Darf ich das?

Tag 121. Für mich ist die Umstellung auf die neuen Übungen hochinteressant. Ich decke Schwächen auf und ich erkenne Stärken. Es macht Spaß, den eigenen Körper immer wohnlicher zu machen. Mir geht es gut damit! Die Turntage machen mich glücklich. Ich spüre, wie die Kraft wächst und die Schwäche weicht. Es fühlt sich gut an, der Krankheit ein Schnippchen zu schlagen. Aber darf ich so viel Zeit mit meinem eigenen Körper verbringen. Darf ich das? Bin ich zu egozentrisch? Kreise ich nur um meine eigenes Wohlbefinden und vergesse die Sorgen der Welt? Reicht es, daß ich niemandem schade? Fragen über Fragen auf die ich auch keine Antwort weiß. Sobald sich der Körper angepasst haben wird, wird sich zeigen, daß die Übungen nicht mehr im Zentrum stehen. Das Leben wird sich nach einiger Zeit wieder normalisieren. Solange werde ich die Entwicklung genießen und mir den Spaß gönnen.

Am letzten Sonntag (115) machte ich morgens die Übungen mit den einbeinigen Kniebeugen. Am Abend war dann Beine und Core dran. Nach 30 Minuten wurde ich unterbrochen und verschob den Rest auf den nächsten Tag.

Am Montag (Tag 116) beendete ich die Beine und Core Übungseinheit. Das war anstrengend. Die Core-Übungen fallen mir nicht schwer. Aber dieses Auf und Ab auf einem Bein mit Theraband oder Hanteln fiel mir schwer. Dafür hatte ich mit dem Gleichgewicht keine allzu großen Probleme.

Am Dienstag (Tag 117) war dann Entspannung am See angesagt (19 km). Der Wald war sehr trocken. Es roch angenehm nach Harz. Die schattenspendenden Blätter waren satt grün. Die Luft war noch kühl und feucht. Am See stand ein kleiner Graureiher – wobei was heißt klein? Der Graureiher geht mir immerhin bis zur Hüfte, wenn wir beide stehen. Der Graureiher versteckte sich im Gebüsch und wir beobachteten einander. Zum Baden war mir an diesem Tag nicht zu Mute, also ging ich frohgemut wieder nach Hause.

Am Mittwoch (Tag 118) widmete ich mich den Übungen für Brust und Rücken. Während der Übungen ballten sich draußen dicke Wolken zusammen. Der erhoffte Regen kam erst in der Nacht. Es regnete kräftig und über mehrere Stunden. Etwas besseres konnte nicht passieren. Immerhin hatte es seit April erst einmal und nur recht wenig geregnet.

Auch am Donnerstag (Tag 119) regnete es weiter. Ich übte Sixpack und Core. Das beanspruchte meine Muskeln stark. Es machte wirklich Spaß. Wenn ich dabeibleibe, wird der Gewinn für die Atemmuskeln auch groß sein, glaube ich. Diese Kraftübungen verlangen eine kontrollierte Atmung. Und es ist gar nicht so leicht, das Zwerchfell bei der Einatmung zu entspannen, aber gleichzeitig die Bauchmuskeln anzuspannen.

Am Freitag (Tag 120) ging es wieder hinaus zum See in die Natur (19 km). Diesmal kam ich mit einem kräftigen Muskelkater zurück. Ah ja, die Vorbelastung plus 19 km zu Fuß erzeugt Muskelkater.

Heute, am Samstag (Tag 121) hindert mich der Muskelkater am Krafttraining. Auch dehnen ist bei Muskelkater keine gute Idee. Ich ziehe es daher vor, auf Stufe 1 immer mal wieder über den Tag verteilt insgesamt 10 km auf dem Fahrradergometer zu fahren.

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Ein kluges Kind!

Tag 93. Diese Woche habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt bei mir immer mal wieder eine Woche, in der Körper und Gemüt Ruhe benötigen. Warum das in dieser und nicht einer anderen Woche der Fall ist, kann ich nicht sagen. Eines habe ich aber in den Jahren gelernt. Ich gebe besser nach. Mit Gewalt kann ich eine Müdigkeitsphase nicht überwinden. Klar kann ich eine Woche oder zwei über die Müdigkeit hinweg laufen. Aber die Müdigkeit häuft sich dann auf und irgendwann geht gar nichts mehr. Also genieße ich eine reduzierte Woche und versuche, kein schlechtes Gewissen zu haben, was nicht so leicht ist.

