Das keifende Blesshühnchen

Tag 72. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Ein leichter Wind strich durch die Blätter. Die Pflanzen grünten saftig. Hier und da entfalteten sich Blütendüfte. Brennnesseln säumten kniehoch die Wegesränder. Die Wiesen waren reif zum Mähen. Glückliche Tage, die aber an der Kraft zehrten. Deshalb blieb ich der prallen Frühlingswelt in der zweiten Wochenhälfte fern. Ich lauschte dem vorbei rauschenden Zeitenstrom, ließ mich aber nicht mitreißen. Ich sammelte Kräfte.

Am letzten Sonntag (Tag 66) ersetzte ich das sonntägliche Dehnen durch etwas, das „Mobility“ heißt. Das war leichter. Das Knie war dankbar und ist nun schon fast wieder gut.

Am Pfingstmontag (Tag 67) lief ich zum Badesee (19 km). Die Lufttemperatur betrug 17 °C, die Wassertemperatur 18 °C. Ich schwamm wie immer in eine Richtung. Dabei beobachtete ich, wie ein Graureiher das Schilf anflog. Ich dachte, der wird dort wohl landen. Aber soweit kam er nicht. Ein kleines Blesshühnchen kam mit weit aufgerissenem Schnabel keifend und flügelschlagend aus dem Schilf. Der Graureiher machte, daß er weg kam und setzte sich weit entfernt neben den Kormoran auf einen Baumstamm. Der Kormoran ließ sich durch diesen Besucher nicht beim Trocknen seines Gefieders stören. Nach einer viertel Stunde wurde es mir kalt und ich drehte um. Nun blies heftiger Wind Wellen auf mich zu. Plötzlich bekam ich Atemnot und schwamm ziemlich gequält an das gerade noch erreichbare Ufer. Von da musste ich mich auf einem kleinen, geschützten Entenpfad über umgefallene Bäume und durch Gesträuch zu meinen Klamotten zurück retten. Aus irgendeinem Grund hatte ich richtig Probleme mit der Atmung. Zu meiner Beruhigung kann ich aber sagen, daß mir in jedem Moment klar war, daß ich es zurück zum Ufer schaffen würde.

Am Dienstag (Tag 68) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Diesmal erschienen sie mir gar nicht so schwer. Abends machte ich noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 69) war ich wieder am See (19 km). Es war ein herrlicher Sonnentag. Die Luft war warm (22 °C) und das Wasser kalt (18 °C). Damit ich nicht wieder in Seenot geriet, verließ ich schon nach zehn Minuten das Wasser. Die kurze Abkühlung im Wasser war ein Genuss.

Am Donnerstag (Tag 70) beschränkte ich mich auf die Mehrung der Kraft im Rumpf, am Freitag (Tag 71) in den Armen.

Heute am Samstag (Tag 72) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Am frühen Nachmittag widmete ich mich der Kraft im Bauch.

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Frühlingsglück

Tag 65. Herrliches Sonnenwetter half mir beim Laufen, Schwimmen und Krafttraining. Der Badesee gehörte mir allein. Der Wind türmte das doch noch sehr kalte, glasklare Wasser zu Wellen auf. So wurde ich im See wie in einer Wiege auf und ab getragen. Die Bäume um den See herum schaukelten hellgrün und fröhlich im Wind. Eingemummelte Wanderer staunten über meinen Wagemut, so früh im Jahr im See zu schwimmen. Der Kuckuck rief durch den Wald. Die Frösche erhoben ihre Stimmen zum alljährliche Quak-Konzert. Freundliche Sonnenstrahlen beleuchteten das Grün im Wald. Blütendüfte rundeten das Frühlingsglück ab. Die ersten Schwalben kündigten den Sommer an.

Am letzten Sonntag (Tag 59) dehnte ich vorsichtig, denn mein Knie schmerzte. Ich vermute, daß ich irgendwann in den letzten Tagen zu beherzt gedehnt hatte. Das rächt sich schnell. Zum Dehnen muss man wirklich Ruhe haben und besonnen vorgehen.

Am Montag (Tag 60) machte ich abends die Übungen, die ich jetzt schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig mache. Von den einbeinigen Kniebeugen schaffe ich elf am Stück. Dann muss ich derart schnaufen, daß ich eine Pause machen muss. Eigentlich sollte man fünfzehn pro Satz schaffen. Warum ich da so schwer atmen muss, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Eigentlich hätte ich mich doch schon längst daran gewöhnen müssen?

