zum See (19 km). Der Himmel war bedeckt und ein leichter Wind kühlte mich. Das Wasser war mit 22 °C sehr angenehm. Ja, ich habe ein neues Thermometer gekauft und damit die Temperatur des Wassers gemessen. Die letzten fünf Kilometer des Heimweges waren sehr anstrengend. Das lag sicher an der Vorermüdung durch die Krafttrainings der letzten Tage. Auf dem Rückweg saß ein Buchfinkenmännchen auf einem Zweig in meiner Augenhöhe. Er betrachtete mich und ich betrachtete ihn. Ich hätte das hübsche Vögelchen glatt ergreifen können, so nah war er.

Den Dienstag (Tag 96) eröffnete ich mit den Übungen, zu denen die einbeinigen Kniebeugen gehören. Obwohl sie mehr als ein Jahr lang meine Schreckensübung waren, klappten sie plötzlich ganz gut. Zur Zeit habe ich mal wieder eine Phase, in der ich immer wieder überrascht bin, wie viel man erreichen kann, auch wenn die Lunge angeschlagen ist.

Am Mittwoch (Tag 97) schlenderte ich zum See (19 km) und badete eine kleine Runde. Wieder hatte ich mit einem Buchfinkenmännchen Blickkontakt. Er hatte eine zarte Daunenfeder im Schnabel. Als sich unsere Blicke kreuzten, flüchtete er. Noch immer hatte es nicht geregnet. So waren die Bäume zwar noch saftig und grün, aber der Boden war trocken und einige Pflanzen ließen die Blätter hängen.

Am Donnerstag (Tag 98) verschwand mein leichter Muskelkater beim Aufwärmen. Ich machte die Rumpf-Stabi-Übungen am Morgen. Diese Übungen sind eine vorzügliche Körperpflege. So ein stabiler Rumpf, der hilft bei der Fortbewegung, beim Sitzen, beim Tragen und eigentlich immer. Abends machte ich das Armtraining. Auch diese Übungen klappen um so besser, je öfter ich sie mache. Und selbstverständlich werde ich es nie so schön und leicht schaffen wie der Ex-Weltmeitster im Kickboxen Dr. Daniel Gärtner. Ja, ich musste sogar das Video immer wieder anhalten, weil die Luft nicht reichte. Spaß machte das Nachturnen der Übungen aber trotzdem.

Am Freitag (Tag 99) spazierte ich zum See (19 km). Über Nacht hatte es einen Temperatursturz gegeben, so daß die Luft kühle 13 °C hatte. Der Himmel war bedeckt und gelegentliche Sturmböen bogen die Bäume. Ein paar hundert Meter vor dem See hörte ich den Buchfinkenschlag. Der Buchfink stieß drei Pfiffe aus, gefolgt von einer kurzen zwitschernden Melodie. Das soll den Regen ankündigen. Tatsächlich kam ein Wind auf und der Regen brach los. Ich wartete unter einem Baum, bis das Schlimmste vorüber war. Schwimmen ging ich nicht, denn ich war schon nass und kalt. Auf dem Heimweg wurde ich nochmal, diesmal aber ohne Ankündigung, vom Regen, ja sogar Hagel, überrascht. Nach dem Gestöhne über Hitze und Dürre, war der nasse Guss himmlisch!

Heute, am Samstag (Tag 100), machte ich morgens die Übungen mit den einbeinigen Kniebeugen. Abends werde ich dann noch die kurze Baucheinheit machen. Das Geturne gefällt mir immer besser. Irgendwie freut es den Körper und das wiederum freut den Menschen.

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Ein kluges Kind!

Tag 93. Diese Woche habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt bei mir immer mal wieder eine Woche, in der Körper und Gemüt Ruhe benötigen. Warum das in dieser und nicht einer anderen Woche der Fall ist, kann ich nicht sagen. Eines habe ich aber in den Jahren gelernt. Ich gebe besser nach. Mit Gewalt kann ich eine Müdigkeitsphase nicht überwinden. Klar kann ich eine Woche oder zwei über die Müdigkeit hinweg laufen. Aber die Müdigkeit häuft sich dann auf und irgendwann geht gar nichts mehr. Also genieße ich eine reduzierte Woche und versuche, kein schlechtes Gewissen zu haben, was nicht so leicht ist.

