Wie Wasser

Tag 226. Ein kleiner Infekt hatte mich zur Mitte der Woche hin angegriffen. Im Kampf gegen den Infekt folgte ich der militärischen Taktik des Generals Sunzi aus uralten Zeiten. Laut General Sunzi müsse militärische Taktik dem Wasser ähnlich sein; denn das Wasser strömt in seinem natürlichen Lauf von hohen Orten herunter und eilt bergab. Es bahnt sich seinen Weg entsprechend der Natur des Bodens, auf dem es fließt. Sunzi sagt: „Wie das Wasser erkämpft sich der Soldat seinen Weg entsprechend der Natur des Feindes, dem er gegenübersteht.“ Ich verhielt mich wie Wasser, das keine Form kennt und den Hindernissen ausweicht. Ich mied das Krafttraining als wäre ich Wasser, das ein Hindernis umfließt. Wie das Wasser sich ein weiches Bett sucht, suchte ich die leichten Radel-Einheiten und gestaltete die Tage entspannt. Der Körper konnte so mit aller Kraft den Infekt bekämpfen. Durch die Ausweich-Taktik des Sunzi konnte ich schnell meinen Weg zur Stärke weiter gehen und die Strategie, die zum Gesamtsieg führt, weiter verfolgen.

Am letzten Sonntag (Tag 220) wärmte ich mich auf Stufe 4 mit dem Fahrrad 6 km auf. Danach war Beine und core dran. Auf die vergangene Woche schaute ich mit Wohlgefallen zurück. Ich hielt gut durch und meine Stimmung war gut.

Am Montag (Tag 221) wärmte ich mich mit dem Rad auf (5 km auf Stufe 4). Danach machte ich die Einheit Brust und Arme. Auf die Hantel schraubte ich ein halbes Kilo mehr als in den letzten sechs Wochen. Es ging erstaunlich gut. Meine Laune war bestens und ich freute mich an meiner Kraft und am Leben. Draußen regnete es leise und nieselig. Ein grauer Tag. Die Luft war frisch und kalt. Endlich! Nach dem abendlichen Radeln (5 km auf Stufe 4) dehnte ich mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 222) radelte ich beim Fernsehen 10 km am Stück auf Stufe 4. Das ging gut. Ich war glücklich.

Am Mittwoch (Tag 223), wir hatten endlich die Heizung angestellt, war die Nase verstopft und ich fühlte mich matt. Nach dem normalen Tagesgeschäft schonte ich mich und radelte 5 km auf Stufe 1. Danach ging ich mit „Die drei Sprünge des Wang-lun. Chinesischer Roman“ von Alfred Döblin ins Bett. Die Sprache ist knapp, rasant und bildhaft. Expressionistische Neuwortschöpfungen erfreuen den Leser. Zur Klarstellung sei noch gesagt, daß das Buch von Döblin gar nichts mit dem chinesischen General Sunzi zu tun hat.

Am Donnerstag (Tag 224) erwachte ich leicht verschnupft. Der Taktik des General Sunzi folgend schonte ich meinen Körper. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 1.

Am Freitag (Tag 225) fühlte ich mich wieder etwas besser. Ich radelte 5 km auf Stufe 4. Danach machte ich die Einheit Sixpack und core. Ich schwitzte mehr als sonst und ließ teilweise die letzten Wiederholungen aus – ganz ohne schlechtes Gewissen, denn ich befolgte nur die Wasser-Taktik des großen chinesischen General Sunzi aus uralten Zeiten. Später entdeckte ich ein Video auf YouTube mit dem professionellen französischen Radler Guillaume Bonnafond. Für das Video fuhr er einmal den Berg normal hoch. Danach radelte er mit einer Maske über Mund und Nase, die eine Copd mit einer Obstruktion von 50% simulierte. Auch mit der Maske schaffte er den Berg – aber wie! Torkelnd und stöhnend. Oben angekommen sank er total erschöpft in die Polster des Begleitfahrzeugs und erzählte, er sei beinahe in Ohnmacht gefallen. Ha! Das habe ich mir immer gewünscht, mal zu sehen, wie ein voll aus trainierter Profi mit so einer Obstruktion zurecht kommt. Jetzt hasse ich die Leute noch mehr, die behaupten, Laufen fange überhaupt erst bei 7 km/h (8 Min pro Kilometer) an. Die sollen sich das Video angucken und dann sollen sie mir noch einmal ins Gesicht sagen, langsames Laufen sei kein Laufen! Was maßen diese Leute sich an!

