Gefallene Riesen

Tag 1592. Nach dem Sturm lächelte die Sonne. Ein leichter Wind ließ die Bäume freundlich Säuseln. Der Wald war weiterhin grün. Die Pilze erfüllten den Wald mit ihrem Duft. Die Schritte waren leicht. Das Zwerchfell wippte beim Atmen kraftvoll auf und ab. Die Atmung ging gut. Gute Laune erfüllte mich. Ich kam mir wie ein Reisender zu neuen Ufern vor. Es war, als ob sich die Segel im Winde blähten und mich ein Schiff mit acht Segeln davon trüge.

Am letzten Sonntag (Tag 1586) lief ich die Parkseerunde (7 km). Die Sonne schien. Ich lief mit kurzärmeligem T-Shirt. Umgestürzte Bäume säumten den Weg. Ein Baum lag noch quer über dem Weg. Ich kletterte darüber. Herabgefallene Äste hatten männermordende Größe. Ein Karnickelchen hoppelte über den Weg. Abends turnte ich.

Am Montag (Tag 1587) lief ich die Waldseerunde (14 km). Die Atmung ging gut. Die Sonne schien. Es waren 12 °C. Ein leichter Wind fächelte Kühlung herbei. Zwei Eichhörnchen sind mir begegnet. Ein Mäusebussard hat den Waldweg mit mir zusammen benutzt. Er flog ca. 40 Meter vor mir und ich lief hinterher. Abends turnte ich.

Am Dienstag (Tag 1588) lief ich die Parkseerunde (7 km). Graues, kühles Wetter verwandelte sich beim Laufen in gute Laune.

Am Mittwoch (Tag 1589) lief ich die Waldseerunde (14 km). Wieder verwandelte sich graues, kühles Wetter beim Laufen in gute Laune. Diesmal regnete es im Unterschied zum Tag zuvor auf den letzten beiden Kilometern. Der Regen erfrischte. Abends turnte ich.

Am Donnerstag (Tag 1590) lief ich die Parkseerunde (7 km). Die Sonne strahlte warm. Ein böiger Wind riß die Wärme mit sich. Die Wellen des Sees glitzerten. Die Bäume bogen sich. Es war fast wie Urlaub an der See.

Am Freitag (Tag 1591) lief ich die Waldseerunde (14 km). Ich lief bei leichtem Wind und Sonnenschein durch den Wald. Die Atmung ging ausgesprochen gut. Noch lagen überall entwurzelte Bäume herum. Immer wieder musste ich über solche gefallenen Riesen klettern. Manche lagen schon zersägt und aufgeschichtet zur Abholung für den Wohnzimmerkamin bereit. Odysseus Worte nach dem grausigen Verlust seiner Gefährten bei der Begegnung mit den Kyklopen fingen die Stimmung treffend ein:

„Also steuerten wir mit trauriger Seele von dannen,
Froh der bestandenen Gefahr, doch ohne die lieben Gefährten.“

Abends turnte ich.

Heute, am Samstag (Tag 1592) lief ich die Parkseerunde (7 km). Der Himmel war grau verhangen. Es war nicht warm und nicht kalt. Mir saß die anstrengende Woche in den Muskeln. So wurde es ein Regenerationslauf. Spaß gemacht hat es aber doch!

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Vom Scheiden des Sommers

Tag 1585. Noch erhoben sich die grünen Dome heilig und anbetungswürdig über den Waldwegen. Am Boden lagen nur vereinzelt die flammenden Boten des Herbstes. Das große Rascheln des Herbstlaubes stand noch bevor. Freundlicher Landregen tränkte die Welt. Hier und da kündeten leuchtend bunte Blumenkelche vom Scheiden des Sommers. Der Knöterich sandte seinen Abschiedsduft in die kühler werdende Luft. Herbststürme tobten. Bäume fielen. Äste stürzten herab. Die Sonne kämpfte sich schließlich wieder durch graue Wolkendecken und ließ die Regentropfen wie Diamanten glitzern. Liebliches Abendrot färbte die Welt rosarot.