Am Dienstag (Tag 61) lief ich zum See (19 km). Es zogen gerade Wolken auf und ein heftiger Wind blies. Die Bäume wurden mächtig durchgeschüttelt. Der See war etwas aufgewühlt. Bei 18 °C Wassertemperatur schwamm ich etwa zwanzig Minuten. Mein Körper wurde erfrischend kalt. Am Seeufer saßen zwei Kormorane und trockneten sich ihr Gefieder. Als ich wieder aus dem Wasser kam, föhnte der Wind mich im Nu trocken. Nach dem Schwimmen im kalten Wasser ging die Atmung besser als vorher.

Am Mittwoch (Tag 62) turnte ich abends Rumpfstabilitäts-Übungen, die ich auch schon seit mehr als einem Jahr turne. An diese Übungen habe ich mich gut gewöhnt und sie fallen mir nicht sehr schwer.

Am Donnerstag (Tag 63) erfreute ich mich am Lauf zum See (19 km). Es war etwas kühler und ein Wind säuselte in den Bäumen. Gelegentlich rauschte er sogar etwas heftiger. In der Nacht hatte er einen Baum umgeworfen, der nun quer auf dem Weg lag, so daß ich darüber klettern musste. Am Ufer schwamm ein Schwarm kleiner Fische, die mich sehr interessant fanden. Während ich in das Wasser ging fühlte und sah ich, wie sie gegen meine Beine stießen. Ich schwamm etwa zwanzig Minuten im 18 °C kalten Wasser. Der See gehörte nur mir und einem Haubentaucher. Die Wellen wurden vom Wind aufgepeitscht. Einmal türmten sich sogar kurzfristig Wolken am Himmel auf, so daß ich schon Blitze fürchtete und doch lieber zurück schwamm. Mein gekühlter Körper wurde auf dem Heimweg langsam wieder warm.

Am Freitag (Tag 64) widmete ich mich der Kraft in den Armen und im Bauch. Am Morgen waren die Arme dran und am Abend der Bauch.

Heute, am Samstag (Tag 65) fing der Tag recht kühl an. Wolken bedeckten den Himmel. Auf dem Weg zum See (19 km) wurde es heller und freundlicher. Bei 18 °C Lufttemperatur und 17 °C Wassertemperatur badete ich ein knappe halbe Stunde im See. Der Kuckuck begleitete mich beim Schwimmen mit seinem Ruf. Nach dem Schwimmen klapperten mir erst mal die Zähne und ich kam ein bisschen ins Zittern. Auf dem Heimweg wärmte mich die Sonne und am Ende wurde es mir sogar richtig warm. Die erste Maihälfte war traumhaft schön. Da richte ich mal ein dickes Dankeschön an den Wettergott.

Schwimmen im kalten See

Tag 58. Diese Woche schwamm ich im See! Kalt und erfrischend trugen mich die grünen, glasigen Wogen, die der Wind herbei trieb. Letztes Jahr bin ich erst drei Wochen später das erste mal geschwommen. Die Atmung wollte erst nicht so recht, aber dann hat sie sich doch noch eingerenkt. Seit dem Infekt war das die beste Woche. Das Glück bleibt mir hold!

Am letzten Sonntag (Tag 52) habe ich mich dem Dehnen gewidmet.

Am Montag (Tag 53) lief ich an den Badesee (18 km). Es war wunderbarer Sonnenschein. Die Sicht war klar, so daß weit entfernte Bäume auf der Netzhaut so scharf abgebildet wurden, als ständen sie direkt vor mir. Dabei war der Himmel blau. Die Blätter waren immer noch zartgrün. Nur der Löwenzahn leuchtete nicht mehr knallgelb. Er hatte sich in Pusteblumen verwandelt. Die Atmung ging besser als in der Woche zuvor. Leise schwappte die eine oder andere Glückswelle durch meinen Körper.

Am Dienstag (Tag 54) kümmerte ich mich um Rumpfstabilität. Die Übungen mache ich schon seit mehr als einem Jahr. Immerhin quält mich danach kein Muskelkater mehr. Auch konnte ich die Pausen zwischen den Wiederholungen reduzieren. Schwer sind diese Übungen aber trotzdem. Irgendwie saugen sie die Kraft aus den Muskeln.

