Mit dem Notfallspray in der Tasche

Tag 296. Das neue Jahr hat begonnen. Mein Wunsch nach Lesefutter für meine Radtouren auf dem Zimmerfahrrad hat niemand erhört. Etwas anderes habe ich eigentlich auch nicht erwartet. Da ich nicht an Langeweile bei meinen Zimmerradtouren sterben wollte, habe ich mich entschlossen trotz kalter, windiger Witterung wieder hinaus in die Welt zu gehen. Langsam erst und vorsichtig mit dem Schal über dem Mund und dem Notfallspray in der Tasche. Und was soll ich sagen? Danke allen, die nicht geschrieben haben! Was hätte ich verpasst! Ein kleines Abenteuer, der Kontakt mit der brausenden Natur und das Gefühl von Freiheit, Glück und Juhu!

Am Montag (Tag 290), dem letzten Tag des alten Jahres, wärmte ich mich 5 km auf Stufe 3 mit dem Zimmerfahrrad auf. Danach war Stretch und Relax dran. Das war angenehm und außerdem ist es auch gesund, wenn man sich regelmäßig dehnt.

Am Dienstag (Tag 291), dem Neujahrstag, radelte ich 5 km auf dem Zimmerfahrrad.

Am Mittwoch (Tag 292) wanderte ich 8 km in Richtung Wald. Nach gefühlt ewigem grauen Einerlei in den letzten Wochen schien die Sonne vor blauem Himmel. Es war 3 °C, gefühlt allerdings -3 °C, da ein stürmischer Wind mit heftigen Böen unterwegs war. Diesen Weg war ich das letzte Mal im September 2018 gegangen. Und das war schon nach einer Pause seit Juli 2018. Wegen des Staubes, der damals während der Dürre allgegenwärtig war, waren meine Versuche an der frischen Luft seither schreckliche Erlebnisse. Diesmal war das ganz anders. Der Wind zerrte abenteuerlustig an meinen Kleidern. Das Herz pochte unternehmungslustig. Meine Stimmung stieg von anfänglich ängstlich zu schlussendlich euphorisch! Die Atmung (gut geschützt mit Medikamenten!) hielt durch! Oh freuet Euch, oh freuet Euch! Ja, das tat ich. Ich freute mich. Freu, Freu!

Am Donnerstag (Tag 293) genoss ich einen ganz schwachen Muskelkater in den Waden von der ungewohnten Bewegung am Vortag. Ohne Probleme konnte ich die Übungen aus der Einheit Schultern und Brust absolvieren.

Am Freitag (Tag 294) regnete es und kalter Wind machte die Welt da draußen unangenehm. So radelte ich 15 km im Zimmer. Das war nicht wirklich lustig.

Heute, am Samstag (Tag 295) radelte ich 5 km. Draußen regnete es weiter.

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Und weiter geht‘s!

Tag 275. Radeln und Krafttraining standen diese Woche wieder auf meinem Plan. Das mache ich zu Hause und so kann mir die Kälte und die Luft draußen nicht so viel anhaben. Beides macht mich fit für die Zeiten, wenn die Luft draußen wieder verträglicher ist. Langweilig wird mir das gar nicht. Denn ich lese während der Radtouren die Kate-Burkholder-Krimiserie von Linda Castillo. Die ist ungeheuer spannend.

Am letzten Sonntag (Tag 269) war nach dem Radeln (5 km / Stufe 2) Beine und Rücken dran. Es ging besser als ich erwartet hatte. Die Atmung war allerdings nicht ganz so gut.

Am Montag (Tag 270) radelte ich abends 15 km auf dem Zimmerfahrrad. Juhu! Das tat gut! Während ich radelte las ich einen Krimi von Linda Costillo fertig. Es war ein Krimi aus einer extrem spannenden Serie. Kate Burkholder, die Hauptfigur, ist Chefin einer kleinstädtischen Polizeibehörde in Ohio. Sie wuchs selbst als Amish auf. Sie ermittelt in der nicht immer idyllischen Welt der Amish. Weil ich den Krimi unbedingt noch zu Ende lesen wollte, konnte ich nicht aufhören zu radeln. So kamen die 15 km zustande.

Am Dienstag (Tag 271) radelte ich zum Aufwärmen (5 km / Stufe 2) und danach widmete ich mich der Einheit Brust und Arme.

Am Mittwoch (Tag 272) radelte ich 15 km auf Stufe 2. Wieder ließ ich mich beim Fahrradfahren durch Kate Burkholder unterhalten.

