Schnaufen und Laufen im Hier und Jetzt

Tag 626. Der letzte Sonntag (Tag 620) war ein herrlicher Sonnentag. Auf meinem kleinen Slalomlauf um die Spaziergänger im Park haben mich zwei Pudel attackiert. Kläffend rannten sie auf mich zu. Die Besitzerin schreiend hinter den Pudeln her. Ich habe die Arme hochgerissen und bin meinerseits auf die Pudel losgerannt. Die sind ganz schön erschrocken und zurückgewichen. Als ich mich wieder von ihnen abwandte, ging das Gekläffe wieder los und sie stürmten erneut auf mich zu. So ging das, bis ich weiter weg war. Die wollten wirklich nur spielen oder mich vertreiben. Der Besitzerin war es furchtbar peinlich. Ich fand es lustig, weiß aber, daß es Leute gibt, die sich vor Hunden fürchten und das gar nicht vertragen können. Ansonsten verliefen die kurzen Läufe (Tag 622, 624, 626) ereignislos. Am Montag (Tag 621) war ich wieder auf der Waldseerunde (14 km). Bei eiskaltem Wind bin ich in feuchter nebeliger Luft zum See und um den See gelaufen. Der Grauhreiher stand diesmal im Sumpf, denn der See war immer noch zugefroren. Ein Buntspechtpaar hat mich ein kleines Stückchen des Weges begleitet. Obwohl es noch richtig kalt war, gab es immer mal wieder Büsche zu sehen, die schon grüne Knospen hatten. An dem Magnolienbaum, an dem ich immer vorbeilaufe, waren schon die Blüten angelegt. Die Zeichen stehen auf Frühling. Mittwoch (Tag 623) und Freitag (Tag 625) hatte ich Glück: Die Sonne lächelte warm während meiner Waldseerunde. Am Mittwoch war der See in Ufernähe aufgetaut. Hungrige Blesshühnchen wirbelten bei ihren Tauchgängen Wasser auf. 5 Schwäne flogen vermutlich auf der Rückreise aus ihrem Winterquartier über den See. Am Freitag (Tag 625) auf der dritten Waldseerunde in dieser Woche war die Atmung anfangs beschwerlich wie eigentlich in der ganzen Woche. Ich habe mich nach 3 km für zwei Hub Salbutamol entschieden. Zur Zeit geht es einfach ohne die zwei Hub Salbutamol nicht so gut. Mit ging es plötzlich sehr leicht. Deshalb habe ich zur Abwcchslung Intervalle (30 sec schnell, 60 sec ruhiges Laufen im Wechsel) gemacht. Das Schnaufen und Laufen fühlte sich gut an. Ich werde das bald wieder machen. Durch die Intensität wurde mein ganzes Sein auf das Laufen gelenkt, so daß ich nicht nachdenken konnte und mich selbst kaum wahrnahm. Sogar die Körperlichkeit nahm ich trotz der Schnauferei nur am Rande wahr. Das Laufen selbst war genug. Hin und wieder trat aus der Umgebung irgendetwas mehr oder wenig flüchtig ins Bewußtsein. Gleich darauf versank das Bewußtsein wieder in das Lauf- und Schnaufdasein. Dieser Lauf war ein geglückter Lauf. Das Laufen war wie ein Traum, aus dem ich erst zu Hause unter der Dusche aufwachte.

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Die Sonne wärmt schon

Tag 619. Acht Tage in Folge bin ich jeweils nur eine Meile (1,6 km) gelaufen. Die Meile reicht zwar, damit ich warm werde, aber eine Lauffreude kommt nicht auf. Bervor man sich in das Laufen hineingefunden hat, ist der Lauf schon wieder zu Ende. Eine Meile ist kein richtiger Lauf. Heute war der trübsinnige Hochnebel, den die Sonne in den letzten Tagen bis zum Abend nicht hatte auflösen können schon am Morgen verschwunden. Die Sonne schien vor blauem Himmel. Ohne Wind wärmte sie trotz der Minusgrade. Um das schöne Wetter zu feiern, bin ich 7 km im Park gelaufen: langsam und mit Genuß. Ob die acht Tage sich nun positiv ausgewirkt haben, kann ich nicht sagen. Was ich sagen kann ist: Die Routine des täglich Laufens ist gestört. Die Selbstverständlichkeit ist nicht vorhanden. Das Laufen fühlte sich ab dem sechsten Kilometer anstrengender an, als ich es in Erinnerung hatte. Die Atemwege waren enger als erwartet. Positiv steht zu Buche, daß ich zu Hause nach dem Lauf überhaupt nicht erschöpft, sondern angenehm entspannt war. Ich hoffe, es bedarf weniger Eingewöhnungstage bis die alte Vertrautheit mit der Lauferei wieder hergestellt ist. Die Sonne wird in den nächsten Tagen zu weiteren Läufen locken. Der Frühlung steht vor der Tür und lädt zum Laufen ein. So eine freundliche Einladung möchte ich nicht ablehnen. Ich wünsch allen Lesern schönes Wetter und viel Spaß da draußen!

Die Müdigkeit nagt

Tag 613. Am Anfang der Woche habe ich mich mit dem Laufen etwas schwer getan. Die Müdigkeit hat an mir genagt. So bin ich an den ersten drei Tagen der Woche, also von Sonntag (Tagen 606) bis Dienstag Tag (608) zusammen nur ca. 6 km gelaufen. Am Mittwoch (Tag 609) war dann der Elan scheinbar wieder zurückgekehrt. Obwohl das Wetter trüb und kalt war, fühlte ich mich beim Laufen erstaunlich lebendig und gut gelaunt. Die Waldseerunde (14 km) konnte ich gut bewältigen. Der Lauf war aber keineswegs locker und leicht. Und als ich wieder zu Hause war, fühlte ich mich doch etwas angestrengt. Tag 610 war ein strahlender Sonnentag. Aber es wehte ein eiskalter Wind und ich war müde vom Vortag. So habe ich mich mit vier regenerativen Kilometern begnügt. Am Freitag (Tag 611), Samstag (Tag 612) bin ich nur eine Meile gelaufen.  Heute, am Sonntag (Tag 613) werde ich trotz Sonnenschein bei allerdings schneidendem, eiskaltem Wind auch nur die Kurzstrecke laufen. Alles in Allem war das eine ungeplante aber notwendige Regenerationswoche.