Am letzten Sonntag (Tag 87) fühlte ich mich von der Aufregung am Vortag noch wie gerädert. Trotzdem raffte ich mich zu den Stabi-Übungen auf.

Am Montag (Tag 88) war der Himmel morgens noch bedeckt und die Luft etwas kühler als in der Woche zuvor. Mein Weg zum See (18 km) war frisch und angenehm. Das Wasser im See war lau. Mein Thermometer zum Messen der Wassertemperatur habe ich ja nicht mehr. Ich kann deshalb keinen Messwert angeben. Ich schwamm recht kurz und lief wieder nach Hause. Die Atmung ging ziemlich gut. Am einen oder anderen Hügel fühlte ich mich fast wieder stark und gesund – mit Betonung auf fast.

Am Dienstag (Tag 89) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Dabei ging es mir gut und ich genoss die Stärke, die ich in mir fühlte. Auf unserem Balkon stellten die Krähen ein Junges ab. Es hatte noch einen roten Schlund. Wenn die alten zum Füttern kamen, riss es den Schnabel auf, krächzte und flatterte mit den Flügeln.

Am Mittwoch (Tag 90) wäre wieder ein Bad im See dran gewesen. Aber ich fühlte mich schlapp. So genoss ich in aller Ruhe den Morgen und blieb zu Haus. Abends machte ich die Kraftübungen für die Arme. Dem Krähenjungen legten die Eltern nun das Essen auf den Boden. Selber essen war angesagt. Da der Mittwoch ein heißer Tag war und das Krähenkind auf unserem Balkon in der Sonne auf die Eltern warten musste, wurde ihm furchtbar warm. Da badete es in der groß bemessenen Trinkschale, um sich abzukühlen. Ein kluges Kind!

Am Donnerstag (Tag 91) wiederholte ich den ruhigen häuslichen Morgen. Ich eröffnete den Tag mit dem kurzen Krafttraining für den Bauch. Damit war besiegelt, daß ich tatsächlich nicht zum See laufen würde. Die Woche würde also etwas ruhiger werden. Der Gedanke fühlte sich gut an. Mein Körper und mein Gemüt verlangten etwas Zurückhaltung. Sie sind kein Schweizer Uhrwerk. Deshalb kam ich dem Verlangen nach und genoss eine ruhigere Woche. Das schlechte Gewissen, das mich immer wieder ansprang, schüttelte ich ab so gut es ging.

Am Freitag (Tag 92) machte ich morgens Stabi-Übungen. Das schlechte Gewissen wurde lauter. Mit viel Mühe rang ich es nieder. Ich fühlte, wie sich Kraft in mir ausbreitete. Die Müdigkeit brandete nur noch in schwachen Wellen durch meinen Körper. Die Erholung näherte sich. Nächste Woche geht es wieder mit frischer Kraft ans Werk.

Heute, am Samstag (Tag 93) machte ich morgens Armtraining und nahm mir für den Abend die kurze Baucheinheit vor. Das Krähenjunge kam wieder zum Baden.

Das keifende Blesshühnchen

Tag 72. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Ein leichter Wind strich durch die Blätter. Die Pflanzen grünten saftig. Hier und da entfalteten sich Blütendüfte. Brennnesseln säumten kniehoch die Wegesränder. Die Wiesen waren reif zum Mähen. Glückliche Tage, die aber an der Kraft zehrten. Deshalb blieb ich der prallen Frühlingswelt in der zweiten Wochenhälfte fern. Ich lauschte dem vorbei rauschenden Zeitenstrom, ließ mich aber nicht mitreißen. Ich sammelte Kräfte.

Am letzten Sonntag (Tag 66) ersetzte ich das sonntägliche Dehnen durch etwas, das „Mobility“ heißt. Das war leichter. Das Knie war dankbar und ist nun schon fast wieder gut.