Am Donnerstag (Tag 273) war Beine und Core dran.

Am Freitag (Tag 274) radelte ich 5 km auf Stufe 2. Ich hatte in der Nacht bis 3 Uhr morgens einen weiteren Kate-Burkholder-Krimi gelesen. So war ich am Tage müde und beschränkte mich auf die kleine Radtour.

Heute, am Samstag (Tag 275) wärmte ich mich mit 5 km auf Stufe 2 mit dem Rad auf. Danach widmete ich mich der Einheit Beine und Rücken.

Es geht aufwärts!

Tag 247. Diese Woche ging es mir Tag für Tag besser. Meine Lust zum Krafttraining und zum Laufen/Wandern lugte voller Tatendrang um die Ecke. Das Leben geht weiter!

Am letzten Sonntag (Tag 241) spazierte ich um den Ententeich. Husten und Schnupfen traten nur noch gelegentlich auf. Zum Krafttraining war ich nach der Erkältung noch nicht in der Lage. Da musste so ein kleiner Spaziergang zur Belüftung der Lunge genügen.

Am Montag (Tag 242) ging ich wieder zum Ententeich (3,5 km). Anschließend turnte ich noch ein wenig auf dem Spielplatz, der völlig leer war. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad. Ich fühlte mich schon viel besser. Mein kleines Pulsoximeter zeigte mir die Sauerstoffsättigung an. Schon bei ganz kleinen Zwischenspurts auf dem Rad sank sie unter 90 %. Die Folgen der Erkältung steckten noch in mir. Es wird noch etwas dauern. Aber auch das wird wieder werden.

Am Dienstag (Tag 243) radelte ich 5 km auf Stufe 2. Der Sauerstoff sank nicht mehr unter 90%. Husten und Schnupfen machten sich noch seltener bemerkbar. Na also, es wird wieder.

Am Mittwoch (Tag 244) spazierte ich warm eingemummelt um den Ententeich (3,5 km). Es fühlte sich gut an. Die Treppe am Ententeich lief ich vier mal hoch. Auf dem Ententeich schwammen ein paar Enten. In dem Teich sah ich seit langem mal wieder den riesigen roten Goldfisch. Also lebt er noch! Abends radelte ich 5 km auf Stufe 2 zur Entspannung.

Am Donnerstag (Tag 245) radelte ich am Morgen 5 km auf Stufe 2. Danach machte ich mich auf eine Reise an das andere Ende von Deutschland.

Am Freitag (Tag 246) radelte ich am Morgen 5 km auf Stufe 2. Bei meinem Bruder stand ein Zimmerfahrrad, so daß ich dort radeln konnte. Gegen Mittag war die Beerdigung unseres Vaters bei Sonnenschein. Er war mit 86 Jahren drei Wochen zuvor bei einem Italienurlaub verstorben. Die Beerdigung fand im Wald statt. Das war sehr schön. Jetzt bin ich Vollweise.

Am Samstag (Tag 247) spazierte ich morgens in aller Frühe zu meiner alten Schule. Dies war die heutige Sporteinheit. Danach fuhr ich mit dem Zug quer durch Deutschland und kam am frühen Abend nach Hause. Nun geht es mit vollem Elan in die neue Woche!

Radeln zum See, Juche!

Tag 233. Endlich wagte ich mich wieder hinaus! Am Mittwoch fuhr ich mit dem Rad durch den Sonnenschein zum See. Das war eine schöne Abwechslung, die ich dringend brauchte. Vor zwei Wochen wurde meine Medikation etwas umgestellt. Nun kann ich wieder besser atmen. Ich habe das richtig genossen. Locker und leicht zum See radeln und dabei in die Sonne blinzeln. Wie gut das tut!

Am letzten Sonntag (Tag 227) war nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 4) die Einheit Schultern und Brust dran. Ich fühlte mich relativ schwach. Ob es noch der Schnupfen von letzter Woche war, der da rumorte oder etwas anderes. Ich weiß es nicht. Es ist ja auch egal. Es gibt immer mal solche Tage. Abhaken und vergessen! Unsere Krähen schimpften morgens furchtbar. Wegen der Winterzeit kamen wir mit unseren Nüsschen eine Stunde zu spät! Frechheit, was sich die Menschen so erlauben! Als ich dann das Futter raus legte, flog der empörte Vogel mir fast gegen den Kopf.