Am letzten Sonntag (Tag 1579) lief ich am Morgen die Waldseerunde (14 km). Es nieselte. Die Sonne verbarg sich hinter einer Wolkendecke. Sonntägliche Ruhe lag wohltuend über dem Wald. Nur wenige Menschen hatten sich bei dem regnerischen Wetter in den Wald gewagt. Die ersten sieben Kilometer lief ich frohen Mutes. Danach merkte ich, daß ich die Waldseerunde in den letzten Wochen nicht häufig genug gelaufen war. Kilometer um Kilometer wurde es schwerer. Zuhause konnte ich mich aber schnell erholen. Abends turnte ich.

Am Montag (Tag 1580) lief ich die Parkseerunde (7 km). Wieder nieselte es. Es war sehr warm, so daß ich im kurzärmeligen T-Shirt laufen konnte. Anfangs bekam ich gut Luft und es fühlte sich hervorragend an. Nach zwei Kilometern wurden meine Beine müde, so daß ich kämpfen musste. Es kam ein Wind auf, der kühlte mich und so hielt ich mehr schlecht als recht durch. Abends turnte ich.

Am Dienstag (Tag 1581) begab ich mich auf die Waldseerunde mit Ausblick (15 km). Zunächst nieselte es. Das Grau des Himmels leuchtete hell. Nach heftigem Wind und einer kalten Dusche kam die Sonne zum Vorschein. Das Laub am Boden erfreute mit herbstlichen Farben. Wo man hinsah, sprossen Pilze. Der grüne Dom, den die Laubbäume mit ihren immer noch grünen Blättern bildeten, erzeugte Abschiedsschmerz vom Sommer. Die Atmung ging gut. Abends turnte ich. Neuerdings mache ich abends auch nach etwas längeren Läufen Krafttraining. Das ist brutal anstrengend. Aber in dieser Reihenfolge kann ich beides miteinander verbinden. Die umgekehrte Reihenfolge, erst Turnen, dann Laufen, wäre für mich unmöglich.

Am Mittwoch (Tag 1582) lief ich die Parkseerunde (7 km). Zuhause dachte ich noch, daß ich müde sei und der Lauf bestimmt beschwerlich würde. Wie man sich täuschen kann! Ich flog die Hügel hoch und hatte Spaß daran. Ein fast kalter Wind pustete die Hitze des Körpers weg. Die Atmung ging gut. Ich fühlte mich leicht und unbeschwert. Wieder zu Hause war ich frisch und munter. Die Müdigkeit war vom Wind weggeblasen worden. Abends turnte ich.

Am Donnerstag (Tag 1583) regnete es. Ein Orkan war angekündigt. Ich lief die Parkseerunde (7 km). Eine ältere Dame rief unter ihrem Regenschirm zu mir herüber: „Noch schnell vor dem Sturm?“ Ein Eichhörnchen huschte eilig über den Weg. Nur wenige abenteuerlustige Läufer waren im Park. Der Sturm kam noch nicht. Ein gemütlicher Landregen ließ weiche Tropfen auf mich hernieder fallen. Dicke Tropfen schlugen in den Pfützen Blasen. Die Schuhe wurden vom Wasser immer schwerer, die Kleidung bis auf die Haut nass. Die heiße Dusche zu Hause tat gut wie selten. Der Sturm kam erst am späten Nachmittag. Abends turnte ich.

Am Freitag (Tag 1584) lief ich nur kurz. Nach einem Tag mit heftigem Dauerregen war der Abendhimmel während meines kurzen Laufes in ein pastellzartes Rosa getaucht. Die Luft war sauber, frisch und mild.

Heute, am Samstag (Tag 1585) lief ich die Waldseerunde (15 km). Ich nutzte eine Lücke im Dauerregen. Überall lagen umgestürzte Bäume und abgerissene Äste herum. Teilweise war ich mir nicht mehr sicher, ob ich vielleicht vom Waldweg abgekommen sei. Freundlicherweise kam unterwegs die Sonne zum Vorschein und tauchte alles in goldenes Licht.