Am Pfingstmontag (Tag 67) lief ich zum Badesee (19 km). Die Lufttemperatur betrug 17 °C, die Wassertemperatur 18 °C. Ich schwamm wie immer in eine Richtung. Dabei beobachtete ich, wie ein Graureiher das Schilf anflog. Ich dachte, der wird dort wohl landen. Aber soweit kam er nicht. Ein kleines Blesshühnchen kam mit weit aufgerissenem Schnabel keifend und flügelschlagend aus dem Schilf. Der Graureiher machte, daß er weg kam und setzte sich weit entfernt neben den Kormoran auf einen Baumstamm. Der Kormoran ließ sich durch diesen Besucher nicht beim Trocknen seines Gefieders stören. Nach einer viertel Stunde wurde es mir kalt und ich drehte um. Nun blies heftiger Wind Wellen auf mich zu. Plötzlich bekam ich Atemnot und schwamm ziemlich gequält an das gerade noch erreichbare Ufer. Von da musste ich mich auf einem kleinen, geschützten Entenpfad über umgefallene Bäume und durch Gesträuch zu meinen Klamotten zurück retten. Aus irgendeinem Grund hatte ich richtig Probleme mit der Atmung. Zu meiner Beruhigung kann ich aber sagen, daß mir in jedem Moment klar war, daß ich es zurück zum Ufer schaffen würde.

Am Dienstag (Tag 68) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Diesmal erschienen sie mir gar nicht so schwer. Abends machte ich noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 69) war ich wieder am See (19 km). Es war ein herrlicher Sonnentag. Die Luft war warm (22 °C) und das Wasser kalt (18 °C). Damit ich nicht wieder in Seenot geriet, verließ ich schon nach zehn Minuten das Wasser. Die kurze Abkühlung im Wasser war ein Genuss.

Am Donnerstag (Tag 70) beschränkte ich mich auf die Mehrung der Kraft im Rumpf, am Freitag (Tag 71) in den Armen.

Heute am Samstag (Tag 72) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Am frühen Nachmittag widmete ich mich der Kraft im Bauch.

Frühlingsglück

Tag 65. Herrliches Sonnenwetter half mir beim Laufen, Schwimmen und Krafttraining. Der Badesee gehörte mir allein. Der Wind türmte das doch noch sehr kalte, glasklare Wasser zu Wellen auf. So wurde ich im See wie in einer Wiege auf und ab getragen. Die Bäume um den See herum schaukelten hellgrün und fröhlich im Wind. Eingemummelte Wanderer staunten über meinen Wagemut, so früh im Jahr im See zu schwimmen. Der Kuckuck rief durch den Wald. Die Frösche erhoben ihre Stimmen zum alljährliche Quak-Konzert. Freundliche Sonnenstrahlen beleuchteten das Grün im Wald. Blütendüfte rundeten das Frühlingsglück ab. Die ersten Schwalben kündigten den Sommer an.

Am letzten Sonntag (Tag 59) dehnte ich vorsichtig, denn mein Knie schmerzte. Ich vermute, daß ich irgendwann in den letzten Tagen zu beherzt gedehnt hatte. Das rächt sich schnell. Zum Dehnen muss man wirklich Ruhe haben und besonnen vorgehen.

Am Montag (Tag 60) machte ich abends die Übungen, die ich jetzt schon seit mehr als einem Jahr regelmäßig mache. Von den einbeinigen Kniebeugen schaffe ich elf am Stück. Dann muss ich derart schnaufen, daß ich eine Pause machen muss. Eigentlich sollte man fünfzehn pro Satz schaffen. Warum ich da so schwer atmen muss, verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Eigentlich hätte ich mich doch schon längst daran gewöhnen müssen?

Am Dienstag (Tag 61) lief ich zum See (19 km). Es zogen gerade Wolken auf und ein heftiger Wind blies. Die Bäume wurden mächtig durchgeschüttelt. Der See war etwas aufgewühlt. Bei 18 °C Wassertemperatur schwamm ich etwa zwanzig Minuten. Mein Körper wurde erfrischend kalt. Am Seeufer saßen zwei Kormorane und trockneten sich ihr Gefieder. Als ich wieder aus dem Wasser kam, föhnte der Wind mich im Nu trocken. Nach dem Schwimmen im kalten Wasser ging die Atmung besser als vorher.

Am Mittwoch (Tag 62) turnte ich abends Rumpfstabilitäts-Übungen, die ich auch schon seit mehr als einem Jahr turne. An diese Übungen habe ich mich gut gewöhnt und sie fallen mir nicht sehr schwer.

