Ein kluges Kind!

Tag 93. Diese Woche habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt bei mir immer mal wieder eine Woche, in der Körper und Gemüt Ruhe benötigen. Warum das in dieser und nicht einer anderen Woche der Fall ist, kann ich nicht sagen. Eines habe ich aber in den Jahren gelernt. Ich gebe besser nach. Mit Gewalt kann ich eine Müdigkeitsphase nicht überwinden. Klar kann ich eine Woche oder zwei über die Müdigkeit hinweg laufen. Aber die Müdigkeit häuft sich dann auf und irgendwann geht gar nichts mehr. Also genieße ich eine reduzierte Woche und versuche, kein schlechtes Gewissen zu haben, was nicht so leicht ist.

Am letzten Sonntag (Tag 87) fühlte ich mich von der Aufregung am Vortag noch wie gerädert. Trotzdem raffte ich mich zu den Stabi-Übungen auf.

Am Montag (Tag 88) war der Himmel morgens noch bedeckt und die Luft etwas kühler als in der Woche zuvor. Mein Weg zum See (18 km) war frisch und angenehm. Das Wasser im See war lau. Mein Thermometer zum Messen der Wassertemperatur habe ich ja nicht mehr. Ich kann deshalb keinen Messwert angeben. Ich schwamm recht kurz und lief wieder nach Hause. Die Atmung ging ziemlich gut. Am einen oder anderen Hügel fühlte ich mich fast wieder stark und gesund – mit Betonung auf fast.

Am Dienstag (Tag 89) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Dabei ging es mir gut und ich genoss die Stärke, die ich in mir fühlte. Auf unserem Balkon stellten die Krähen ein Junges ab. Es hatte noch einen roten Schlund. Wenn die alten zum Füttern kamen, riss es den Schnabel auf, krächzte und flatterte mit den Flügeln.

Am Mittwoch (Tag 90) wäre wieder ein Bad im See dran gewesen. Aber ich fühlte mich schlapp. So genoss ich in aller Ruhe den Morgen und blieb zu Haus. Abends machte ich die Kraftübungen für die Arme. Dem Krähenjungen legten die Eltern nun das Essen auf den Boden. Selber essen war angesagt. Da der Mittwoch ein heißer Tag war und das Krähenkind auf unserem Balkon in der Sonne auf die Eltern warten musste, wurde ihm furchtbar warm. Da badete es in der groß bemessenen Trinkschale, um sich abzukühlen. Ein kluges Kind!

Am Donnerstag (Tag 91) wiederholte ich den ruhigen häuslichen Morgen. Ich eröffnete den Tag mit dem kurzen Krafttraining für den Bauch. Damit war besiegelt, daß ich tatsächlich nicht zum See laufen würde. Die Woche würde also etwas ruhiger werden. Der Gedanke fühlte sich gut an. Mein Körper und mein Gemüt verlangten etwas Zurückhaltung. Sie sind kein Schweizer Uhrwerk. Deshalb kam ich dem Verlangen nach und genoss eine ruhigere Woche. Das schlechte Gewissen, das mich immer wieder ansprang, schüttelte ich ab so gut es ging.

Am Freitag (Tag 92) machte ich morgens Stabi-Übungen. Das schlechte Gewissen wurde lauter. Mit viel Mühe rang ich es nieder. Ich fühlte, wie sich Kraft in mir ausbreitete. Die Müdigkeit brandete nur noch in schwachen Wellen durch meinen Körper. Die Erholung näherte sich. Nächste Woche geht es wieder mit frischer Kraft ans Werk.

Heute, am Samstag (Tag 93) machte ich morgens Armtraining und nahm mir für den Abend die kurze Baucheinheit vor. Das Krähenjunge kam wieder zum Baden.

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Regeneration

Tag 969. In dieser Woche hat mich immer wieder die Müdigkeit überfallen. Vielleicht fiel mir auch nur die Anpassung an das frühlingshafte Wetter schwer? Egal, ich nahm das als Signal, daß mein Körper sich etwas Regeneration wünscht.

Am Sonntag (Tag 963) war die weiße Pracht verschwunden. Ein laues, aber graues Lüftchen luden zum kurzen Lauf ein.

Am Montag (Tag 964) hatte mich die Müdigkeit ereilt, die häufig nach zwei Wochen mit siebzig Kilometer aufgetreten ist. Ein kleiner Lauf zum Ententeich reichte mir. Im Tal lag ein dichter Nebel, der dem ansonsten feuchtem Grau etwas geheimnisvolles verlieh.

Am Dienstag (Tag 965) bin ich durch den Wald zum Badesee gelaufen (19 km). Es war ca. 10 °C warm. Die Luft fühlte sich fast warm an. Die Sonne schien. Nur ab und zu schob sich eine Wolke davor. Es war Frühling! Die Vögel zwitscherten laut und froh. Auf dem Boden gab es nur noch an wenigen schattigen Plätzen eisige Stellen. Der See war zwar noch zugefroren, aber das Eis trug nicht mehr.

Am Mittwoch (Tag 966) bin ich nur kurz im Park gelaufen (4 km). Ich glaubte, die plötzlich Wärme zehrte etwas an den Kräften. An einigen Büschen kamen schon grüne Blättchen hervor. Und die Vögel zwitscherten ganz schön laut.

Am Donnerstag (Tag 967) hatte ich wieder das Gefühl von Müdigkeit. Als nachmittags die Sonne lockte, lief ich trotzdem zum Waldsee (14 km). Anfangs tat ich mich sehr schwer. Aber während des Laufes wurde es immer besser. Im letzten Drittel fand ich den Rhythmus und ich kam in einen leichten, lockeren Trab bei dem ich gut atmen konnte. Von der Müdigkeit war keine Spur mehr.

Am Freitag (Tag 968) sollte es noch einmal zum Waldsee gehen. Nachts hatten mich allerdings Krämpfe geplagt und am Tag war ich sehr müde. So bin ich am Abend nur kurz im Park gelaufen.

Heute, am Samstag (Tag 969) bin ich wieder nur kurz gelaufen. Es war ein herrlicher Lauf bei kaltem Regen und heftigem Sturm im Dunkeln. Ich wäre weiter und weiter gelaufen. Aber mein Körper wollte nicht. So bin ich mit bedauern aber beglückt alsbald umgekehrt.

Insgesamt war es eine erholsame Woche und das hat mir gut getan. So wünsche ich allen die hier lesen auch eine erholsame Woche, die gut tut.