Am Mittwoch (Tag 55) lief ich bei strahlendem Sonnenschein zum Badesee (18 km). Diesmal schwamm ich etwa zwanzig Minuten im See! Herrlich kalt und erfrischend. Der Bann ist gebrochen – endlich. Auf dem Rückweg nach Hause hörte ich einen Kuckuck. Ein leichter Wind hielt die angenehme Kühle des Sees in meinem Körper fest. So taten die angekündigten 28 °C gut, zumal leichte Wolken aufzogen und die Sonne nicht gar so prall nach der Läuferin griff.

Am Donnerstag (Tag 56) war der Körper müde vom ungewohnten Schwimmen am Vortag. Also eröffnete ich den Tag mit der Fortsetzung der Lektüre von „Ein Bär im Gebetsstuhl“ des finnischen Autors Arto Paasilinna. Mit einer anarchischen inneren Freiheit meistern die Figuren ihr Leben. Selbstmitleid ist unbekannt. Im Buch „Der heulende Müller“ desselben Autors wird in wenigen Zeilen das Drama eines Menschen mit Lungenerweiterung (=Lungenemphysem) abgehandelt. Die Klagen über die unwirksame Medikation und den schlechten Arzt werden beendet mit dem Satz: „Die verrotzte Lunge des Küsters interessiert niemanden.“ Den Satz merke ich mir zur Beendigung meiner gelegentlichen inneren Jammermonologe. Abends widmete ich mich den Rumpf-Stabi-Übungen.

Am Freitag (Tag 57) machte ich am Morgen die Einheit für die Arme.

Heute, am Samstag (Tag 58) lief ich, beschwingt von der Lektüre der Vortage, zum Badesee (19 km). Gelegentlich musste ich laut Lachen, denn diese oder jene komische Erinnerung aus der Lektüre tauchte in meinem Bewusstsein auf. Ich schwamm wieder im Badesee (18 °C). Der Kormoran war da und hat sich seine Federn getrocknet. Und natürlich tauchte der Haubentaucher nicht weit von mir entfernt. In meiner Einstiegsstelle schwammen kleine Fischlein. Die Atmung ging gut. Ein schöner Abschluss für die Woche.

Enten auf Bäumen

Tag 51. Kühle Luft, heiße Haut, grüner Wald, singende Vögel fanden sich zu einer fantastischen Komposition zusammen. Die Lunge und die Ausdauer stöhnten dazu im Chor. Die Muskeln schnurrten im Takt. Mein neues Spiel „Täglich eine Sporteinheit“ ist ein Experiment. Bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden.

Die Statistik für April befindet sich hier. Die Statistik setzte ich monatlich fort. Die tägliche Verteilung kann man dem Lauftagebuch entnehmen.

Am letzten Sonntag (Tag 45) dehnte ich mich ausführlich. Das klingt wenig ambitioniert. Aber es nimmt die Muskeln doch mehr in Anspruch als man meinen möchte. Ansonsten genoss ich die sonntägliche Ruhe.

Am Montag (Tag 46) war ich am Badesee (19 km). Die Sonne schien. Ein heftiger Wind sorgte für Unruhe im Blätterwald. Ein Raubvogel überquerte meinen Weg und ließ sich auf einem Ast nieder, so daß ich ihn genau betrachten konnte. Der See hatte eine Temperatur von 16 °C. Ein Graureiher flog über den See. An meiner Badestelle sprangen drei etwa Achtjährige vom Baum in das Wasser und krähten vergnügt. Mir war es zu kalt. Auf dem Wasser war nur ein Haubentaucher zu sehen. Gerade als ich mich fragte, wo die Enten eigentlich sind, da flog eine vom Baum am Ufer herab. Ich schaute zum Baum hinauf und sah dort noch weitere Enten sitzen. Das wusste ich nicht. Enten sitzen auf Bäumen? Na, jetzt weiß ich wenigstens, wie die den Fuchs, der in einer Höhle unter einem der Bäume am Ufer wohnt, überleben.

Am Dienstag (Tag 47) machte ich am Vormittag Rumpf-Stabilisierungs-Übungen. Und weil ja der 1. Mai war, der Tag der Arbeit, machte ich abends auch noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 48) lief ich zum Badesee (18 km). Der Himmel war bedeckt. Die Luft war kühl. Die Atmung muckte auf dem Hinweg. Auf dem Rückweg nahm ich einen Hub Salbutamol und dann ging es wieder einigermaßen. Glücklich wurde ich aber nicht. Ein Bussard flog auf Augenhöhe vor mir den Weg entlang. Er setzte sich immer wieder auf einen Baum und kaum war ich herbeigelaufen, da flog er wieder etwas weiter und wartete. Beim dritten Mal kam eine Krähe keifend angeschossen und vertrieb den großen Raubvogel.