Am Donnerstag (Tag 63) erfreute ich mich am Lauf zum See (19 km). Es war etwas kühler und ein Wind säuselte in den Bäumen. Gelegentlich rauschte er sogar etwas heftiger. In der Nacht hatte er einen Baum umgeworfen, der nun quer auf dem Weg lag, so daß ich darüber klettern musste. Am Ufer schwamm ein Schwarm kleiner Fische, die mich sehr interessant fanden. Während ich in das Wasser ging fühlte und sah ich, wie sie gegen meine Beine stießen. Ich schwamm etwa zwanzig Minuten im 18 °C kalten Wasser. Der See gehörte nur mir und einem Haubentaucher. Die Wellen wurden vom Wind aufgepeitscht. Einmal türmten sich sogar kurzfristig Wolken am Himmel auf, so daß ich schon Blitze fürchtete und doch lieber zurück schwamm. Mein gekühlter Körper wurde auf dem Heimweg langsam wieder warm.

Am Freitag (Tag 64) widmete ich mich der Kraft in den Armen und im Bauch. Am Morgen waren die Arme dran und am Abend der Bauch.

Heute, am Samstag (Tag 65) fing der Tag recht kühl an. Wolken bedeckten den Himmel. Auf dem Weg zum See (19 km) wurde es heller und freundlicher. Bei 18 °C Lufttemperatur und 17 °C Wassertemperatur badete ich ein knappe halbe Stunde im See. Der Kuckuck begleitete mich beim Schwimmen mit seinem Ruf. Nach dem Schwimmen klapperten mir erst mal die Zähne und ich kam ein bisschen ins Zittern. Auf dem Heimweg wärmte mich die Sonne und am Ende wurde es mir sogar richtig warm. Die erste Maihälfte war traumhaft schön. Da richte ich mal ein dickes Dankeschön an den Wettergott.

Schwimmen im kalten See

Tag 58. Diese Woche schwamm ich im See! Kalt und erfrischend trugen mich die grünen, glasigen Wogen, die der Wind herbei trieb. Letztes Jahr bin ich erst drei Wochen später das erste mal geschwommen. Die Atmung wollte erst nicht so recht, aber dann hat sie sich doch noch eingerenkt. Seit dem Infekt war das die beste Woche. Das Glück bleibt mir hold!

Am letzten Sonntag (Tag 52) habe ich mich dem Dehnen gewidmet.

Am Montag (Tag 53) lief ich an den Badesee (18 km). Es war wunderbarer Sonnenschein. Die Sicht war klar, so daß weit entfernte Bäume auf der Netzhaut so scharf abgebildet wurden, als ständen sie direkt vor mir. Dabei war der Himmel blau. Die Blätter waren immer noch zartgrün. Nur der Löwenzahn leuchtete nicht mehr knallgelb. Er hatte sich in Pusteblumen verwandelt. Die Atmung ging besser als in der Woche zuvor. Leise schwappte die eine oder andere Glückswelle durch meinen Körper.

Am Dienstag (Tag 54) kümmerte ich mich um Rumpfstabilität. Die Übungen mache ich schon seit mehr als einem Jahr. Immerhin quält mich danach kein Muskelkater mehr. Auch konnte ich die Pausen zwischen den Wiederholungen reduzieren. Schwer sind diese Übungen aber trotzdem. Irgendwie saugen sie die Kraft aus den Muskeln.

Am Mittwoch (Tag 55) lief ich bei strahlendem Sonnenschein zum Badesee (18 km). Diesmal schwamm ich etwa zwanzig Minuten im See! Herrlich kalt und erfrischend. Der Bann ist gebrochen – endlich. Auf dem Rückweg nach Hause hörte ich einen Kuckuck. Ein leichter Wind hielt die angenehme Kühle des Sees in meinem Körper fest. So taten die angekündigten 28 °C gut, zumal leichte Wolken aufzogen und die Sonne nicht gar so prall nach der Läuferin griff.

Am Donnerstag (Tag 56) war der Körper müde vom ungewohnten Schwimmen am Vortag. Also eröffnete ich den Tag mit der Fortsetzung der Lektüre von „Ein Bär im Gebetsstuhl“ des finnischen Autors Arto Paasilinna. Mit einer anarchischen inneren Freiheit meistern die Figuren ihr Leben. Selbstmitleid ist unbekannt. Im Buch „Der heulende Müller“ desselben Autors wird in wenigen Zeilen das Drama eines Menschen mit Lungenerweiterung (=Lungenemphysem) abgehandelt. Die Klagen über die unwirksame Medikation und den schlechten Arzt werden beendet mit dem Satz: „Die verrotzte Lunge des Küsters interessiert niemanden.“ Den Satz merke ich mir zur Beendigung meiner gelegentlichen inneren Jammermonologe. Abends widmete ich mich den Rumpf-Stabi-Übungen.