Die Sonne lockt

Tag 1578. Das Wetter in dieser Woche war angenehm. Das Krafttraining konnte ich neben den Läufen gut bewältigen. Die Atmung war auch recht gut. Der Herbst mit milden Temperaturen und sonnigen Tagen lud zum Laufen ein. Insgesamt fühlte ich mich gut, so daß ich wieder mal versuchte, schneller zu laufen, als die Atmung es erlaubte. Irgendwie geht mir nie die Hoffnung aus, daß ich eines Tages den Dreh raus finde, wie ich ausatmen muss, damit ich wie ein normaler Mensch laufen kann. Verrückter Weise machte auch dieses eigentlich unmögliche Unternehmen Spaß. Da die Luft mild und freundlich war, erfreute sich der ganze Körper an solchen Grenzerfahrungen. Und auch die Seele wurde davon beschwingt. Nur der Verstand schüttelt den Kopf. Na ja, soll er doch!

Am letzten Sonntag (Tag 1572) lief ich in grauem Nieselregen die Parkseerunde (7 km). Die Luft war kühl und nass. Ich konnte aber mit einem kurzärmeligen T-Shirt laufen. Die Muskeln waren noch etwas müde vom Turnen am Vortag. So war der Lauf wiedermal anstrengend. Aber mir tat genau das richtig gut. Ein Eichhörnchen und ein Karnickelchen hoppelten mir über den Weg. Zu Hause angekommen strahlte die Sonne, als wollte sie sagen: „Juhu!“ Abends turnte ich.

Am Montag (Tag 1573) nieselte ich mich wieder durch die Parkseerunde (7 km). Unterwegs bewarf mich ein Walnussbaum mit Nüssen. Ich stoppte. Während ich die Nüsschen einsammelte, kam ein Eichhörnchen angehoppelt. Es griff sich eine am Boden liegende Walnuss und rettete sie so vor meinem Zugriff.

Am Dienstag (Tag 1574) lief ich die Waldseerunde unter bedecktem Himmel (14 km). Die Sonne kam nur für zwei Minuten hinter der Wolkendecke hervor. Die Temperatur lag mit 13 °C im angenehmen Bereich. Ich konnte im kurzärmeligen T-Shirt laufen. Auf dem Feld am Bauernhof war wieder der Rabe anwesend. Wieder flog er seine Kreise um mich herum. Diesmal blieb er aber stumm. Für einen kurzen Moment konnte ich einen zweiten Raben sehen, der sich aber sofort, als ich stehenblieb, hinter Büschen versteckte. Ob es sich bei den beiden um das Rabenpaar und vielleicht sogar die Revierinhaber handelt? Große, kräftige Tiere sind das jedenfalls. Abends turnte ich. Bisher hatte ich es ja immer vermieden, an Tagen mit der Waldseerunde auch noch zu turnen. Jetzt fühlte ich mich aber fit genug.

Am Mittwoch (Tag 1575) lief ich die Parkseerunde (7 km). Mir war danach, gegen die Atemnot anzulaufen. Meine Atmung war ziemlich gut, so daß teilweise die Beine vom Laufen müde wurden, bevor die Atemnot einsetzte. Einmal lief ein Eichhörnchen ungefähr hundert Meter lang vor mir her, bis es einen Baumstamm fand, hinter dem es sich vor mir verstecken konnte. Abends turnte ich.

Am Donnerstag (Tag 1576) war der Tag, an dem Schwarze Wolke, also meine Zahnärztin, die beiden Kronen einsetzte. Vor fünf Jahren sollten die Kronen schon erneuert werden. Ich sagte aber immer: „Das lohnt sich nicht mehr.“ Nachdem sich mein Gesundheitsgefühl während der Jahre durch das Laufen aber immer weiter verbesserte, hatte ich im Sommer der Erneuerung zugestimmt. An diesem Tag lief ich nur kurz, um den Heilungsprozess nicht zu gefährden. Die Sonne schien und es war sehr warm. Das Turnen ließ ich am Abend ausfallen.

Freitag (Tag 1577) war ein herrlicher Herbsttag. Blauer Himmel, strahlende Sonne, klare Luft und angenehme Wärme luden zu einem Lauf um den Parksee ein. Ich lief so etwas wie Intervalle. Es machte Spaß und war anstrengend. Nach fünf Kilometern stellte ich die Uhr ab und genoss den Rest spazierend. Abends turnte ich.

