Und weiter geht‘s!

Tag 275. Radeln und Krafttraining standen diese Woche wieder auf meinem Plan. Das mache ich zu Hause und so kann mir die Kälte und die Luft draußen nicht so viel anhaben. Beides macht mich fit für die Zeiten, wenn die Luft draußen wieder verträglicher ist. Langweilig wird mir das gar nicht. Denn ich lese während der Radtouren die Kate-Burkholder-Krimiserie von Linda Castillo. Die ist ungeheuer spannend.

Am letzten Sonntag (Tag 269) war nach dem Radeln (5 km / Stufe 2) Beine und Rücken dran. Es ging besser als ich erwartet hatte. Die Atmung war allerdings nicht ganz so gut.

Am Montag (Tag 270) radelte ich abends 15 km auf dem Zimmerfahrrad. Juhu! Das tat gut! Während ich radelte las ich einen Krimi von Linda Costillo fertig. Es war ein Krimi aus einer extrem spannenden Serie. Kate Burkholder, die Hauptfigur, ist Chefin einer kleinstädtischen Polizeibehörde in Ohio. Sie wuchs selbst als Amish auf. Sie ermittelt in der nicht immer idyllischen Welt der Amish. Weil ich den Krimi unbedingt noch zu Ende lesen wollte, konnte ich nicht aufhören zu radeln. So kamen die 15 km zustande.

Am Dienstag (Tag 271) radelte ich zum Aufwärmen (5 km / Stufe 2) und danach widmete ich mich der Einheit Brust und Arme.

Am Mittwoch (Tag 272) radelte ich 15 km auf Stufe 2. Wieder ließ ich mich beim Fahrradfahren durch Kate Burkholder unterhalten.

Am Donnerstag (Tag 273) war Beine und Core dran.

Am Freitag (Tag 274) radelte ich 5 km auf Stufe 2. Ich hatte in der Nacht bis 3 Uhr morgens einen weiteren Kate-Burkholder-Krimi gelesen. So war ich am Tage müde und beschränkte mich auf die kleine Radtour.

Heute, am Samstag (Tag 275) wärmte ich mich mit 5 km auf Stufe 2 mit dem Rad auf. Danach widmete ich mich der Einheit Beine und Rücken.

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Kraft, Kraft – Löwenkraft!

Tag 219. Kraft, Kraft – Kraft, Kraft singt es in mir. Kraft, Kraft – Löwenkraft! Draußen herrscht weiter die staubige Dürre, auch wenn die Wetterprognostiker immer wieder Regen versprechen. Das Wetter hält sich einfach nicht daran! Da ist die Entdeckung des Split-Krafttrainings, das Dr. Daniel Gärtner dankenswerterweise über YouTube zur Verfügung stellt, für mich und meine Lunge geradezu die Rettung. Ohne diesen Kurs wäre ich glatt in Depressionen versunken oder ich hätte mir meine Lunge beim Joggen draußen vollends ruiniert. So überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Lauf mit Vergnügen. Ich stelle meinen Laptop in Augenhöhe und turne mit diesem grandiosen Sportler und seiner Gruppe. Das macht Spaß! Die Anleitung, damit man nichts falsch macht, könnte wohl bei einem Lehrer in Natur kaum besser sein. Also: Danke!

Am letzten Sonntag (Tag 213) wärmte ich mich 5 km auf Stufe 4 (von 8 Stufen) mit dem Zimmerfahrrad auf. Dabei legte ich keine Verschnaufpausen ein – auch keine Kurz-Spurts bis 30 km/h. Danach war Brust und Arme dran. Meine Hanteln belasse ich noch bei je 3,7 kg. Noch reicht mir die Belastung. Ich merke aber, daß es leichter wird. Die Liegestütze, bei denen die Füße auf dem Stuhl liegen, variierte ich. Meine Füße lagen diesmal auf einem Gymnastikball. Ich musste mehr schnaufen, weil die Koordination aller Muskeln und dazu zählen die Atemmuskeln eben auch, gar nicht so einfach ist.