Am Freitag (Tag 57) machte ich am Morgen die Einheit für die Arme.

Heute, am Samstag (Tag 58) lief ich, beschwingt von der Lektüre der Vortage, zum Badesee (19 km). Gelegentlich musste ich laut Lachen, denn diese oder jene komische Erinnerung aus der Lektüre tauchte in meinem Bewusstsein auf. Ich schwamm wieder im Badesee (18 °C). Der Kormoran war da und hat sich seine Federn getrocknet. Und natürlich tauchte der Haubentaucher nicht weit von mir entfernt. In meiner Einstiegsstelle schwammen kleine Fischlein. Die Atmung ging gut. Ein schöner Abschluss für die Woche.

Enten auf Bäumen

Tag 51. Kühle Luft, heiße Haut, grüner Wald, singende Vögel fanden sich zu einer fantastischen Komposition zusammen. Die Lunge und die Ausdauer stöhnten dazu im Chor. Die Muskeln schnurrten im Takt. Mein neues Spiel „Täglich eine Sporteinheit“ ist ein Experiment. Bis jetzt bin ich damit sehr zufrieden.

Die Statistik für April befindet sich hier. Die Statistik setzte ich monatlich fort. Die tägliche Verteilung kann man dem Lauftagebuch entnehmen.

Am letzten Sonntag (Tag 45) dehnte ich mich ausführlich. Das klingt wenig ambitioniert. Aber es nimmt die Muskeln doch mehr in Anspruch als man meinen möchte. Ansonsten genoss ich die sonntägliche Ruhe.

Am Montag (Tag 46) war ich am Badesee (19 km). Die Sonne schien. Ein heftiger Wind sorgte für Unruhe im Blätterwald. Ein Raubvogel überquerte meinen Weg und ließ sich auf einem Ast nieder, so daß ich ihn genau betrachten konnte. Der See hatte eine Temperatur von 16 °C. Ein Graureiher flog über den See. An meiner Badestelle sprangen drei etwa Achtjährige vom Baum in das Wasser und krähten vergnügt. Mir war es zu kalt. Auf dem Wasser war nur ein Haubentaucher zu sehen. Gerade als ich mich fragte, wo die Enten eigentlich sind, da flog eine vom Baum am Ufer herab. Ich schaute zum Baum hinauf und sah dort noch weitere Enten sitzen. Das wusste ich nicht. Enten sitzen auf Bäumen? Na, jetzt weiß ich wenigstens, wie die den Fuchs, der in einer Höhle unter einem der Bäume am Ufer wohnt, überleben.

Am Dienstag (Tag 47) machte ich am Vormittag Rumpf-Stabilisierungs-Übungen. Und weil ja der 1. Mai war, der Tag der Arbeit, machte ich abends auch noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 48) lief ich zum Badesee (18 km). Der Himmel war bedeckt. Die Luft war kühl. Die Atmung muckte auf dem Hinweg. Auf dem Rückweg nahm ich einen Hub Salbutamol und dann ging es wieder einigermaßen. Glücklich wurde ich aber nicht. Ein Bussard flog auf Augenhöhe vor mir den Weg entlang. Er setzte sich immer wieder auf einen Baum und kaum war ich herbeigelaufen, da flog er wieder etwas weiter und wartete. Beim dritten Mal kam eine Krähe keifend angeschossen und vertrieb den großen Raubvogel.

Am Donnerstag (Tag 49) machte ich am Morgen Rumpf-Stabi-Übungen. Am Abend war das Krafttraining für die Arme dran. Ich werde durch die Übungen tatsächlich stärker. Ich lege mir zur Vorbeugung einen kleinen Vorrat an Muskeln zu, damit ich nach dem nächsten Infekt nicht gar so schwach werde. Ich haben nämlich festgestellt, daß Infekte üble Muskelräuber sind.

