Für diesmal gerettet

Heute war Tag 268 meiner täglich Laufen Serie. In der zweiten Februarhälfte ist mir die Gewöhnung an etwas schnelleres Laufen auch auf den längeren Strecken erstaunlich gut gelungen, so daß ich wieder mehr die Natur wahrnehmen konnte.  Als ich auf einem Weg, an dem ziemlich hohe Kiefern stehen, entlang lief, saß auf einer der Kiefern eine Raubvogeldame (ein weiblicher Sperber: heller Bauch, dunkle Flügel). Während ich lief schaute ich nach vorne und oben und sah wie der Vogel sich vom Baum fallen ließ und auf mich zu flog. Ich lief weiter und schaute nach oben und erfasste nur aus dem Augenwinkel einen kleinen roten Fellball der von der Kiefer direkt neben mir herabzurollen schien. Er sprang mir vor die Füsse und in Windeseile an mir vorbei zum nächsten Busch. Die Sperberdame flog von dannen. Das Eichhörnchen war für diesmal gerettet. Am übernächsten Tag saß die Sperberin wieder an der alten Stelle und ließ ihr ik-ik-ik hören. An einem anderen Tag an einer anderen Stelle flog ein Mäusebussardpaar an mir vorbei. Insgesamt war dieser Februar ein Geschenk. Das schnellere Laufen fühlt sich nun schon recht leicht und locker an. Es gab viele sonnige Tage. Die Temperaturen waren angenehm und ganze Teppiche aus lila Krokussen waren am Wegesrand zu sehen.

Advertisements

Sonnige Kälte

Heute war Tag 255 meiner täglich Laufen Serie. In der ersten Februarhälfte war der winterliche Sonnenschein und die knackig kalte Luft beglückend. Kaum aus der Tür raus, wärmte die Sonne zart mein Gesicht und auf der Strecke kühlte die Luft. Beim Laufen wurde der Körper richtig warm, so daß man die Handschuhe einstecken und die Reisverschlüsse öffnen konnte. Das war wie die glücklichen Winternachmittage beim Schlittenfahren in der Kinderzeit. Der blaue Himmel und die klare Luft haben mich zu etwas längeren Läufen (bis 16 km) eingeladen. Die Geschwindigkeitserhöhung aus den letzten Wochen konnte ich auf die längeren Strecken übertragen. Auch wenn diese Läufe sich noch nicht durchgehend locker und leicht anfühlten, überkam mich beim Laufen hin und wieder dieses unbändige Gefühl von Glück und Freiheit. Als dann heute am Wegesrand schon ein Schneeglöckchen stand und die Grasnarbe irgendwie grüner als gestern war, fühlte ich mich Eins mit der Natur, es gab keine Zeit mehr. Der Körper wurde leicht und ich glaubte zu schweben. Ich werde jetzt einfach weiter durch den Februar schweben.

Es macht Spaß!

Am 31. Januar war mein 240-ter Lauf ohne Pausentag. Im Januar bin ich nur 146 km gelaufen (https://copdundlaufen.wordpress.com/2013/07/31/laufstatistik/). Ich bin in den letzten Wochen, so schnell wie es mir möglich ist gelaufen. Es hat mir Spaß gemacht, obwohl ich teilweise Kopfschmerzen bekommen habe. Einmal habe ich mein Pulsoximeter mitgenommen und festgestellt, daß eine Sauerstoff-Sättigung von 82 % sich zum nicht mehr aushalten anfühlt während 84 % aushaltbar sind. Ich denke mir, daß Tempotraining bei mir durch die Belastungshypoxämie wie Höhentraining ist – dank Copd gratis. Die Laufstrecke habe ich meinem Tempoeifer manches mal gekürzt, um meine „pace“ vom Vortag nicht zu unterschreiten, weil ich das Tempo nicht länger durchgehalten hätte. Als dann das eisige Wetter bis zu 10 °C kam und Nebel, so kalt, daß man vom Nebel abbeißen aber kaum atmen konnte, habe ich noch viel mehr gekürzt, bin aber weiter so schnell wie möglich gelaufen. Ich hätte nicht gelaubt, daß auf Tempo laufen richtig Spaß macht. Leider wurden die Strecken, die ich durchgehalten habe um so kürzer je schneller ich laufen konnte. Schließlich habe ich fast gewaltsam ein noch höheres Tempo erzwungen ohne es länger als 2 km durchhalten zu können. Im Februar will ich dann auf jedenfall wieder längere Strecken laufen.