Am Donnerstag (Tag 49) machte ich am Morgen Rumpf-Stabi-Übungen. Am Abend war das Krafttraining für die Arme dran. Ich werde durch die Übungen tatsächlich stärker. Ich lege mir zur Vorbeugung einen kleinen Vorrat an Muskeln zu, damit ich nach dem nächsten Infekt nicht gar so schwach werde. Ich haben nämlich festgestellt, daß Infekte üble Muskelräuber sind.

Am Freitag (Tag 50) lief ich zum Badesee (19 km). Die Wassertemperatur war auf knapp 15 °C gesunken. Eine Schwimmerin durchpflügte dennoch tapfer das Wasser. Das zarte Grün der Bäume, die Blüten, die Düfte waren ein Feuerwerk für die Sinne. Die Sonne und die kühle Luft auf der vom Laufen heißen Haut machte das Leben lebenswert. Tap, tap, tap jubilierten die Schritte auf dem weichen Waldboden. Das Atmen war beschwerlich.

Heute, am Samstag (Tag 51) war wieder Kraft-Tag. Morgens begann ich mit den Rumpf-Stabi-Übungen. Am Nachmittag war die kurze Baucheinheit dran.

Anstrengungen

Tag 44. Wieder ist eine Woche des neuen Spiels „Täglich eine Sporteinheit“ vergangen. Die Krafttrainingseinheiten sind nicht ganz ohne. Mir erscheinen sie anstrengender als das Laufen. Alles in allem ist die Belastung für den Körper aber ausgewogener. Mal sehen, wie sich das ganze entwickelt.

Am letzten Sonntag (Tag 38) dehnte ich am Morgen ausführlich. Abends radelte ich zur Regeneration 30 km auf Stufe 1. Dabei schaute ich Fernsehen. Immerhin schaffe ich das inzwischen fast ohne Pause. Das Radeln ist schweißtreibend.

Am Montag (Tag 39) beschränkte ich mich auf Krafttraining für die Arme.

Am Dienstag (Tag 40) lief ich zum Badesee (19 km). Die Wassertemperatur war 16 °C. Der Himmel war bewölkt. Ein kühler Wind säuselte durch die frischen Blätter der Bäume. Das zarte Grün und der kühle Wind strömten durch mich hindurch. Einige Regentropfen benetzten meine vom Laufen heiße Haut. Der Waldboden war an der Oberfläche schon trocken. Etwas Regen war willkommen. Der Fischreiher musste allerdings seine Jagd abbrechen, denn er muss sein Gefieder an der Luft trocknen und das geht im Regen nicht.

Am Mittwoch (Tag 41) machte ich die Stabi-Übungen vom Arzt.

Am Donnerstag (Tag 42) widmete ich mich vor dem Abendessen den Bauchmuskeln. Zu mehr konnte ich mich nicht aufraffen.

Am Freitag (Tag 43) besuchte ich zu Fuß den Badesee (19 km). Die Wassertemperatur, die ich mit einem Thermometer für die Kinderbadewanne messe, war 14 °C. Ein nackter Mann schwamm im kühlen See eine kurze Strecke. Hu!, mir ist das zu kalt. Die Luft draußen war kühl und frisch. Die Sonne lachte vom Himmel. Der zartgrüne Wald bot Schatten und Schutz vor dem Wind. Zum Laufen perfekte Bedingungen. Die Atmung war nicht schlecht, aber meine Kondition lässt noch zu wünschen übrig. Im Wald begegnete mir eine Schar junger Männer, ausgerüstet mit Wurfspeeren und offensichtlich voller Adrenalin. Sie kamen auf mich zu und aus der Gruppe rief einer, ob ich das Wildschwein gesehen hätte. Ich empfahl früher aufzustehen und belehrte im Vorbeilaufen die armen Jungs darüber, daß die Wildschweine jetzt, am heller lichten Tage, schlafen. Kaum waren die Worte aus meinem Mund entfleucht, fiel der Groschen (pfennigweise). Gefragt hatte ein ziemlich fescher Sozialarbeiter. Die Jungs mit den Speeren hatten ein Down-Syndrom. Ich kannte die Gruppe, denn normalerweise schlurfen sie lustlos mit dem Sozialarbeiter durch den Wald. Diesmal aber waren sie ein Trupp Jäger auf der Pirsch. Und ich blöde Kuh spielte den Spaßverderber und belehrte sie.