Den Montag (Tag 228) habe ich morgens nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) mit Stretch und Relax eröffnet. Eigentlich wäre Beine und Core dran gewesen. Aber die Core-Muskeln murrten unzufrieden. Das fasste ich als einen Wunsch nach Dehnen auf. Diesen Wunsch erfüllte ich leichten Herzens. Und tatsächlich fühlte ich mich nach dem Dehnen wohl und erholt.

Am Dienstag (Tag 229) machte ich die Einheit Oberarme- und Unterarme. Das ist eine gute Einheit, wenn der Elan ein bisschen darnieder liegt.

Am Mittwoch (Tag 230) schien die Sonne vor strahlend blauem Himmel. Ich hatte Zeit und Lust. So pumpte ich mein Fahrrad auf und fuhr zum See. Es war herrlich. Die Luft war kühl, nur einmal wirbelte eine Windböe den alten Staub vom Sommer auf. Mein Körper hatte kein Problem, die 14 km zu bewältigen. Seit zwei Wochen nehme ich täglich zwei zusätzliche Hübe Flutiform. Das scheint sich zu lohnen, denn ich konnte recht gut atmen. Auch das Krafttraining hat sicherlich dabei geholfen, daß mir das Radeln nicht anstrengend vorkam. Abends machte ich nach leichtem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) Stretch und Relax.

Am Donnerstag (Tag 231) ruhte ich mich aus und radelte nur 5 km auf Stufe 1. Ich gönnte mir quasi einen Feiertag. Es ging mir sehr gut und ich war so glücklich, daß mir die Radtour am Vortag so leicht gefallen war. Mein Rad, das ich immer einen Dampfer nenne, weil es so schwer ist, schien mir leicht zu sein. Und der Weg schien mir auch viel kürzer als ich ihn in Erinnerung hatte. Schon regte sich in mir die Idee, daß ich vielleicht nächstes Jahr mit dem Rad zum Schwimmen im See fahre. Warum nicht?

Am Freitag (Tag 232) schob ich noch mal die anstehende Einheit Beine und Core auf. Ich weiß nicht warum, aber irgendwie kam ich nicht in die Gänge. Abends raffte ich mich gerade so zu 5 km auf Stufe 1 mit dem Rad auf.

Heute am Samstag (Tag 233) wollte ich den Wochenbericht mit einer guten Nachricht beenden. Ich fuhr zum Aufwärmen (5 km / Stufe 2) mit dem Zimmerfahrrad. Anschließend machte ich die so lange aufgeschobene Einheit Beine und Core. Die Übungen fielen mir leichter als erwartet. Ich fragte mich, warum ich mich die ganze Woche vor dieser Einheit gegruselt hatte, warum sich wohl ein solch unerklärlicher Widerstand im Inneren erhoben hatte, obwohl ich wieder besser atmen konnte und sogar die Nase nicht mehr verstopft war. Die Menschenseele ist schon ein seltsames Ding. Was soll‘s. Ich habe den Widerstand überwunden. Und außerdem war ich diese Woche am See, Juhe!

Wie Wasser

Tag 226. Ein kleiner Infekt hatte mich zur Mitte der Woche hin angegriffen. Im Kampf gegen den Infekt folgte ich der militärischen Taktik des Generals Sunzi aus uralten Zeiten. Laut General Sunzi müsse militärische Taktik dem Wasser ähnlich sein; denn das Wasser strömt in seinem natürlichen Lauf von hohen Orten herunter und eilt bergab. Es bahnt sich seinen Weg entsprechend der Natur des Bodens, auf dem es fließt. Sunzi sagt: „Wie das Wasser erkämpft sich der Soldat seinen Weg entsprechend der Natur des Feindes, dem er gegenübersteht.“ Ich verhielt mich wie Wasser, das keine Form kennt und den Hindernissen ausweicht. Ich mied das Krafttraining als wäre ich Wasser, das ein Hindernis umfließt. Wie das Wasser sich ein weiches Bett sucht, suchte ich die leichten Radel-Einheiten und gestaltete die Tage entspannt. Der Körper konnte so mit aller Kraft den Infekt bekämpfen. Durch die Ausweich-Taktik des Sunzi konnte ich schnell meinen Weg zur Stärke weiter gehen und die Strategie, die zum Gesamtsieg führt, weiter verfolgen.