Heute, am Samstag (Tag 1578) lief ich die Parkseerunde (7 km). Wieder lockte der blaue Himmel und die strahlende Sonne. Die Luft war noch recht kühl (12 °C). Der Lauf war anstrengend. Meine Muskeln waren leicht angemüdet. Trotzdem will ich heute noch turnen. Die Laufstatistik für diesen Monat ist hier. Hoffentlich spielt die Gesundheit im nächsten Monat mit. Möge der Herbst mit schönen Tagen im Oktober zu Laufvergnügungen einladen. Auch wenn es manchmal anstrengend wird, so wünsche ich mir und allen anderen viel Spaß!

Die Sonne strahlt

Tag 1571. Diese Woche strotzte von stabiler Gesundheit. Die Atmung ging fast nur gut. Die Lungenfunktion hatte sich nicht verschlechtert. Die Kraft kehrte zurück. Das Wetter war gut. Die Läufe wurden von der Sonne bestrahlt. Kühle Luft streichelte zart die erhitzte Haut. Vor blauem Himmel kämpften die Vögel majestätisch mit weißen Wolkenbergen um den Schönheitspreis.

Am letzten Sonntag (Tag 1565) lief ich die ersten elf Kilometer der Waldseerunde. Die letzten drei Kilometer wanderte ich nach Hause und genoss den wunderschönen sonnigen Spätsommertag. Die Sonne wärmte noch. Am Himmel türmten sich weiße Wolken. Ein leiser Wind säuselte freundlich über das Land. Sonntägliche Ruhe lag über der Stadt und über dem Wald. Die Atmung ging sehr gut. Auf dem Wiesenrain summten Hummeln im frisch erblühten Klee. Ein Löwenzahn fügte dem Idyll sein knalliges Gelb hinzu. Zu kitschig? Nein, die Welt kann schön sein.

Am Montag (Tag 1566) lief ich die Parkseerunde (7 km). Ein leichter Wind hauchte Kühle auf die vom Lauf und von der Sonne erhitzte Haut. Strahlend hell wie im Sommer war es. Etwas anderes als gute Laune und Glücksgefühle war unmöglich. Die Atmung ging gut. Das Leben war schön!

Am Dienstag (Tag 1567) lief ich nur kurz.

Am Mittwoch (Tag 1568) lief ich die Waldseerunde (14 km). Es war ein kühler Tag. Der Himmel war blau. Die Sonne schien. Am Forschungsbauernhof zog ein Raubvogel in geringer Höhe seine Kreise. Vor dem blauen Himmel wirkte der majestätische Flug des Tieres märchenhaft. Ich konnte im kurzärmligen T-Shirt laufen. Erst auf dem letzten Kilometer zog eine schwarze Wolke auf. Ein Eimer kaltes Wasser wurde aus der Wolke über mich geschüttet. Da war ich aber schon fast zu Haus. Mit der Ausdauer hatte ich keine Probleme. Auch die Atmung ging gut. Schön war‘s! Am Abend turnte ich.

Am Donnerstag (Tag 1569) begab ich mich auf die Parkseerunde (7 km). Die Sonne schien. Die Luft war kühl, aber das kurzärmelige T-Shirt reichte. Ich konnte gut atmen. Ein dunkelbraunes Eichhörnchen querte meinen Weg. Es rannte mit einer Nuss einen Baumstamm hoch. Dort wartete es auf der meinem Blick abgewandten Seite. Es lugte immer mal hervor, um zu sehen, ob der Weg wieder frei sei. Am Abend turnte ich.

Am Freitag (Tag 1570) lief ich die Waldseerunde (14 km). Die Sonne schien. Wieder war es kühl. Am Forschungsbauernhof saß ein sehr großer Rabe auf dem Feld. Als er mich sah, erhob er sich in die Luft und zog kleine Kreise. Dabei flog er dicht an mir vorbei. Ich hatte den Eindruck, daß er mich, genau wie ich ihn, beobachtete. Er rief ein freundliches und weiches „Quork! Quork!“ zu mir hinüber. Ich quorkte zurück und jeder ging seiner Wege. Auf dem Heimweg kam ich am Markt vorbei. Marktleute winkten zu mir herüber und riefen: „Zuviel Sport ist aber auch nicht gesund.“ Wir lachten und dann war ich auch schon fast zu Hause.