Am letzten Sonntag (Tag 87) fühlte ich mich von der Aufregung am Vortag noch wie gerädert. Trotzdem raffte ich mich zu den Stabi-Übungen auf.

Am Montag (Tag 88) war der Himmel morgens noch bedeckt und die Luft etwas kühler als in der Woche zuvor. Mein Weg zum See (18 km) war frisch und angenehm. Das Wasser im See war lau. Mein Thermometer zum Messen der Wassertemperatur habe ich ja nicht mehr. Ich kann deshalb keinen Messwert angeben. Ich schwamm recht kurz und lief wieder nach Hause. Die Atmung ging ziemlich gut. Am einen oder anderen Hügel fühlte ich mich fast wieder stark und gesund – mit Betonung auf fast.

Am Dienstag (Tag 89) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Dabei ging es mir gut und ich genoss die Stärke, die ich in mir fühlte. Auf unserem Balkon stellten die Krähen ein Junges ab. Es hatte noch einen roten Schlund. Wenn die alten zum Füttern kamen, riss es den Schnabel auf, krächzte und flatterte mit den Flügeln.

Am Mittwoch (Tag 90) wäre wieder ein Bad im See dran gewesen. Aber ich fühlte mich schlapp. So genoss ich in aller Ruhe den Morgen und blieb zu Haus. Abends machte ich die Kraftübungen für die Arme. Dem Krähenjungen legten die Eltern nun das Essen auf den Boden. Selber essen war angesagt. Da der Mittwoch ein heißer Tag war und das Krähenkind auf unserem Balkon in der Sonne auf die Eltern warten musste, wurde ihm furchtbar warm. Da badete es in der groß bemessenen Trinkschale, um sich abzukühlen. Ein kluges Kind!

Am Donnerstag (Tag 91) wiederholte ich den ruhigen häuslichen Morgen. Ich eröffnete den Tag mit dem kurzen Krafttraining für den Bauch. Damit war besiegelt, daß ich tatsächlich nicht zum See laufen würde. Die Woche würde also etwas ruhiger werden. Der Gedanke fühlte sich gut an. Mein Körper und mein Gemüt verlangten etwas Zurückhaltung. Sie sind kein Schweizer Uhrwerk. Deshalb kam ich dem Verlangen nach und genoss eine ruhigere Woche. Das schlechte Gewissen, das mich immer wieder ansprang, schüttelte ich ab so gut es ging.

Am Freitag (Tag 92) machte ich morgens Stabi-Übungen. Das schlechte Gewissen wurde lauter. Mit viel Mühe rang ich es nieder. Ich fühlte, wie sich Kraft in mir ausbreitete. Die Müdigkeit brandete nur noch in schwachen Wellen durch meinen Körper. Die Erholung näherte sich. Nächste Woche geht es wieder mit frischer Kraft ans Werk.

Heute, am Samstag (Tag 93) machte ich morgens Armtraining und nahm mir für den Abend die kurze Baucheinheit vor. Das Krähenjunge kam wieder zum Baden.

Klau am See

Tag 86. Ja, ja, die Zeiten haben sich geändert. Der Klau findet schon morgens um sieben mitten im Wald am See statt! So ein Mist! Aber man kann auch, wenn man Glück hat, hilfreiche, liebe Menschen kennenlernen! Trotzdem werde ich ein paar Tage brauchen, um mein Vertrauen in die Menschheit zurück zu gewinnen.

Am letzten Sonntag (Tag 80) habe ich Mobility-Übungen und am Montag (Tag 81) Rumpf-Stabi-Übungen gemacht.

Am Dienstag (Tag 82) ging es wieder zum Schwimmen im See (18 km). Die Luft war recht kühl mit 17 °C. Das Wasser hatte warme 22 °C. Damals hatte ich noch ein Thermometer. Dieses Jahr bin ich aber irgendwie verfroren, so daß ich nur kurz geschwommen bin. Trotz der Kürze durfte ich wieder den Überflug eines Graureihers erleben. Geregnet hat es immer noch nicht. Der Waldboden war trocken. Die Blätter der Bäume waren aber schön saftig grün. Die Brombeeren blühten. An der Waldwiese hatte jemand Bienenkörbe aufgestellt, so daß ich dort nun das Summen und Brummen der fleißigen Bienchen hörte.