Heute, am Samstag (Tag 226) waren Beine und Rücken nach der üblichen Radel-Einheiten (5 km auf Stufe 4) dran. Es ging ganz gut und so kann ich nächste Woche wieder frohgemut und voller Energie ans Werk gehen.

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Kraft, Kraft – Löwenkraft!

Tag 219. Kraft, Kraft – Kraft, Kraft singt es in mir. Kraft, Kraft – Löwenkraft! Draußen herrscht weiter die staubige Dürre, auch wenn die Wetterprognostiker immer wieder Regen versprechen. Das Wetter hält sich einfach nicht daran! Da ist die Entdeckung des Split-Krafttrainings, das Dr. Daniel Gärtner dankenswerterweise über YouTube zur Verfügung stellt, für mich und meine Lunge geradezu die Rettung. Ohne diesen Kurs wäre ich glatt in Depressionen versunken oder ich hätte mir meine Lunge beim Joggen draußen vollends ruiniert. So überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Lauf mit Vergnügen. Ich stelle meinen Laptop in Augenhöhe und turne mit diesem grandiosen Sportler und seiner Gruppe. Das macht Spaß! Die Anleitung, damit man nichts falsch macht, könnte wohl bei einem Lehrer in Natur kaum besser sein. Also: Danke!

Am letzten Sonntag (Tag 213) wärmte ich mich 5 km auf Stufe 4 (von 8 Stufen) mit dem Zimmerfahrrad auf. Dabei legte ich keine Verschnaufpausen ein – auch keine Kurz-Spurts bis 30 km/h. Danach war Brust und Arme dran. Meine Hanteln belasse ich noch bei je 3,7 kg. Noch reicht mir die Belastung. Ich merke aber, daß es leichter wird. Die Liegestütze, bei denen die Füße auf dem Stuhl liegen, variierte ich. Meine Füße lagen diesmal auf einem Gymnastikball. Ich musste mehr schnaufen, weil die Koordination aller Muskeln und dazu zählen die Atemmuskeln eben auch, gar nicht so einfach ist.

Am Montag (Tag 214) wärmte ich mich mit dem Fahrradergometer 5 km auf Stufe 4 auf. Danach kam die Einheit Sixpack und core. Hier sind keine Hanteln vorgesehen. Ich hatte diese Übungen das letzte Mal an Tag 201 gemacht. Da waren sie mir eher leicht gefallen. Diesmal aber erschienen sie mir ziemlich anstrengend. Abends dehnte ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 215) holte ich neue Lungenfunktionswerte beim Arzt ab. Der FEV1 war zum dritten Mal bis auf die Nachkommastelle identisch mit der Messung zuvor. Wahrscheinlich hätte ich wie bei einer Schnapszahl einen ausgeben müssen. Der Atemwegswiderstand war erhöht. Das habe ich ja gemerkt, die Atmung ging nicht so gut. Na was soll‘s. Die Medikation wurde angepasst und so wird die Lungenfunktion weiterhin stabil bleiben – hoffentlich! Ja, ganz sicher, garantiert! Wieder zu Hause wärmte ich mich auf (5 km / Stufe 4) und widmete mich der Einheit Schultern und Brust. Abends dehnte ich mich nach nochmaligem Aufwärmen mit dem Fahrradergometer (5 km / Stufe 4) mit Stretch und Relax.

Am Mittwoch (Tag 216) ging es gleich am Morgen weiter mit Aufwärmen (5 km / Stufe 4) und der Einheit Beine und Rücken. Wie jede andere Einheit auch, wird diese mit einem kurzen Training für die Bauchmuskeln beendet. Dann kommt nur noch das Cool Down. Ich empfand die Bauchmuskelübung als extrem hart. Der Körper hält immer wieder eine Überraschung bereit. Dafür war das sonstige Training für mich anstrengend, aber durchaus machbar. Nach der Sommerpause bin ich jetzt in der neunten Woche, seitdem ich diese Trainingseinheiten ganz regelmäßig mache. Da hat sich schon etwas getan. Nicht nur optisch, sondern eben auch kraftmässig. Ich frage mich, wann ich das Gewicht erhöhe. Ein Teil von mir möchte das möglichst bald machen. Ein anderer Teil mahnt und warnt vor Übereilung. Welcher Teil wann gewinnt, wird sogar für mich selbst spannend sein. Abends widmete ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) dem Dehnen mit Stretch und Relax. Stufe 4 war mir zu anstrengend.