Am Samstag (Tag 1571) lief ich die Parkseerunde (7 km). Das war mal wieder so ein Lauf, wo ich alle Lungenkranken verstehe, die auf dem Sofa sitzen bleiben. Er war nämlich sehr anstrengend. Obwohl der Lauf beschwerlich war, hat er mich froh gemacht. Die kühle, frische Luft, die Enten, die Eichhörnchen, die Natur, all das macht das Leben lebenswert. Heute werde ich noch turnen und morgen ist Wahl. Ich geh hin! Ihr auch?

Vom Glück umarmt

Tag 1564. Auch diese Woche war das Wetterglück mir treu. Die Sonne schien. Der Wald war immer noch grün. Herbst und Winter schienen fern. Ich konnte einen Waldseelauf genießen. Die Atmung ging gut. Der Körper war leicht. Das Glück beim Laufen trug mich die Hügel hinauf. Sonne, Wind und Regen gaben mir das Gefühl, lebendig zu sein. Froher Lebensmut umfing mich. Der sonnendurchflutete Wald, das Rauschen der Wipfel im Wind, der Duft des Sees schufen zauberhafte Eindrücke in meinen Sinnen. In unsympathischen Momenten kehren solche Eindrücke zurück. Sie dämpfen die Realität als befände sie sich hinter einem dicken Vorhang. So lassen sich auch die unschönen Dinge bewältigen. Im schlimmsten Moment bei der Zahnärztin ist mir sogar unser Eichhörnchen erschienen. Es saß im Blumenkasten und knabberte an einem Apfelschnitz. Während es schmauste, schaute es zu mir. Dann verschwand es und unsere Balkonkrähe beugte sich nach vorn und schaute bekümmert. Man glaubt es ja nicht, aber unsere Krähe hat eine sehr ausdrucksstarke Mimik im Gesicht. Sie kann die kleinen Federchen um die Augen herum bewegen. Sie kann auch die Federn auf der Stirn aufstellen, als ob sie die Stirn runzelt.

Am letzten Sonntag (Tag 1558) lief ich kurz und schloss danach die Parkseerunde als Spaziergang an. Am Montag (Tag 1559) lief ich nur kurz. Abends turnte ich.

Am Dienstag (Tag 1560) ging es endlich wieder auf die Waldseerunde (14 km). Als ich den Wald betrat, empfing mich grüne Ruhe im sonnendurchfluteten Wald. An den Hügeln merkte ich, daß meine Ausdauer gelitten hatte. Aber das Glück umarmte mich und trug mich die Hügel hinauf. Es war warm genug, um im kurzärmeligen T-Shirt zu laufen. Ein sanfter Wind kühlte den erhitzten Körper. Am liebsten wäre ich in den See gesprungen. Aber nur ein Hund, ein Rottweiler, wagte es, in den kalten Fluten Abkühlung zu suchen. So ließ ich es sein und lief guter Dinge nach Hause. Abends turnte ich.

Am Mittwoch (Tag 1561) turnte ich am Morgen. Am Nachmittag lief ich die Parkseerunde (7 km). Es stürmte. Der Sturm hatte einen 30 Meter langen Bauzaun umgeworfen. Er lag auf der Straße. Noch lächelte die Sonne. Nach dem ersten Kilometer zogen dicke Wolken auf. Es begann zu donnern und wie aus Eimern zu schütten. Ein starker Sturm riss dicke Zweige von den Bäumen. Einer dieser Zweige flog mir vor die Füße. Aber meine durch die einbeinigen Kniebeugen gestärkten Muskeln konnten mich vor einem Sturz bewahren. Beim dritten Kilometer war der Regenspuk vorbei. Die letzten Regentropfen glitzerten im Sonnenschein. Der Sturm hatte den Himmel blank gefegt. Eine verstörte Ente lief mir über den Weg, begab sich dann aber ins Wasser und schien sich wieder wohl zu fühlen.

Am Donnerstag (Tag 1562) war ich morgens bei der Zahnärztin. Am Nachmittag lief ich nur kurz. Es war der Tag nach dem Sturm. Die Luft war sauber, Das Atmen ging leicht. Auf der einen Meile fühlte ich die frische Luft und die Freiheit, die auf mich wartet. Dennoch riet mir die Vernunft, den Schongang einzulegen.

Am Freitag (Tag 1563) lief ich bei Sonnenschein kurz. Das Atmen ging gut.