Am letzten Sonntag (Tag 220) wärmte ich mich auf Stufe 4 mit dem Fahrrad 6 km auf. Danach war Beine und core dran. Auf die vergangene Woche schaute ich mit Wohlgefallen zurück. Ich hielt gut durch und meine Stimmung war gut.

Am Montag (Tag 221) wärmte ich mich mit dem Rad auf (5 km auf Stufe 4). Danach machte ich die Einheit Brust und Arme. Auf die Hantel schraubte ich ein halbes Kilo mehr als in den letzten sechs Wochen. Es ging erstaunlich gut. Meine Laune war bestens und ich freute mich an meiner Kraft und am Leben. Draußen regnete es leise und nieselig. Ein grauer Tag. Die Luft war frisch und kalt. Endlich! Nach dem abendlichen Radeln (5 km auf Stufe 4) dehnte ich mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 222) radelte ich beim Fernsehen 10 km am Stück auf Stufe 4. Das ging gut. Ich war glücklich.

Am Mittwoch (Tag 223), wir hatten endlich die Heizung angestellt, war die Nase verstopft und ich fühlte mich matt. Nach dem normalen Tagesgeschäft schonte ich mich und radelte 5 km auf Stufe 1. Danach ging ich mit „Die drei Sprünge des Wang-lun. Chinesischer Roman“ von Alfred Döblin ins Bett. Die Sprache ist knapp, rasant und bildhaft. Expressionistische Neuwortschöpfungen erfreuen den Leser. Zur Klarstellung sei noch gesagt, daß das Buch von Döblin gar nichts mit dem chinesischen General Sunzi zu tun hat.

Am Donnerstag (Tag 224) erwachte ich leicht verschnupft. Der Taktik des General Sunzi folgend schonte ich meinen Körper. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 1.

Am Freitag (Tag 225) fühlte ich mich wieder etwas besser. Ich radelte 5 km auf Stufe 4. Danach machte ich die Einheit Sixpack und core. Ich schwitzte mehr als sonst und ließ teilweise die letzten Wiederholungen aus – ganz ohne schlechtes Gewissen, denn ich befolgte nur die Wasser-Taktik des großen chinesischen General Sunzi aus uralten Zeiten. Später entdeckte ich ein Video auf YouTube mit dem professionellen französischen Radler Guillaume Bonnafond. Für das Video fuhr er einmal den Berg normal hoch. Danach radelte er mit einer Maske über Mund und Nase, die eine Copd mit einer Obstruktion von 50% simulierte. Auch mit der Maske schaffte er den Berg – aber wie! Torkelnd und stöhnend. Oben angekommen sank er total erschöpft in die Polster des Begleitfahrzeugs und erzählte, er sei beinahe in Ohnmacht gefallen. Ha! Das habe ich mir immer gewünscht, mal zu sehen, wie ein voll aus trainierter Profi mit so einer Obstruktion zurecht kommt. Jetzt hasse ich die Leute noch mehr, die behaupten, Laufen fange überhaupt erst bei 7 km/h (8 Min pro Kilometer) an. Die sollen sich das Video angucken und dann sollen sie mir noch einmal ins Gesicht sagen, langsames Laufen sei kein Laufen! Was maßen diese Leute sich an!

Heute, am Samstag (Tag 226) waren Beine und Rücken nach der üblichen Radel-Einheiten (5 km auf Stufe 4) dran. Es ging ganz gut und so kann ich nächste Woche wieder frohgemut und voller Energie ans Werk gehen.

Das Exoskelett

Tag 198. Diese Woche hatte ich beim Treppensteigen plötzlich das Gefühl, jemand hätte mir über Nacht ein Exoskelett geschenkt. Es war, als ob zusätzliche Federn den Körper nach oben schnellen lassen würden. Die schleichenden, wöchentlichen Miniverbesserungen, die sich allmählich summiert haben, waren plötzlich sehr beeindruckend wahrnehmbar. Als wäre eine Verbesserung der Kraft über Nacht eingetreten. Ein neues Level war erreicht. Das Level gilt es nun zu festigen. Das Laufen und Wandern muss noch etwas zurückstehen. Meine Angst dabei ist, daß meine Atmung unterdessen vielleicht schlechter wird und ich den Rückweg zum Laufen nicht schaffe. Aber die Angst ist irrational. Ich hatte ja schon bei meiner ersten Krafttrainingsphase Anfang 2017 erlebt, daß das Laufen nach einer Krafttrainingsphase besser geht. Der Rückweg war gar nicht so schwer. Ich lass mir Zeit, habe Geduld und dann werde ich die Vorteile aus dem Krafttraining beim Laufen nutzen können. Geduld ist alles!