Am Mittwoch (Tag 83) widmete ich mich morgens den Übungen mit den einbeinigen Kniebeugen. Abends raffte ich mich zum Armtraining auf.

Am Donnerstag (Tag 84) war ich wieder am See zum Schwimmen (18 km). Neben meiner Einstiegsstelle in den See wartete ein Graureiher. Er lief hin und her und guckte mutig. An mir störte er sich nicht. Ich freute mich über diesen Zuschauer. Die Luft war 19 °C warm und das Wasser 20 °C. Der See lächelte blau unter klarem Himmel. Ein leichter Wind kräuselte die Oberfläche. An diesem Tag ging das fünfte Jahr zu Ende, seitdem ich täglich Sport mache. Na ja, abgesehen von der Infektpause Ende April diesen Jahres. Und ich kann sagen: „Mir geht es gut. Das tägliche Sporteln hat sich gelohnt!“ Aber auch die Infektpause war vernünftig. Ich würde jedem empfehlen, bei Infekt zu pausieren.

Am Freitag (Tag 85) machte ich Mobility-Übungen.

Heute, am Samstag (Tag 86) war ich am See (20 km). Schon um sieben war ich dort angekommen und badete – mit Badeanzug! – im kühlen Nass. Als ich zurückkam war mein Rucksack weg! Schuhe, Socken und ein Handtuch waren die einzig mir verbliebenen Gegenstände. Eine nette Dame brachte mich in die Nähe ihres Hauses, das 1,5 km entfernt lag. Dort sagte sie, ich möge doch bitte warten. Sie war misstrauisch und ich sollte ja nicht erfahren, wo ihr Häuschen steht und schon gar nicht zu ihr nach Hause kommen! Nach etwa einer halben Stunde erschien die nette Dame mit einem hellblauen Kleidchen und „garantiert frischgewaschenem“ Unterhöschen. Ich zog mir dankbar die trockenen Klamotten an und beschloss, am Seeufer zurück zu gehen. Ich hoffte, daß vielleicht jemand den Rucksack weggeschmissen hatte und ich wenigstens mein Medikament wieder bekommen würde. Als ich zurück zu meiner Einstiegsstelle in den See kam, trat gerade ein junger Mann mit einem kleinen Jungen aus dem oberen Wald. Er hielt meinen Rucksack in der Hand! Der Junge hatte ihn oben im Wald gefunden. Geld war weg. Kinderbadewannenthermometer, Sonnencreme und meine Wasserflaschen waren weg. Meine Klamotten auch. Danke, danke, denn meine GPS-Uhr war noch im Rucksack und das Salbutamol. Morgen werde ich, wenn ich die Kraft habe, mal in dem oberen Waldstück auf die Suche gehen. Vielleicht finde ich ja dort die Klamotten.

Heißa, es ist Sommerzeit!

Tag 79. Heiß, heiß, zu heiß! Heißa, es ist Sommerzeit! Es war unglaublich heiß und trocken! Schon am Morgen war Hochsommer. Für Mai war die Hitze extrem. Ich stand früh auf, um der Hitze zu entkommen. Wie ausgestorben wirkte die Welt. Die Autos schliefen an den Straßenrändern. Die Fenster der Wohnungen und Häuser standen offen. Nichts rührte sich dahinter. Es war still auf dem Weg zum Wald. Gelegentlich streichelten leichte Winde zart die Haut. Der Wald war licht und grün. Die Abkühlung im See tat gut. Auf dem Heimweg schwand die Kühle viel zu schnell aus dem Körper. Es war als ob ich gegen eine Mauer aus Hitze liefe, als ich den Wald verließ und in die nun erwachte, lärmende Stadt zurückkehrte. Zum Ende der Woche wurde es unerträglich heiß, auch in der Nacht. Das versprochene Gewitter blieb bisher aus.

Am letzten Sonntag (Tag 73) war ich am See zum Baden (18 km). Die Sonne schien. Der Himmel war blau. Das Wasser hatte eine Temperatur von angenehmen 20 °C. Ich badete nur kurz, denn mir wurde trotz des warmen Wetters schnell kalt. Der Sommer kommt ja erst noch. Es bleibt noch viel Zeit zum Schwimmen.