Am Samstag (Tag 1564) lief ich bei Sonnenschein kurz und schloss die Parkseerunde als Spaziergang an. Es war fast sommerlich warm. Die Atmung ging sehr schlecht. Dennoch war es im Park sehr schön. Viele Leute waren unterwegs. Alles war noch grün. Ein fröhlicher Samstagnachmittag.

Bald!

Tag 1557. Nach den letzten beiden guten Wochen musste ich diese Woche wieder kürzer treten. Aber auch die kurzen Läufe sind vergnüglich. Allerdings entspannt mich ein kurzer Lauf nur wenig. Freiheit fühle ich kaum. Tja, ich bin verwöhnt! Ein Gutes hat aber die erzwungene Ruhephase. Ich weiß wieder, wie wichtig für mich die längeren Läufe im Wald sind. Das selbstvergessene Traben, wenn die Landschaft an mir vorbei fliegt, wenn die kühle Luft über die Haut streichelt, möchte ich nicht allzu lange vermissen. Sogar die Welt, die hinter dem Vorhang des rauschenden Regens gedämpft wird, möchte ich wieder erleben, die Sonnenstrahlen, die sich durch den Regen kämpfen und die Lichtfinger, die dabei sichtbar werden. Aber noch muss ich etwas Zurückhaltung üben. Die schwarze Wolke in Person meiner Zahnärztin, die im Moment über mir schwebt, wird wieder verschwinden. Das Glück wird zu mir zurückfinden, keine Frage! Bald!

Am letzten Sonntag (Tag 1551) lief ich die Parkseerunde bei schönstem Sonnenschein. Ein kühler Wind verlieh dem Lauf Leichtigkeit. Als ich zu Hause war und zum Fenster hinausschaute, regnete es aus heiterem Himmel.

Am Montag (Tag 1552) lief ich am Morgen kurz. Ein letztes Aufbäumen des Sommers ließ die Sonne vor blauem Himmel strahlen. Obwohl es nur 11 Grad waren, hatte die Sonne wärmende Kraft. Für mich war allerdings eine schwarze Wolke aufgezogen. Es war der Tag, an dem die Zahnärztin aus dem Urlaub zurück kam. Die geplant kurze kuriose Phase von Anfang August hatte sich zu einem sommerlichen Horror ausgedehnt und sollte nun endlich beendet werden.

Am Dienstag (Tag 1553), am Mittwoch (Tag 1554) und am Donnerstag (Tag 1555) lief ich kurz. Am Mittwoch nieselte es und dabei war es 17 Grad. Ein Laufwetter zum Wohlfühlen. Schweren Herzens gehorchte ich der Vernunft und lief nur kurz. Ich gönnte dem Immunsystem Ruhe, damit es sich um die kleine kuriose Stelle in meinem Kiefer kümmern kann.

Am Freitag (Tag 1556) lief ich kurz, schloss aber die Parkseerunde als Spaziergang an. Dabei lief ich immer wieder, wenn auch nur kurz, so schnell ich konnte. Als ich auf diese Weise an einem Hund vorbei raste, kläffte der mich giftig an. Das halten die Hunde bei meiner normalen Trabgeschwindigkeit nicht für nötig! Auf dem Spielplatz habe ich etwas Krafttraining gemacht. Da hat sich dann sogar eine Dame angeschlossen. Wir zeigten uns gegenseitig unsere Übungen. Dann hatten wir noch ein nettes Gespräch. Schnell waren wir uns darüber einig, daß es für Seele und Körper kein besseres Medikament als den Sport gibt. Bei meiner letzten kurzen Raserei überholte ich ein winziges Mädchen auf einem winzigen Kinderfahrrad. Als ich mich erholen musste, kam das Mädchen eifrig herangefahren und kaum war es vorbei, drehte es sich noch einmal herum, schaute mir fest in die Augen und streckte mir ihre kleine Zunge entgegen. Ich wäre vor Lachen beinahe zusammen gebrochen.

Heute, am Samstag (Tag 1557) blieb ich vorsichtig. Wieder lief ich kurz und schloss die Parkseerunde als Spaziergang an. Die Luft war warm. Es nieselte die ganze Zeit. So wurde der Körper gekühlt. Der Rasen im Park war in der feuchten Luft leuchtend grün. Die Luft wirkte frisch und sauber. So war die Runde belebend. Ob ich heute noch turnen werde, weiß ich noch nicht. Mal sehen!