Am Donnerstag (Tag 217) wärmte ich mich wieder mit dem Radel auf (5 km / Stufe 4). Dann machte ich die Einheit Oberarme- und Unterarme. Der Trizeps am Arm fand die Turnerei extrem anstrengend. Die anderen Muskeln waren zufrieden. Abends widmete ich mich dann in aller Ruhe nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 4 ) Stretch und Relax.

Am Freitag (Tag 218) war mein fauler Tag. Ich fuhr abends gemütliche 5 km auf Stufe 1 mit dem Fahrrad. Ein Kurz-Spurt mit 40 km/h war trotzdem möglich! Das war‘s.

Heute, am Samstag (Tag 219) radelte ich wieder 5 km auf Stufe 1. Die lockende Stimme in meinem Inneren sang lauter als gestern Kraft, Kraft – Löwenkraft! Die Sportwissenschaft sagt aber: „Muskeln wachsen in der Pause!“. Deshalb geht es erst morgen wieder ans Werk! Und dann singt der ganze Körper wieder: „Kraft, Kraft – Löwenkraft, !“

Stufe 4

Tag 212. Es ist schon seltsam, daß der Körper gestärkt wird, wenn er belastet wird -außer den Ohren, denn die leiden ja unter Belastung. Manchmal muss ich mich zum Turnen aufraffen. Es lohnt sich aber sehr! Die körperliche Geschicklichkeit, die Gewandtheit und die Leichtigkeit verbessern sich spürbar. Die neugewonnene Kraft macht Spaß. Solange mir die Atmung nicht ganz so leicht fällt, ist das Krafttraining ein guter Ersatz für das Laufen. Was allerdings fehlt, ist die Freiheit, die das Laufen vermittelt.

Am letzten Sonntag (Tag 206) beschränkte ich mich auf 5 km mit dem Zimmerfahrrad. Ich stellte es auf Stufe 1. Der Besuch war weg und nun wirkte die Anstrengung der Woche nach. Ich gönnte mir diesen „Ruhe“-Tag.

Am Montag (Tag 207) kämpfte ich noch mit einer leichten Müdigkeit. Zog aber nach dem Aufwärmen mit dem Rad (5 km / Stufe 3) die Einheit Beine und core durch. Ich nahm sogar zu den „reverse Squat“, bei denen man mit einem Bein auf den Stuhl steigt und wieder runter, meine schweren Hanteln (3,7 kg). Das war schwer und ich musste nach 5 dieser Rückwärtskniebeugen eine Atempause einlegen. Die vorgesehenen 25, 20 und 15 pro Bein haben dadurch länger gedauert. Geschafft habe ich es aber trotzdem! Zum Stretchen konnte ich mich abends aber nicht mehr aufraffen. Der Core-Bereich des Körpers hatte durch die schweren Hanteln einen starken Reiz erhalten. Da wollte ich nicht noch das Dehnen drauf setzen. Einen heftigen Muskelkater kann ich nicht gebrauchen.

Am Dienstag (Tag 208) war ich immer noch müde und lustlos. Ich fuhr auf dem Fahrradergometer 5 km auf Stufe 1.

Am Mittwoch (Tag 209) machte ich die Einheit für Schultern und Arme. Vorher wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad auf. Diesmal wählte ich für die 5 km Stufe 4 von acht Stufen. Bis jetzt bin ich nur einmal im April auf Stufe vier gefahren. Damals erschien mir das unendlich schwer. Diesmal war es schwer, aber mit Pausen könnte ich mir vorstellen, es wieder zu tun. Abends machte ich nach erneutem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax.

Am Donnerstag (Tag 210) fuhr ich auf dem Zimmerfahrrad 5 km auf Stufe 1.

Am Freitag (Tag 211) wärmte ich mich wieder 5 km auf Stufe 4 mit dem Zimmerfahrrad auf. Danach war die Einheit Beine und Rücken dran.

Heute, am Samstag (Tag 212) hatten wir ein sättigendes Mittagessen. Da kam ich dann erst gegen Abend zum Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 1) und dabei beließ ich es. Die beiden Radtouren auf Stufe 4 in dieser Woche sorgten für einen fauchenden Muskelkater. Danach war Stufe 1 schon anstrengend.