Am Montag (Tag 74) waren die Rumpf-Stabi-Übungen dran.

Am Dienstag (Tag 75) machte ich Mobility-Übungen.

Am Mittwoch (Tag 76) war der Sommer da. In der Frühe lief ich noch vor der ganz großen Hitze zum Baden im See (20 km). Das Wasser hatte 22 °C. Zwei Graureiher flogen hintereinander in drei Meter Höhe über mich hinweg, als ich im See schwamm. Auf dem Rückweg war ich in Gedanken und träumte vor mich hin. So verpasste ich den Abzweig und kam zu der Weide für die Heidschnucken. Die Heidschnucken hatten sich im Schatten versammelt. Sie waren geschoren und ganz schwarz. Das lange weiße Winterfell fehlte. Etwas entfernt standen auf der Schafweide ungelogen ca. einhundert Krähen. Sie fraßen irgendetwas auf der Wiese ohne Gekrächze in stiller Eintracht.

Am Donnerstag (Tag 77) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Schon am Morgen herrschte drückende Hitze. Kein befreiendes Gewitter war in Sicht.

Am Freitag (Tag 78) war es im Morgengrauen schon drückend und feuchtwarm. Ich absolvierte die beiden Einheiten Krafttraining für die Arme und den Bauch am Nachmittag und am Abend. Es wurde nicht kühl und ein Gewitter fand nicht statt. Puh ist das heiß!

Heute, am Samstag (Tag 79) lief ich in brütender Hitze zum See (19 km). In der Nacht war das versprochene Gewitter ausgeblieben, so daß es unverschämt drückend war. Der See hatte eine Wassertemperatur von 24 °C und bot kaum Abkühlung. Eine stolze Entenmama schwamm mit sechs kleinen Federbällchen an mir vorbei. Für diesen Anblick hat sich der weite Weg doch gelohnt!

Das keifende Blesshühnchen

Tag 72. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Ein leichter Wind strich durch die Blätter. Die Pflanzen grünten saftig. Hier und da entfalteten sich Blütendüfte. Brennnesseln säumten kniehoch die Wegesränder. Die Wiesen waren reif zum Mähen. Glückliche Tage, die aber an der Kraft zehrten. Deshalb blieb ich der prallen Frühlingswelt in der zweiten Wochenhälfte fern. Ich lauschte dem vorbei rauschenden Zeitenstrom, ließ mich aber nicht mitreißen. Ich sammelte Kräfte.

Am letzten Sonntag (Tag 66) ersetzte ich das sonntägliche Dehnen durch etwas, das „Mobility“ heißt. Das war leichter. Das Knie war dankbar und ist nun schon fast wieder gut.

Am Pfingstmontag (Tag 67) lief ich zum Badesee (19 km). Die Lufttemperatur betrug 17 °C, die Wassertemperatur 18 °C. Ich schwamm wie immer in eine Richtung. Dabei beobachtete ich, wie ein Graureiher das Schilf anflog. Ich dachte, der wird dort wohl landen. Aber soweit kam er nicht. Ein kleines Blesshühnchen kam mit weit aufgerissenem Schnabel keifend und flügelschlagend aus dem Schilf. Der Graureiher machte, daß er weg kam und setzte sich weit entfernt neben den Kormoran auf einen Baumstamm. Der Kormoran ließ sich durch diesen Besucher nicht beim Trocknen seines Gefieders stören. Nach einer viertel Stunde wurde es mir kalt und ich drehte um. Nun blies heftiger Wind Wellen auf mich zu. Plötzlich bekam ich Atemnot und schwamm ziemlich gequält an das gerade noch erreichbare Ufer. Von da musste ich mich auf einem kleinen, geschützten Entenpfad über umgefallene Bäume und durch Gesträuch zu meinen Klamotten zurück retten. Aus irgendeinem Grund hatte ich richtig Probleme mit der Atmung. Zu meiner Beruhigung kann ich aber sagen, daß mir in jedem Moment klar war, daß ich es zurück zum Ufer schaffen würde.

Am Dienstag (Tag 68) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Diesmal erschienen sie mir gar nicht so schwer. Abends machte ich noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 69) war ich wieder am See (19 km). Es war ein herrlicher Sonnentag. Die Luft war warm (22 °C) und das Wasser kalt (18 °C). Damit ich nicht wieder in Seenot geriet, verließ ich schon nach zehn Minuten das Wasser. Die kurze Abkühlung im Wasser war ein Genuss.