Glück

Tag 1550. Kraft und Energie trugen mich durch diese Woche. Nur ein müder Tag schränkte mich ein. Ansonsten war ich guter Dinge und freute mich an der Welt da draußen. Täglich fühlte ich unbändiges Glück über meine wiedergewonnene Kraft und Ausdauer. Es gab heiße und kühle Tage. Beides gefiel mir. Ich hoffe der glückliche Zustand hält noch ein bisschen an.

Am letzten Sonntag (Tag 1544) turnte ich gleich am Morgen. Auf die Parkseerunde (7 km) begab ich mich erst am Abend. Die Sonne ging gerade hinter dem Horizont unter. Alles war in ein goldenes Licht getaucht. Unterwegs streikte die Atmung so sehr, daß ich mein Notfallmedikament nehmen musste. Als ich zu Hause war, war ich froh, daß ich die Runde durchgestanden hatte. Nervosität und Anspannung war von mir abgefallen. Die Atmung ging wieder normal. Unterwegs sind einige Karnickel und zwei Amseln über meinen Weg gehüpft. Danach habe ich geturnt.

Am Montag (Tag 1545) lief ich bei schönstem Wetter die Waldseerunde (15 km). Ich bin um den Bauernhof herum gelaufen. Das ist zwar etwas weiter und auch hügeliger. Die Aussicht über die Felder, die zum Bauernhof gehören, ist vom Hügel aus sehr schön. Die Sonne schien. Ein kühler Wind erfrischte. Majestätisch schwebten weiße Wolken über den Himmel. Es war ein Tag zum Jubilieren. Libellen jagten über den Waldwegen im Sonnenschein. Licht und Luft erfüllten die Welt. Es fühlte sich so an, als gebe es kein Übel.

Am Dienstag (Tag 1546) lief ich die Parkseerunde (7 km). Es war ein warmer Sommertag. Ein frischer Wind sorgte dafür, daß die Wärme angenehm war. Ich war wieder ungeduldig und rannte gegen die Atemnot an. Wenn es kalt wird, wird das sicher keinen Spaß mehr machen. Jetzt, in der Hitze, ist es aber sehr angenehm die Grenzen der eigenen Körperkräfte zu fühlen. Abends habe ich geturnt.

Am Mittwoch (Tag 1547) war ich auf der Waldseerunde mit Ausblick (15 km). Ich lief in schönstem Sonnenschein bei leichtem Wind. Der Himmel war blauer als blau. Schattiger Wald schützte mich davor, in der Hitze zu verglühen. Ich fühlte mich stark und glücklich. Yeah!

Am Donnerstag (Tag 1548) turnte ich am Morgen die gesamten Übungen durch. Abends lief ich kurz. Ich war müde wie selten.

Am Freitag (Tag 1549) lief ich die Parkseerunde (7 km). Es war meteorologischer Herbstanfang. Dementsprechend waren die Temperaturen um mehr als 10 °C kühler als am Vortag. Die Sonne hatte sich hinter einer grauen Wolkendecke verkrochen. Ein kalter Wind versuchte mich zu belästigen. Es gelang ihm aber nicht. Dank meiner neuen Muskeln wurde es mir schon auf dem ersten Kilometer richtig warm. Ich konnte in sommerlicher Bekleidung meine Runde absolvieren. Abends turnte ich.

Heute, am Samstag (Tag 1550) lief ich die Waldseerunde mit Ausblick (15 km). Es war ein kühler Tag. Beim Laufen wurde mir angenehm warm. Wieder reichte die sommerliche Bekleidung, während die Spaziergänger schon mit Jacken und langen Hosen unterwegs waren. Am See machte ich an der Hundebadestelle eine kleine Pause und schaute den Hunden zu. Sie gingen ohne weiteres zur Abkühlung in das Wasser. D.h., noch ist das Wasser nicht zu kalt. Ich war etwas neidisch, weil es dieses Jahr bei mir mit dem Schwimmen im See nicht so geklappt hat. Abends werde ich wohl wieder turnen. Die Statistik über August ist hier.