Am Montag (Tag 214) wärmte ich mich mit dem Fahrradergometer 5 km auf Stufe 4 auf. Danach kam die Einheit Sixpack und core. Hier sind keine Hanteln vorgesehen. Ich hatte diese Übungen das letzte Mal an Tag 201 gemacht. Da waren sie mir eher leicht gefallen. Diesmal aber erschienen sie mir ziemlich anstrengend. Abends dehnte ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 215) holte ich neue Lungenfunktionswerte beim Arzt ab. Der FEV1 war zum dritten Mal bis auf die Nachkommastelle identisch mit der Messung zuvor. Wahrscheinlich hätte ich wie bei einer Schnapszahl einen ausgeben müssen. Der Atemwegswiderstand war erhöht. Das habe ich ja gemerkt, die Atmung ging nicht so gut. Na was soll‘s. Die Medikation wurde angepasst und so wird die Lungenfunktion weiterhin stabil bleiben – hoffentlich! Ja, ganz sicher, garantiert! Wieder zu Hause wärmte ich mich auf (5 km / Stufe 4) und widmete mich der Einheit Schultern und Brust. Abends dehnte ich mich nach nochmaligem Aufwärmen mit dem Fahrradergometer (5 km / Stufe 4) mit Stretch und Relax.

Am Mittwoch (Tag 216) ging es gleich am Morgen weiter mit Aufwärmen (5 km / Stufe 4) und der Einheit Beine und Rücken. Wie jede andere Einheit auch, wird diese mit einem kurzen Training für die Bauchmuskeln beendet. Dann kommt nur noch das Cool Down. Ich empfand die Bauchmuskelübung als extrem hart. Der Körper hält immer wieder eine Überraschung bereit. Dafür war das sonstige Training für mich anstrengend, aber durchaus machbar. Nach der Sommerpause bin ich jetzt in der neunten Woche, seitdem ich diese Trainingseinheiten ganz regelmäßig mache. Da hat sich schon etwas getan. Nicht nur optisch, sondern eben auch kraftmässig. Ich frage mich, wann ich das Gewicht erhöhe. Ein Teil von mir möchte das möglichst bald machen. Ein anderer Teil mahnt und warnt vor Übereilung. Welcher Teil wann gewinnt, wird sogar für mich selbst spannend sein. Abends widmete ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) dem Dehnen mit Stretch und Relax. Stufe 4 war mir zu anstrengend.

Am Donnerstag (Tag 217) wärmte ich mich wieder mit dem Radel auf (5 km / Stufe 4). Dann machte ich die Einheit Oberarme- und Unterarme. Der Trizeps am Arm fand die Turnerei extrem anstrengend. Die anderen Muskeln waren zufrieden. Abends widmete ich mich dann in aller Ruhe nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 4 ) Stretch und Relax.

Am Freitag (Tag 218) war mein fauler Tag. Ich fuhr abends gemütliche 5 km auf Stufe 1 mit dem Fahrrad. Ein Kurz-Spurt mit 40 km/h war trotzdem möglich! Das war‘s.

Heute, am Samstag (Tag 219) radelte ich wieder 5 km auf Stufe 1. Die lockende Stimme in meinem Inneren sang lauter als gestern Kraft, Kraft – Löwenkraft! Die Sportwissenschaft sagt aber: „Muskeln wachsen in der Pause!“. Deshalb geht es erst morgen wieder ans Werk! Und dann singt der ganze Körper wieder: „Kraft, Kraft – Löwenkraft, !“

Stufe 4

Tag 212. Es ist schon seltsam, daß der Körper gestärkt wird, wenn er belastet wird -außer den Ohren, denn die leiden ja unter Belastung. Manchmal muss ich mich zum Turnen aufraffen. Es lohnt sich aber sehr! Die körperliche Geschicklichkeit, die Gewandtheit und die Leichtigkeit verbessern sich spürbar. Die neugewonnene Kraft macht Spaß. Solange mir die Atmung nicht ganz so leicht fällt, ist das Krafttraining ein guter Ersatz für das Laufen. Was allerdings fehlt, ist die Freiheit, die das Laufen vermittelt.