Am Donnerstag (Tag 70) beschränkte ich mich auf die Mehrung der Kraft im Rumpf, am Freitag (Tag 71) in den Armen.

Heute am Samstag (Tag 72) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Am frühen Nachmittag widmete ich mich der Kraft im Bauch.

Frühlingsglück

Tag 65. Herrliches Sonnenwetter half mir beim Laufen, Schwimmen und Krafttraining. Der Badesee gehörte mir allein. Der Wind türmte das doch noch sehr kalte, glasklare Wasser zu Wellen auf. So wurde ich im See wie in einer Wiege auf und ab getragen. Die Bäume um den See herum schaukelten hellgrün und fröhlich im Wind. Eingemummelte Wanderer staunten über meinen Wagemut, so früh im Jahr im See zu schwimmen. Der Kuckuck rief durch den Wald. Die Frösche erhoben ihre Stimmen zum alljährliche Quak-Konzert. Freundliche Sonnenstrahlen beleuchteten das Grün im Wald. Blütendüfte rundeten das Frühlingsglück ab. Die ersten Schwalben kündigten den Sommer an.

Am letzten Sonntag (Tag 59) dehnte ich vorsichtig, denn mein Knie schmerzte. Ich vermute, daß ich irgendwann in den letzten Tagen zu beherzt gedehnt hatte. Das rächt sich schnell. Zum Dehnen muss man wirklich Ruhe haben und besonnen vorgehen.

Am Montag (Tag 60) machte ich abends die Übungen, die ich jetzt schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig mache. Von den einbeinigen Kniebeugen schaffe ich elf am Stück. Dann muss ich derart schnaufen, daß ich eine Pause machen muss. Eigentlich sollte man fünfzehn pro Satz schaffen. Warum ich da so schwer atmen muss, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Eigentlich hätte ich mich doch schon längst daran gewöhnen müssen?

Am Dienstag (Tag 61) lief ich zum See (19 km). Es zogen gerade Wolken auf und ein heftiger Wind blies. Die Bäume wurden mächtig durchgeschüttelt. Der See war etwas aufgewühlt. Bei 18 °C Wassertemperatur schwamm ich etwa zwanzig Minuten. Mein Körper wurde erfrischend kalt. Am Seeufer saßen zwei Kormorane und trockneten sich ihr Gefieder. Als ich wieder aus dem Wasser kam, föhnte der Wind mich im Nu trocken. Nach dem Schwimmen im kalten Wasser ging die Atmung besser als vorher.

Am Mittwoch (Tag 62) turnte ich abends Rumpfstabilitäts-Übungen, die ich auch schon seit mehr als einem Jahr turne. An diese Übungen habe ich mich gut gewöhnt und sie fallen mir nicht sehr schwer.

Am Donnerstag (Tag 63) erfreute ich mich am Lauf zum See (19 km). Es war etwas kühler und ein Wind säuselte in den Bäumen. Gelegentlich rauschte er sogar etwas heftiger. In der Nacht hatte er einen Baum umgeworfen, der nun quer auf dem Weg lag, so daß ich darüber klettern musste. Am Ufer schwamm ein Schwarm kleiner Fische, die mich sehr interessant fanden. Während ich in das Wasser ging fühlte und sah ich, wie sie gegen meine Beine stießen. Ich schwamm etwa zwanzig Minuten im 18 °C kalten Wasser. Der See gehörte nur mir und einem Haubentaucher. Die Wellen wurden vom Wind aufgepeitscht. Einmal türmten sich sogar kurzfristig Wolken am Himmel auf, so daß ich schon Blitze fürchtete und doch lieber zurück schwamm. Mein gekühlter Körper wurde auf dem Heimweg langsam wieder warm.

Am Freitag (Tag 64) widmete ich mich der Kraft in den Armen und im Bauch. Am Morgen waren die Arme dran und am Abend der Bauch.