Heute, am Samstag (Tag 44) widmete ich mich wieder der Rumpfstabilität und machte später noch die Übungen für die Arme. Das war ziemlich anstrengend und so fallen mir kaum Worte des Frohlockens ein. Ich bin aber doch sehr zufrieden, daß es mir gelingt, das Programm durchzuziehen. Für ein ernstzunehmendes Fazit müssen noch einige Monate vergehen. Es ist also wiedereinmal Geduld und Ausdauer gefragt.

Laufen im Wald

Tag 37. Laufen im Wald birgt eine unvergleichliche Magie. Ich federe über den Waldboden, atme die würzige Luft. Alles Denken kommt zur Ruhe. Ich lebe im Hier und Jetzt. Grüne Blätter spenden mir Schatten. Sonnenflecken tanzen mit mir durch den Wald. Vögel grüßen zwitschernd. Am Boden raschelt ein Tier. Irgendwo hämmert ein Specht. Das Leben ist Glück! Tap, Tap, Tap der Wald fliegt vorbei. Wild und frei weht der Wind. Er umschmeichelt zärtlich die Haut und weht wohlige Düfte herbei. Die Sonne glänzt am blauen Himmel. Keine Wolke trübt die Stimmung.

Am letzten Sonntag (Tag 31) war wieder ausführliches Dehnen angesagt. Ich dehne zwar täglich, aber richtig ausführlich nur am Sonntag. Da habe ich Ruhe und kann mich gut entspannen. Abends radelte ich 30 km auf Stufe 1 zur Regeneration.

Am Montag (Tag 32) regnete es am Morgen und war kalt. So blieb ich zu Hause und eröffnete den Tag mit Stabi-Übungen. Die Atmung ging gut.

Am Dienstag (Tag 33) lief ich im Wald zum Badesee (18 km). Wild und frei wehte der Wind. Die Sonne strahlte freundlich das sich entfaltende Grün an. Der Wald glänzte frisch und grün. Das Wasser im See war 13 °C warm – noch zu kalt zum Baden. Ein Bussard zog seine Kreise am blauen Himmel. Eine Krähe zwang ihn zur Landung auf einem Baum neben mir. Auf dem Heimweg querte ein Graureiher im eiligen Flug meinen Weg. Die Atmung ging gut. Lieber Frühling, so liebe ich Dich!

Am Mittwoch (Tag 34) turnte ich die Stabi-Übungen.

Am Donnerstag (Tag 35) lief ich zum Badesee (14 km). Zwei Kilometer vor dem See kehrte ich um. Ein Termin, der eingehalten werden musste, stand im Weg. Abends habe ich Krafttraining für die Arme gemacht. Bald kann man ja wieder im See schwimmen. Da braucht es Kraft in den Armen.

Am Freitag (Tag 36) waren noch einmal die Stabi-Übungen dran.

Heute, am Samstag (Tag 37) lief ich zum Badesee (18 km). Die Atmung brachte ich mit einem Extraschuss Salbutamol auf Trab. Die Sonne lachte wärmend vom strahlend blauen Himmel. Zartes Grün und Blüten erfüllten die Luft mit freundlichen Düften. Das Wasser im Badesee hatte eine Temperatur von knapp 17 °C. Ein Mensch schwamm im Wasser. Mir war es für Schwimmen noch zu kalt. Bald werde aber auch ich den Verlockungen des Sees erliegen.

Glücksschauer

Tag 30. Nach dreißig Tagen Teilnahme am dem Spiel „Täglich eine Sporteinheit“ fällt mein Resumé positiv aus. Das Spiel ist abwechslungsreich und fordert den ganzen Körper. Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer sind Teilnehmer an diesem Spiel. Mit der Ausdauer bin ich ja schon lange sehr gut befreundet. Jetzt, da der Wald gerade sein neues Kleid mit dem zartesten Grün anlegt und Knoblauchdüfte den Wald durchziehen, stellt sich die Freude und das Glück von ganz allein ein. Mit Kraft und Beweglichkeit habe ich lange gefremdelt. Nun, da ich sie auch in meinen Freundeskreis aufgenommen habe, freunden wir uns allmählich miteinander an. Die Intensität kann ich anpassen, so daß der Muskelkater seine Rolle als Spielverderber ausgespielt hat. Er hat die Krallen eingefahren und schnurrt friedlich.