Am letzten Sonntag (Tag 192) blickte ich glücklich auf den Samstag zurück. Denn am Samstag war ich am späten Nachmittag 8 km gewandert. Und es war schön! Sehr anstrengend zwar und die Atmung war sehr behäbig, aber die Seele war wie befreit. Es war 18 °C kühl, ein leichter Wind ging. Der ganze Körper wurde vom Laufen ganz anders ergriffen als beim Hanteln Stemmen oder beim Radeln auf dem Zimmerfahrrad. Allerdings knirschte der Staub zwischen den Zähnen, weil der Wind den trockenen Boden mit sich trug. Als Krafttraining machte ich am letzten Sonntag nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) Sixpack und core. Abends war nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax dran .

Am Montag (Tag 193) fühlte ich mich wie gerädert. Ein Temperatursturz über Nacht auf 8 °C und Sturm begrüßten mich am Morgen. Ich war eine halbe Stunde draußen unterwegs, um einiges zu erledigen. Kalter Wind riss mich fast um. Das ging mir auf die Atmung und auf die Stimmung. Am Nachmittag setzte ich mich versuchsweise auf das Zimmerfahrrad. Das Aufwärmen (5 km / Stufe 3) hat dann trotz Atemnot sogar Spaß gemacht. Danach war Schultern und Arme dran. Das ist teil des Trainings-Programms, das ich mir bei YouTube heruntergeladen habe. Es ist für junge, gesunde Menschen entworfen. Alle Übungen sind so konzipiert, daß sportliche und unsportliche Leute voll auf ihre Kosten kommen können. Im Video sind die schwachen und die starken Turner zu sehen. Ich kann da prima mithalten. Allerdings muss ich wegen Atemnot mehr und längere Pausen einlegen. Da halte ich dann das Video an, schnaufe ein paar mal und dann geht es weiter. Das Hantelgewicht konnte ich vor zwei Wochen bei den meisten Übungen sogar pro Hantel von 3,2 kg auf 3,7 kg erhöhen. Wobei man für die Übungen keine Hanteln braucht. Man kann sie auch mit einem Theraband ausführen. Auch das ist im Video zu sehen. Um die Veränderungen genauer festzustellen, habe ich mir nun eine Liste mit den einzelnen Übungen angelegt. Da trage ich ein, wie oft, mit welchem Gewicht und vor allen Dingen, mit welchen Pausen ich die Übungen schaffte. So musste ich zum Beispiel bei einem Satz mit 30 Wiederholungen nach zehn mal eine Verschnaufpause machen, um doch noch auf die 30 zu kommen. Aber das stört mich nicht. Das Video kann ich ja – wie gesagt – jeder Zeit anhalten. Das ist der große Vorteil gegenüber dem Turnen in einer Gruppe. Da müsste ich die mittleren 10 Wiederholungen auslassen, um dann die letzten 10 wieder zu schaffen. Übrigens habe ich keine Angst vor Muskelbergen. Als Frau bekommt man so etwas nicht. Alles wird nur ein bisschen straffer und im Alltag wird manches leichter.

Am Dienstag (Tag 194) hatte ich viele Termine. Ich wanderte 4 km an diesem Tag.

Am Mittwoch (Tag 195) ging es nach Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) mit Beine und core weiter. Bei dieser Einheit habe ich immer auf die schreckliche Übung gewartet, die ich kaum bewältigen konnte. Sie kam nicht! Juhu – ein Fortschritt! Abends war nach Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax dran. Auch hier zeigt sich allmählich eine Wirkung, wenn auch nur millimeterweise.

Am Donnerstag (Tag 196) habe ich mich nach dem Aufwärmen mit dem Standfahrrad (5 km / Stufe 3) Brust und Rücken gewidmet. Es ging gut. Abends hatte ich keine Lust zum Dehnen.

Am Freitag (Tag 197) erwachte ich mit einem kleinen Infekt. Die Nase war zu und die Brust etwas enger als sonst. Mist! Jetzt ist ein paar Tage Geduld gefragt. Ich werde etwas Ruhe halten, heißes Wasser trinken und nicht weitermachen wie immer. Ja komisch, seit einem Jahr trinke ich heißes Wasser und sonst nichts. Das schmeckt mir. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 1.