Ausgebremst

Tag 205. In der Woche zuvor hatte mich ein Infekt etwas ausgebremst. Nach einem Tag fühlte ich mich besser. Aber ich wollte geduldig sein und mich schonen. So verfiel ich auf eine gute Idee. Ich fing nicht zu früh mit dem Krafttraining an, sondern entstaubte unsere Wohnung. Jetzt, da der Winter kommt und die Fenster wieder geschlossen werden, lauerte überall der Staub, den der Sommer durch die offenen Fenster hereingetragen hatte. Beim Entfernen des Staubes konnte ich die neugewonnenen Kräfte sinnvoll einsetzen. Das hat Spaß gemacht. Zusätzlich waren die drei Treppen zum Mülleimer mit schweren Zeitungsstapeln ein erstklassiges Training. Die Heizperiode kann beginnen. Kein Staubkörnchen wird mehr aufgewirbelt werden.

Am letzten Sonntag (Tag 199) fuhr ich einmal 5 km auf Stufe 1.

Am Montag (Tag 200) hatte ich den leichten Infekt besänftigt. Ich lief die Ententeichrunde (4 km). Erst war ich froh und es lief gut. Dann kam der Wind und die Atmung wurde schlechter. Der verdammte Staub knirschte zwischen den Zähnen.

Am Dienstag (Tag 201) wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad 5 km lang auf Stufe 3 auf. Danach machte ich Einheit Sixpack und core. Da ich gut erholt war, fiel mir diese Einheit leicht. Die Übungen werden mit dem eigenen Körpergewicht durchgeführt. Ich konnte recht gut mithalten. Da wir diese Woche Besuch haben, habe ich abends nicht den Nerv zum Stretchen. Das muss ein paar Tage ausfallen.

Am Mittwoch (Tag 202) erfreute ich mich nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) an den Übungen für Schultern und Brust. Teilweise werden die Übungen mit Hanteln aufgeführt. Sie fielen mir nicht so schwer. Ich kann wohl bald ein weiteres halbes Kilo auf die Hanteln schrauben. Aber lieber warte ich noch ein bisschen. Denn die Gelenke und die Sehnen brauchen mehr Zeit als die Muskeln. Auch hier heißt das Zauberwort Geduld. Nachmittags gab es dann für den Besuch meinen legendären frischgebackenen Apfelkuchen.

Am Donnerstag (Tag 203) habe ich nach den 5 km auf Stufe 3 mit dem Zimmerfahrrad etwas für Beine und Rücken getan. Ganz leise keimte manchmal der Verdacht auf, daß die Atemnot zu einem Teil auch vom kraftlosen Körper kommt. Sicher kann ich das noch nicht behaupten. Ich bin gespannt, wie sich das nach längerer Zeit mit intensiverem Krafttraining entwickelt. Wobei ich glaube, daß ich keine Angst vor zu vielen Muskeln haben muss.

Am Freitag (Tag 204) ging ich spazieren (4 km). Es war ein Tag, an dem meine Atmung überhaupt nicht so wollte wie ich.

Heute, am Samstag (Tag 205) war nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) Brust und Arme dran. Die Atmung ging wieder etwas besser. Beinahe hätte ich nach dem schlechten Tag gestern, nicht geturnt. Aber ich dachte, versuch es wenigstens. Das war gut so. Denn ich kam gut zurecht und nach dem Turnen fühle ich mich immer sehr gut. Ab morgen wird dann auch wieder gedehnt.

Das Exoskelett

Tag 198. Diese Woche hatte ich beim Treppensteigen plötzlich das Gefühl, jemand hätte mir über Nacht ein Exoskelett geschenkt. Es war, als ob zusätzliche Federn den Körper nach oben schnellen lassen würden. Die schleichenden, wöchentlichen Miniverbesserungen, die sich allmählich summiert haben, waren plötzlich sehr beeindruckend wahrnehmbar. Als wäre eine Verbesserung der Kraft über Nacht eingetreten. Ein neues Level war erreicht. Das Level gilt es nun zu festigen. Das Laufen und Wandern muss noch etwas zurückstehen. Meine Angst dabei ist, daß meine Atmung unterdessen vielleicht schlechter wird und ich den Rückweg zum Laufen nicht schaffe. Aber die Angst ist irrational. Ich hatte ja schon bei meiner ersten Krafttrainingsphase Anfang 2017 erlebt, daß das Laufen nach einer Krafttrainingsphase besser geht. Der Rückweg war gar nicht so schwer. Ich lass mir Zeit, habe Geduld und dann werde ich die Vorteile aus dem Krafttraining beim Laufen nutzen können. Geduld ist alles!