Am letzten Sonntag (Tag 24) radelte ich nach ausführlichem Dehnen am Abend 30 km auf Stufe 1 beim Fernsehen. Das Radeln auf Stufe 1 ist locker, aber doch nicht ganz ohne Anstrengung. Der ganze Körper wird warm und sogar etwas verschwitzt. Die Atemmuskulatur brannte auf den letzten 5 Kilometern, insbesondere das Zwerchfell. Das Radeln ist eine prima Abwechslung. Gegenüber dem Laufen liegt der Vorteil darin, daß sich die Belastung feiner dosieren lässt. Außerdem wage ich gelegentlich eine höhere Belastung. Ich könnte ja jederzeit abbrechen, denn ich bin ja schon zu Hause.

Am Montag (Tag 25) wanderte ich zum Badesee (18 km). Die Sonne schien. Die Luft war warm und mild. Noch waren die Bäume kahl wie im Winter. Nur ein Kirschbaum im Park stand schon in voller Blüte. Am Badesee sah ich, wie erstaunlich weiße Kröten oder Frösche im Wasser in der Nähe des Ufers herumschwammen. Das Wasser des Sees war 9 °C kalt. Auf dem Heimweg schaute mir ein Raubvogel aus 5 Meter Entfernung zu, wie ich an ihm vorbeiging. Überall begegneten mir Zitronenfalter und Schmetterlinge.

Am Dienstag (Tag 26) radelte ich im Zimmer 20 km auf Stufe 2. Diesmal konnte ich schon fast ohne Pause durchradeln. Ich wurde nur zwischendurch immer wieder etwas langsamer. Vor dem Radeln hatte ich meinen halbjährlichen Termin beim Lungenarzt. Die Werte der Lungenfunktion waren wie immer. Zusätzlich konnte ich sogar eine Kurve ohne Bauch pusten. Den Infekt hat die Lunge wohl schadlos überstanden.

Am Mittwoch (Tag 27) lockte mich der leichte Grünschimmer auf der Pflanzenwelt zumal das Wetter sehr schön war. Aber ich hatte leichten Muskelkater und war angemüdet. Da ich ja nicht mehr zu den Täglichläufern gehöre, konnte ich die Variabilität des neuen Spieles „Täglich eine Sporteinheit“ genießen und machte abends nur das 15-minütige Workout für die Arme mit Dr. Daniel Gärtner. Auch mit kleinen Päuschen ist die Übung sehr effektiv.

Am Donnerstag (Tag 28) gings wieder zum Badesee (18 km). Mal lief ich, mal wanderte ich. Klar ist das nach dem Infekt noch etwas anstrengend. Der allmählich ergrünende Wald hat mich für die Anstrengung voll entschädigt. Das frische, zarte grün berührte die Seele und löste kleine Glücksschauer aus. Am See war ein Graureiher. Im Wasser lagen auf dem Grund Frösche oder Kröten. Am Ufer war Laich zu sehen. Na, da wird es bald Kaulquappen geben. Die Wassertemperatur war 12 °C.

Am Freitag (Tag 29) machte ich am Morgen Stabi-Übungen. Die sind nach wie vor ziemlich anstrengend und saugen die Kraft aus der Muskulatur. Abends radelte ich auf Stufe 2 beim Fernsehen 20 km.

Heute, am Samstag (Tag 30) begann ich den Tag wieder mit Stabi-Übungen vom Arzt. Rumpfstabilität klingt etwas lächerlich, scheint aber für das Radeln, für das Schwimmen für das Laufen und sogar für das Sitzen am Schreibtisch wichtig zu sein. Abends habe ich noch ein paar Übungen für den Bauch eingeplant. Da lasse ich mich wieder von Dr. Daniel Gärtner anleiten. Das Acht Minuten Workout für ein Sixpack halte ich zwischendurch immer mal an, wenn ich außer Atem komme. Bei all der Turnerei lerne ich meinen Körper immer besser kennen und finde, er wird immer wohnlicher. Und wenn der kleine Kater schnurrt breitet sich Behaglichkeit und Wohlbefinden aus.