Heute, am Samstag (Tag 198) geht es mir schon wieder gut. Ich werde trotzdem nur 5 km auf Stufe 1 radeln. Montag geht es dann wieder richtig weiter.

Ein Apfelkuchen stand im Weg

Tag 191. Diese Woche hatte ich ein paar ruhige Tage. Mein Elan hatte selbsttätig auf Sparflamme geschaltet. Ich pustete zwar immer mal und versuchte, das Feuer zu entfachen. Aber da war nichts zu machen. Nun gut, ich hatte fünf Wochen hintereinander alles gegeben. Da war es sogar vernünftig in der sechsten Woche Zurückhaltung zu üben. Nächste Woche soll es endlich kühler werden. Ich freue mich drauf. Der Regen lässt jedoch weiter auf sich warten. Ein bis zwei Millimeter getröpfelt reicht nicht.

Am letzten Sonntag (Tag 185) hatte ich einen faulen Tag. Erst abends radelte ich 5 km und das sogar nur auf Stufe 2. Den Tag habe ich mehr oder weniger vergammelt und das tat gut. Unsere Balkonkrähen waren übrigens Sieger beim Revierkampf.

Am Montag (Tag 186) ging ich dann mit neuem Elan ans Aufwärmen (5 km / Stufe 3). Beine und core war anstrengend, aber es fühlte sich gut an. Nach wie vor muss ich das Video für Atempausen anhalten. Und trotzdem! Es macht mich glücklich. Wenn die Muskeln warm werden und die Konzentration auf die Übung den Alltag verdrängt, dann fühlt sich das gut an. Am Abend machte ich wieder nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 187) wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad auf (5 km / Stufe 3). Danach ging es an Schultern und Brust. In der Frühe war es noch angenehm kühl. Später wurden es unangenehme 30 °C. Es regnete seit April nur ein paar Tropfen! Hier fand ich ein Video, das die staubige Trockenheit illustriert. Bei uns in der Stadt ist es nicht ganz so schlimm, denn ständig sind Kehrmaschinen unterwegs. Ich glaube fest daran, daß der Regen irgendwann den Staub verbannen wird. Derweil bejuble ich den ungeahnten Kraftzuwachs. Heute haben sich vor meinem Fenster im Kastanienbaum, dessen Blätter alle vertrocknet zu zu Boden gefallen sind, zwei Buntspechte ein Stelldichein gegeben. Die Natur lebt weiter! Abends entspannte ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3) bei Stretch und Relax.

Am Mittwoch (Tag 188) war ich abends am Ententeich (4 km). Es war 28 °C und schwül. Die Gartenlokale auf dem Weg zum Park waren gut besetzt. Man hörte raunen und lachen. Im Park saßen auf dem Rasen verteilt kleine Menschengrüppchen zum späten Schwatz. Da beinahe Vollmond war, war es sehr romantisch.

Am Donnerstag (Tag 189) hatte ich einen riesigen Hunger. So backte ich einen herrlichen Apfelkuchen. Den aßen wir. Der Apfelkuchen stand im wahrsten Sinne des Wortes im Wege. Die Lunge konnte sich nicht recht entfalten, weil der Magen damit gefüllt war. Und das wohlige, satte Gefühl nach köstlicher Speise verbat jede ehrgeizige Störung. Ich ergab mich. Ich machte nur eine kurze Mobility-Einheit.

Am Freitag (Tag 190) hatte der Apfelkuchen seine Aufgabe erfüllt. Der Elan war zurück. Nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) ging es an Beine und Rücken. Ich war gut erholt und so waren die Übungen nicht schwer. Abends widmete ich mich nach dem neuerlichen Aufwärmen Stretch und Relax. Das ist eine sehr wohl tuende Einheit. Mit der Atmung habe ich das fast überhaupt keine Probleme. Das gezielte Dehnen eines Muskels gelingt mir auch immer besser.

Heute, am Samstag (Tag 191) war nach dem üblichen Aufwärmen (5 km / Stufe 3) Brust und Arme dran. Diesmal erschien es mir extrem anstrengend. Ich vermute daß Apfelkuchen und Kürbissüppchen nicht genug Brennstoff geliefert haben. Heute gab es ein dickes Lachsfilet mit gebackenen Kartoffelspalten und Tomaten. Vielleicht hilft das. Abends werde ich nichts mehr machen. Letzten Samstag hatte ich Stretch und Relax angekündigt, aber das fiel dann doch aus. Samstagabend ist halt Samstagabend.