Am letzten Sonntag (Tag 192) blickte ich glücklich auf den Samstag zurück. Denn am Samstag war ich am späten Nachmittag 8 km gewandert. Und es war schön! Sehr anstrengend zwar und die Atmung war sehr behäbig, aber die Seele war wie befreit. Es war 18 °C kühl, ein leichter Wind ging. Der ganze Körper wurde vom Laufen ganz anders ergriffen als beim Hanteln Stemmen oder beim Radeln auf dem Zimmerfahrrad. Allerdings knirschte der Staub zwischen den Zähnen, weil der Wind den trockenen Boden mit sich trug. Als Krafttraining machte ich am letzten Sonntag nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) Sixpack und core. Abends war nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax dran .

Am Montag (Tag 193) fühlte ich mich wie gerädert. Ein Temperatursturz über Nacht auf 8 °C und Sturm begrüßten mich am Morgen. Ich war eine halbe Stunde draußen unterwegs, um einiges zu erledigen. Kalter Wind riss mich fast um. Das ging mir auf die Atmung und auf die Stimmung. Am Nachmittag setzte ich mich versuchsweise auf das Zimmerfahrrad. Das Aufwärmen (5 km / Stufe 3) hat dann trotz Atemnot sogar Spaß gemacht. Danach war Schultern und Arme dran. Das ist teil des Trainings-Programms, das ich mir bei YouTube heruntergeladen habe. Es ist für junge, gesunde Menschen entworfen. Alle Übungen sind so konzipiert, daß sportliche und unsportliche Leute voll auf ihre Kosten kommen können. Im Video sind die schwachen und die starken Turner zu sehen. Ich kann da prima mithalten. Allerdings muss ich wegen Atemnot mehr und längere Pausen einlegen. Da halte ich dann das Video an, schnaufe ein paar mal und dann geht es weiter. Das Hantelgewicht konnte ich vor zwei Wochen bei den meisten Übungen sogar pro Hantel von 3,2 kg auf 3,7 kg erhöhen. Wobei man für die Übungen keine Hanteln braucht. Man kann sie auch mit einem Theraband ausführen. Auch das ist im Video zu sehen. Um die Veränderungen genauer festzustellen, habe ich mir nun eine Liste mit den einzelnen Übungen angelegt. Da trage ich ein, wie oft, mit welchem Gewicht und vor allen Dingen, mit welchen Pausen ich die Übungen schaffte. So musste ich zum Beispiel bei einem Satz mit 30 Wiederholungen nach zehn mal eine Verschnaufpause machen, um doch noch auf die 30 zu kommen. Aber das stört mich nicht. Das Video kann ich ja – wie gesagt – jeder Zeit anhalten. Das ist der große Vorteil gegenüber dem Turnen in einer Gruppe. Da müsste ich die mittleren 10 Wiederholungen auslassen, um dann die letzten 10 wieder zu schaffen. Übrigens habe ich keine Angst vor Muskelbergen. Als Frau bekommt man so etwas nicht. Alles wird nur ein bisschen straffer und im Alltag wird manches leichter.

Am Dienstag (Tag 194) hatte ich viele Termine. Ich wanderte 4 km an diesem Tag.

Am Mittwoch (Tag 195) ging es nach Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) mit Beine und core weiter. Bei dieser Einheit habe ich immer auf die schreckliche Übung gewartet, die ich kaum bewältigen konnte. Sie kam nicht! Juhu – ein Fortschritt! Abends war nach Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax dran. Auch hier zeigt sich allmählich eine Wirkung, wenn auch nur millimeterweise.

Am Donnerstag (Tag 196) habe ich mich nach dem Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) Brust und Rücken gewidmet. Es ging gut. Abends hatte ich keine Lust zum Dehnen.