Am Freitag (Tag 50) lief ich zum Badesee (19 km). Die Wassertemperatur war auf knapp 15 °C gesunken. Eine Schwimmerin durchpflügte dennoch tapfer das Wasser. Das zarte Grün der Bäume, die Blüten, die Düfte waren ein Feuerwerk für die Sinne. Die Sonne und die kühle Luft auf der vom Laufen heißen Haut machte das Leben lebenswert. Tap, tap, tap jubilierten die Schritte auf dem weichen Waldboden. Das Atmen war beschwerlich.

Heute, am Samstag (Tag 51) war wieder Kraft-Tag. Morgens begann ich mit den Rumpf-Stabi-Übungen. Am Nachmittag war die kurze Baucheinheit dran.

Anstrengungen

Tag 44. Wieder ist eine Woche des neuen Spiels „Täglich eine Sporteinheit“ vergangen. Die Krafttrainingseinheiten sind nicht ganz ohne. Mir erscheinen sie anstrengender als das Laufen. Alles in allem ist die Belastung für den Körper aber ausgewogener. Mal sehen, wie sich das ganze entwickelt.

Am letzten Sonntag (Tag 38) dehnte ich am Morgen ausführlich. Abends radelte ich zur Regeneration 30 km auf Stufe 1. Dabei schaute ich Fernsehen. Immerhin schaffe ich das inzwischen fast ohne Pause. Das Radeln ist schweißtreibend.

Am Montag (Tag 39) beschränkte ich mich auf Krafttraining für die Arme.

Am Dienstag (Tag 40) lief ich zum Badesee (19 km). Die Wassertemperatur war 16 °C. Der Himmel war bewölkt. Ein kühler Wind säuselte durch die frischen Blätter der Bäume. Das zarte Grün und der kühle Wind strömten durch mich hindurch. Einige Regentropfen benetzten meine vom Laufen heiße Haut. Der Waldboden war an der Oberfläche schon trocken. Etwas Regen war willkommen. Der Fischreiher musste allerdings seine Jagd abbrechen, denn er muss sein Gefieder an der Luft trocknen und das geht im Regen nicht.

Am Mittwoch (Tag 41) machte ich die Stabi-Übungen vom Arzt.

Am Donnerstag (Tag 42) widmete ich mich vor dem Abendessen den Bauchmuskeln. Zu mehr konnte ich mich nicht aufraffen.

Am Freitag (Tag 43) besuchte ich zu Fuß den Badesee (19 km). Die Wassertemperatur, die ich mit einem Thermometer für die Kinderbadewanne messe, war 14 °C. Ein nackter Mann schwamm im kühlen See eine kurze Strecke. Hu!, mir ist das zu kalt. Die Luft draußen war kühl und frisch. Die Sonne lachte vom Himmel. Der zartgrüne Wald bot Schatten und Schutz vor dem Wind. Zum Laufen perfekte Bedingungen. Die Atmung war nicht schlecht, aber meine Kondition lässt noch zu wünschen übrig. Im Wald begegnete mir eine Schar junger Männer, ausgerüstet mit Wurfspeeren und offensichtlich voller Adrenalin. Sie kamen auf mich zu und aus der Gruppe rief einer, ob ich das Wildschwein gesehen hätte. Ich empfahl früher aufzustehen und belehrte im Vorbeilaufen die armen Jungs darüber, daß die Wildschweine jetzt, am heller lichten Tage, schlafen. Kaum waren die Worte aus meinem Mund entfleucht, fiel der Groschen (pfennigweise). Gefragt hatte ein ziemlich fescher Sozialarbeiter. Die Jungs mit den Speeren hatten ein Down-Syndrom. Ich kannte die Gruppe, denn normalerweise schlurfen sie lustlos mit dem Sozialarbeiter durch den Wald. Diesmal aber waren sie ein Trupp Jäger auf der Pirsch. Und ich blöde Kuh spielte den Spaßverderber und belehrte sie.

Heute, am Samstag (Tag 44) widmete ich mich wieder der Rumpfstabilität und machte später noch die Übungen für die Arme. Das war ziemlich anstrengend und so fallen mir kaum Worte des Frohlockens ein. Ich bin aber doch sehr zufrieden, daß es mir gelingt, das Programm durchzuziehen. Für ein ernstzunehmendes Fazit müssen noch einige Monate vergehen. Es ist also wiedereinmal Geduld und Ausdauer gefragt.