Am letzten Sonntag (Tag 206) beschränkte ich mich auf 5 km mit dem Zimmerfahrrad. Ich stellte es auf Stufe 1. Der Besuch war weg und nun wirkte die Anstrengung der Woche nach. Ich gönnte mir diesen „Ruhe“-Tag.

Am Montag (Tag 207) kämpfte ich noch mit einer leichten Müdigkeit. Zog aber nach dem Aufwärmen mit dem Rad (5 km / Stufe 3) die Einheit Beine und core durch. Ich nahm sogar zu den „reverse Squat“, bei denen man mit einem Bein auf den Stuhl steigt und wieder runter, meine schweren Hanteln (3,7 kg). Das war schwer und ich musste nach 5 dieser Rückwärtskniebeugen eine Atempause einlegen. Die vorgesehenen 25, 20 und 15 pro Bein haben dadurch länger gedauert. Geschafft habe ich es aber trotzdem! Zum Stretchen konnte ich mich abends aber nicht mehr aufraffen. Der Core-Bereich des Körpers hatte durch die schweren Hanteln einen starken Reiz erhalten. Da wollte ich nicht noch das Dehnen drauf setzen. Einen heftigen Muskelkater kann ich nicht gebrauchen.

Am Dienstag (Tag 208) war ich immer noch müde und lustlos. Ich fuhr auf dem Fahrradergometer 5 km auf Stufe 1.

Am Mittwoch (Tag 209) machte ich die Einheit für Schultern und Arme. Vorher wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad auf. Diesmal wählte ich für die 5 km Stufe 4 von acht Stufen. Bis jetzt bin ich nur einmal im April auf Stufe vier gefahren. Damals erschien mir das unendlich schwer. Diesmal war es schwer, aber mit Pausen könnte ich mir vorstellen, es wieder zu tun. Abends machte ich nach erneutem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 3) Stretch und Relax.

Am Donnerstag (Tag 210) fuhr ich auf dem Zimmerfahrrad 5 km auf Stufe 1.

Am Freitag (Tag 211) wärmte ich mich wieder 5 km auf Stufe 4 mit dem Zimmerfahrrad auf. Danach war die Einheit Beine und Rücken dran.

Heute, am Samstag (Tag 212) hatten wir ein sättigendes Mittagessen. Da kam ich dann erst gegen Abend zum Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 1) und dabei beließ ich es. Die beiden Radtouren auf Stufe 4 in dieser Woche sorgten für einen fauchenden Muskelkater. Danach war Stufe 1 schon anstrengend.

Ein kluges Kind!

Tag 93. Diese Woche habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt bei mir immer mal wieder eine Woche, in der Körper und Gemüt Ruhe benötigen. Warum das in dieser und nicht einer anderen Woche der Fall ist, kann ich nicht sagen. Eines habe ich aber in den Jahren gelernt. Ich gebe besser nach. Mit Gewalt kann ich eine Müdigkeitsphase nicht überwinden. Klar kann ich eine Woche oder zwei über die Müdigkeit hinweg laufen. Aber die Müdigkeit häuft sich dann auf und irgendwann geht gar nichts mehr. Also genieße ich eine reduzierte Woche und versuche, kein schlechtes Gewissen zu haben, was nicht so leicht ist.

Am letzten Sonntag (Tag 87) fühlte ich mich von der Aufregung am Vortag noch wie gerädert. Trotzdem raffte ich mich zu den Stabi-Übungen auf.

Am Montag (Tag 88) war der Himmel morgens noch bedeckt und die Luft etwas kühler als in der Woche zuvor. Mein Weg zum See (18 km) war frisch und angenehm. Das Wasser im See war lau. Mein Thermometer zum Messen der Wassertemperatur habe ich ja nicht mehr. Ich kann deshalb keinen Messwert angeben. Ich schwamm recht kurz und lief wieder nach Hause. Die Atmung ging ziemlich gut. Am einen oder anderen Hügel fühlte ich mich fast wieder stark und gesund – mit Betonung auf fast.