Am Freitag (Tag 197) erwachte ich mit einem kleinen Infekt. Die Nase war zu und die Brust etwas enger als sonst. Mist! Jetzt ist ein paar Tage Geduld gefragt. Ich werde etwas Ruhe halten, heißes Wasser trinken und nicht weitermachen wie immer. Ja komisch, seit einem Jahr trinke ich heißes Wasser und sonst nichts. Das schmeckt mir. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 1.

Heute, am Samstag (Tag 198) geht es mir schon wieder gut. Ich werde trotzdem nur 5 km auf Stufe 1 radeln. Montag geht es dann wieder richtig weiter.

Ein Apfelkuchen stand im Weg

Tag 191. Diese Woche hatte ich ein paar ruhige Tage. Mein Elan hatte selbsttätig auf Sparflamme geschaltet. Ich pustete zwar immer mal und versuchte, das Feuer zu entfachen. Aber da war nichts zu machen. Nun gut, ich hatte fünf Wochen hintereinander alles gegeben. Da war es sogar vernünftig in der sechsten Woche Zurückhaltung zu üben. Nächste Woche soll es endlich kühler werden. Ich freue mich drauf. Der Regen lässt jedoch weiter auf sich warten. Ein bis zwei Millimeter getröpfelt reicht nicht.

Am letzten Sonntag (Tag 185) hatte ich einen faulen Tag. Erst abends radelte ich 5 km und das sogar nur auf Stufe 2. Den Tag habe ich mehr oder weniger vergammelt und das tat gut. Unsere Balkonkrähen waren übrigens Sieger beim Revierkampf.

Am Montag (Tag 186) ging ich dann mit neuem Elan ans Aufwärmen (5 km / Stufe 3). Beine und core war anstrengend, aber es fühlte sich gut an. Nach wie vor muss ich das Video für Atempausen anhalten. Und trotzdem! Es macht mich glücklich. Wenn die Muskeln warm werden und die Konzentration auf die Übung den Alltag verdrängt, dann fühlt sich das gut an. Am Abend machte ich wieder nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 187) wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad auf (5 km / Stufe 3). Danach ging es an Schultern und Brust. In der Frühe war es noch angenehm kühl. Später wurden es unangenehme 30 °C. Es regnete seit April nur ein paar Tropfen! Hier fand ich ein Video, das die staubige Trockenheit illustriert. Bei uns in der Stadt ist es nicht ganz so schlimm, denn ständig sind Kehrmaschinen unterwegs. Ich glaube fest daran, daß der Regen irgendwann den Staub verbannen wird. Derweil bejuble ich den ungeahnten Kraftzuwachs. Heute haben sich vor meinem Fenster im Kastanienbaum, dessen Blätter alle vertrocknet zu zu Boden gefallen sind, zwei Buntspechte ein Stelldichein gegeben. Die Natur lebt weiter! Abends entspannte ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) bei Stretch und Relax.

Am Mittwoch (Tag 188) war ich abends am Ententeich (4 km). Es war 28 °C und schwül. Die Gartenlokale auf dem Weg zum Park waren gut besetzt. Man hörte raunen und lachen. Im Park saßen auf dem Rasen verteilt kleine Menschengrüppchen zum späten Schwatz. Da beinahe Vollmond war, war es sehr romantisch.

Am Donnerstag (Tag 189) hatte ich einen riesigen Hunger. So backte ich einen herrlichen Apfelkuchen. Den aßen wir. Der Apfelkuchen stand im wahrsten Sinne des Wortes im Wege. Die Lunge konnte sich nicht recht entfalten, weil der Magen damit gefüllt war. Und das wohlige, satte Gefühl nach köstlicher Speise verbat jede ehrgeizige Störung. Ich ergab mich. Ich machte nur eine kurze Mobility-Einheit.

Am Freitag (Tag 190) hatte der Apfelkuchen seine Aufgabe erfüllt. Der Elan war zurück. Nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) ging es an Beine und Rücken. Ich war gut erholt und so waren die Übungen nicht schwer. Abends widmete ich mich nach dem neuerlichen Aufwärmen Stretch und Relax. Das ist eine sehr wohl tuende Einheit. Mit der Atmung habe ich das fast überhaupt keine Probleme. Das gezielte Dehnen eines Muskels gelingt mir auch immer besser.