Heute, am Samstag (Tag 65) fing der Tag recht kühl an. Wolken bedeckten den Himmel. Auf dem Weg zum See (19 km) wurde es heller und freundlicher. Bei 18 °C Lufttemperatur und 17 °C Wassertemperatur badete ich ein knappe halbe Stunde im See. Der Kuckuck begleitete mich beim Schwimmen mit seinem Ruf. Nach dem Schwimmen klapperten mir erst mal die Zähne und ich kam ein bisschen ins Zittern. Auf dem Heimweg wärmte mich die Sonne und am Ende wurde es mir sogar richtig warm. Die erste Maihälfte war traumhaft schön. Da richte ich mal ein dickes Dankeschön an den Wettergott.

Schwimmen im kalten See

Tag 58. Diese Woche schwamm ich im See! Kalt und erfrischend trugen mich die grünen, glasigen Wogen, die der Wind herbei trieb. Letztes Jahr bin ich erst drei Wochen später das erste mal geschwommen. Die Atmung wollte erst nicht so recht, aber dann hat sie sich doch noch eingerenkt. Seit dem Infekt war das die beste Woche. Das Glück bleibt mir hold!

Am letzten Sonntag (Tag 52) habe ich mich dem Dehnen gewidmet.

Am Montag (Tag 53) lief ich an den Badesee (18 km). Es war wunderbarer Sonnenschein. Die Sicht war klar, so daß weit entfernte Bäume auf der Netzhaut so scharf abgebildet wurden, als ständen sie direkt vor mir. Dabei war der Himmel blau. Die Blätter waren immer noch zartgrün. Nur der Löwenzahn leuchtete nicht mehr knallgelb. Er hatte sich in Pusteblumen verwandelt. Die Atmung ging besser als in der Woche zuvor. Leise schwappte die eine oder andere Glückswelle durch meinen Körper.

Am Dienstag (Tag 54) kümmerte ich mich um Rumpfstabilität. Die Übungen mache ich schon seit mehr als einem Jahr. Immerhin quält mich danach kein Muskelkater mehr. Auch konnte ich die Pausen zwischen den Wiederholungen reduzieren. Schwer sind diese Übungen aber trotzdem. Irgendwie saugen sie die Kraft aus den Muskeln.

Am Mittwoch (Tag 55) lief ich bei strahlendem Sonnenschein zum Badesee (18 km). Diesmal schwamm ich etwa zwanzig Minuten im See! Herrlich kalt und erfrischend. Der Bann ist gebrochen – endlich. Auf dem Rückweg nach Hause hörte ich einen Kuckuck. Ein leichter Wind hielt die angenehme Kühle des Sees in meinem Körper fest. So taten die angekündigten 28 °C gut, zumal leichte Wolken aufzogen und die Sonne nicht gar so prall nach der Läuferin griff.

Am Donnerstag (Tag 56) war der Körper müde vom ungewohnten Schwimmen am Vortag. Also eröffnete ich den Tag mit der Fortsetzung der Lektüre von „Ein Bär im Gebetsstuhl“ des finnischen Autors Arto Paasilinna. Mit einer anarchischen inneren Freiheit meistern die Figuren ihr Leben. Selbstmitleid ist unbekannt. Im Buch „Der heulende Müller“ desselben Autors wird in wenigen Zeilen das Drama eines Menschen mit Lungenerweiterung (=Lungenemphysem) abgehandelt. Die Klagen über die unwirksame Medikation und den schlechten Arzt werden beendet mit dem Satz: „Die verrotzte Lunge des Küsters interessiert niemanden.“ Den Satz merke ich mir zur Beendigung meiner gelegentlichen inneren Jammermonologe. Abends widmete ich mich den Rumpf-Stabi-Übungen.

Am Freitag (Tag 57) machte ich am Morgen die Einheit für die Arme.

Heute, am Samstag (Tag 58) lief ich, beschwingt von der Lektüre der Vortage, zum Badesee (19 km). Gelegentlich musste ich laut Lachen, denn diese oder jene komische Erinnerung aus der Lektüre tauchte in meinem Bewusstsein auf. Ich schwamm wieder im Badesee (18 °C). Der Kormoran war da und hat sich seine Federn getrocknet. Und natürlich tauchte der Haubentaucher nicht weit von mir entfernt. In meiner Einstiegsstelle schwammen kleine Fischlein. Die Atmung ging gut. Ein schöner Abschluss für die Woche.