Am Dienstag (Tag 89) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Dabei ging es mir gut und ich genoss die Stärke, die ich in mir fühlte. Auf unserem Balkon stellten die Krähen ein Junges ab. Es hatte noch einen roten Schlund. Wenn die alten zum Füttern kamen, riss es den Schnabel auf, krächzte und flatterte mit den Flügeln.

Am Mittwoch (Tag 90) wäre wieder ein Bad im See dran gewesen. Aber ich fühlte mich schlapp. So genoss ich in aller Ruhe den Morgen und blieb zu Haus. Abends machte ich die Kraftübungen für die Arme. Dem Krähenjungen legten die Eltern nun das Essen auf den Boden. Selber essen war angesagt. Da der Mittwoch ein heißer Tag war und das Krähenkind auf unserem Balkon in der Sonne auf die Eltern warten musste, wurde ihm furchtbar warm. Da badete es in der groß bemessenen Trinkschale, um sich abzukühlen. Ein kluges Kind!

Am Donnerstag (Tag 91) wiederholte ich den ruhigen häuslichen Morgen. Ich eröffnete den Tag mit dem kurzen Krafttraining für den Bauch. Damit war besiegelt, daß ich tatsächlich nicht zum See laufen würde. Die Woche würde also etwas ruhiger werden. Der Gedanke fühlte sich gut an. Mein Körper und mein Gemüt verlangten etwas Zurückhaltung. Sie sind kein Schweizer Uhrwerk. Deshalb kam ich dem Verlangen nach und genoss eine ruhigere Woche. Das schlechte Gewissen, das mich immer wieder ansprang, schüttelte ich ab so gut es ging.

Am Freitag (Tag 92) machte ich morgens Stabi-Übungen. Das schlechte Gewissen wurde lauter. Mit viel Mühe rang ich es nieder. Ich fühlte, wie sich Kraft in mir ausbreitete. Die Müdigkeit brandete nur noch in schwachen Wellen durch meinen Körper. Die Erholung näherte sich. Nächste Woche geht es wieder mit frischer Kraft ans Werk.

Heute, am Samstag (Tag 93) machte ich morgens Armtraining und nahm mir für den Abend die kurze Baucheinheit vor. Das Krähenjunge kam wieder zum Baden.

Das keifende Blesshühnchen

Tag 72. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Ein leichter Wind strich durch die Blätter. Die Pflanzen grünten saftig. Hier und da entfalteten sich Blütendüfte. Brennnesseln säumten kniehoch die Wegesränder. Die Wiesen waren reif zum Mähen. Glückliche Tage, die aber an der Kraft zehrten. Deshalb blieb ich der prallen Frühlingswelt in der zweiten Wochenhälfte fern. Ich lauschte dem vorbei rauschenden Zeitenstrom, ließ mich aber nicht mitreißen. Ich sammelte Kräfte.

Am letzten Sonntag (Tag 66) ersetzte ich das sonntägliche Dehnen durch etwas, das „Mobility“ heißt. Das war leichter. Das Knie war dankbar und ist nun schon fast wieder gut.

Am Pfingstmontag (Tag 67) lief ich zum Badesee (19 km). Die Lufttemperatur betrug 17 °C, die Wassertemperatur 18 °C. Ich schwamm wie immer in eine Richtung. Dabei beobachtete ich, wie ein Graureiher das Schilf anflog. Ich dachte, der wird dort wohl landen. Aber soweit kam er nicht. Ein kleines Blesshühnchen kam mit weit aufgerissenem Schnabel keifend und flügelschlagend aus dem Schilf. Der Graureiher machte, daß er weg kam und setzte sich weit entfernt neben den Kormoran auf einen Baumstamm. Der Kormoran ließ sich durch diesen Besucher nicht beim Trocknen seines Gefieders stören. Nach einer viertel Stunde wurde es mir kalt und ich drehte um. Nun blies heftiger Wind Wellen auf mich zu. Plötzlich bekam ich Atemnot und schwamm ziemlich gequält an das gerade noch erreichbare Ufer. Von da musste ich mich auf einem kleinen, geschützten Entenpfad über umgefallene Bäume und durch Gesträuch zu meinen Klamotten zurück retten. Aus irgendeinem Grund hatte ich richtig Probleme mit der Atmung. Zu meiner Beruhigung kann ich aber sagen, daß mir in jedem Moment klar war, daß ich es zurück zum Ufer schaffen würde.