Heute, am Samstag (Tag 191) war nach dem üblichen Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Brust und Arme dran. Diesmal erschien es mir extrem anstrengend. Ich vermute daß Apfelkuchen und Kürbissüppchen nicht genug Brennstoff geliefert haben. Heute gab es ein dickes Lachsfilet mit gebackenen Kartoffelspalten und Tomaten. Vielleicht hilft das. Abends werde ich nichts mehr machen. Letzten Samstag hatte ich Stretch und Relax angekündigt, aber das fiel dann doch aus. Samstagabend ist halt Samstagabend.

Revierkampf

Tag 184. Weiter ging es diese Woche mit dem Krafttraining. Diese Woche habe ich die 5 km zum Aufwärmen auf dem Fahrradergometer immer auf Stufe 3 durchgeführt. Das ist sehr anstrengend. Aber nur so kann ich die Herzfrequenz auf 130 treiben. Die Atmung kommt bei dieser Belastung an ihre Grenze. Draußen hat es bis jetzt immer noch nicht geregnet. Am Donnerstag tröpfelte es eine Stunde lang. Aber das änderte nichts an der staubigen Trockenheit. Mich bestärkt das darin, froh und glücklich mit dem Krafttraining zu sein.

Den letzten Sonntag (Tag 178) verbrachte ich damit, Glennkill von der deutschen Autorin Leonie Swann fertig zu lesen und in Garou einzusteigen. In beiden Geschichten sind die Helden Schafe. Alles was passiert wird aus der Sicht der Schafe erzählt. Man blickt mit den wolligen Augen der Schafe auf die Welt. Das ist manchmal komisch bis schräg, oft aber erstaunlich bis beglückend. Die Autorin schafft wunderbare Sprachbilder. Nicht nur für Schafliebhaber sehr empfehlenswert! Bei Einbruch der Dunkelheit spazierte ich zum Ententeich (4 km). Der stank zum Himmel. Die Folgen der anhaltenden Hitze und Dürre machen mir überhaupt keinen Spaß.

Am Montag (Tag 179) hatte ich eigentlich eine Core-Einheit geplant. Aber meine Core-Muskeln brauchten etwas Ruhe. So war die Übungseinheit für die Oberarme- und Unterarme die beste Alternative. Abends widmete ich mich nach dem Aufwärmen mit dem Rad (5 km auf Stufe 3) Stretch und Relax. Vor dem Dehnen las ich noch irgendwo im Internet, wie langweilig es sei, jeden Tag zu laufen. Auch wenn zur Zeit die Kraft mein Thema ist, dann finde ich das tägliche Laufen nach wie vor spannend und ich lese gerne davon. Und wenn hier die Hitze und die Dürre zu Ende ist, werde ich auch wieder raus in die Natur gehen.

Am Dienstag (Tag 180) wärmte ich mich mit mit dem Fahrradergometer (5 km auf Stufe 3) auf. Danach war die Einheit Sixpack und core dran. Weil das besonders anstrengend war, habe ich geschaut, wann ich das das letzte mal gemacht habe. Und ja, zwei wochenlang habe ich es nicht gemacht. Es gibt ja eigentlich nur sieben 50-Minuten-Einheiten. Also müsste ich jede Woche diese Übung einmal machen. Aber noch schaffe ich nicht täglich eine von den 50-Minuten-Einheiten. Aber ich bleibe dran! Irgendwann turne ich alle sieben Übungen binnen einer Woche durch.

Am Mittwoch (Tag 181) machte ich nach dem Aufwärmen (5 km auf Stufe 3) Schultern und Brust. Abends wärmte ich mich nochmal auf mit 5 km Radeln auf Stufe 3. Danach widmete ich mich dem Stretch und Relax.

Am Donnerstag (Tag 182) wärmte ich mich mit dem Standfahrrad auf (5 km auf Stufe 3). Danach war Beine und Rücken dran. Diese Übungseinheit war leichter als erwartet.

Am Freitag (Tag 183) war nach dem Aufwärmen mit dem Fahrradergometer (5 km/Stufe 3) Brust und Arme dran.

Heute, am Samstag (Tag 184) wärmte ich mich mit dem Fahrradergometer (5km/Stufe3) am Morgen auf. Danach war Stretch und Relax dran. Nach dem Frühstück fand ein Revierkampf zwischen unseren Balkonkrähen und fremden Eindringlingen statt. Unser Krähen verteidigen ihren Balkon laut krähend und mit Flügen gegen die Fremden. Ob unsere Krähen gewinnen werden?