Am Dienstag (Tag 68) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Diesmal erschienen sie mir gar nicht so schwer. Abends machte ich noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 69) war ich wieder am See (19 km). Es war ein herrlicher Sonnentag. Die Luft war warm (22 °C) und das Wasser kalt (18 °C). Damit ich nicht wieder in Seenot geriet, verließ ich schon nach zehn Minuten das Wasser. Die kurze Abkühlung im Wasser war ein Genuss.

Am Donnerstag (Tag 70) beschränkte ich mich auf die Mehrung der Kraft im Rumpf, am Freitag (Tag 71) in den Armen.

Heute am Samstag (Tag 72) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Am frühen Nachmittag widmete ich mich der Kraft im Bauch.

Der Sturm ist da

1361. Derweil draußen die Eiswinde herumlungern, tröste ich mich drinnen mit Krafttraining. Natürlich fürchte ich, daß meine Ausdauer verloren geht. Meine Hoffnung ist, daß der Zuwachs an Kraft den Körper beim Laufen letztendlich leichter wirken läßt und die Ausdauer bei Bedarf wieder zu mir zurückfindet. Obwohl ich weiterhin täglich ein paar Kilometer laufe, reicht das längst nicht, um die fröhliche Leichtigkeit herbei zu zaubern, die sich durch längere Läufe einstellt.

Am Sonntag (Tag 1355) war Eiswind. Ich lief eine auf sechs Kilometer erweiterte Ententeichrunde. Wie immer am Sonntag waren viele Menschen unterwegs. Viele Väter rannten neben und hinter Kindern auf kleinen Fahrrädern her. Bemerkenswert war, daß fast jeder Vater sich einer anderen Sprache bediente. Syrisch, Russisch, Englisch, Französisch und Deutsch war darunter. Schenkt der Welt Kinderfahrräder! Die Männer rennen dann gutgelaunt hinter krähenden kleinen Kindern auf kleinen Fahrrädern her und alles wird gut. Abends habe ich geturnt.

Am Montag (Tag 1356) ging es in aller Frühe auf die Parkseerunde. Es war noch dunkel. Die Karnickel waren schon aktiv. Sie hoppelten über die Wege und ließen sich von mir nicht beeindrucken. Auch die Amseln waren schon wach. Eine blieb mitten auf dem Weg sitzen als wollte sie sagen: „Ich drücke die Augen fest zu und rühre mich nicht von der Stelle. Dann kann mir nichts passieren!“. Ich war froh, daß ich den kleinen Schatten am Boden erkannt hatte und das Amselchen nicht unter meinen Riesen-Füssen zermalmt wurde. Auf dem Heimweg flogen drei Schwärme von je zwanzig Spatzen lautlos an mir vorbei. Es wurde gerade hell. Der Tag fing an. Abends habe ich geturnt.

Am Dienstag (Tag 1357) war ich schlapp und lustlos. Die Ententeichrunde genügte mir. Die Sonne konnte mich nicht erheitern. Nicht einmal der kleine Reiher, der am Rand des Teiches ganz verloren auf das Eis starrte, konnte mich rühren. Abends turnte ich lustlos. Diese Tage gibt es. Diese Tage gebe ich dem unverzüglichen Vergessen anheim.

Am Mittwoch (Tag 1358) turnte ich am Morgen. Es lief sehr gut und gab mir Energie für den Tag. Abends ging ich auf die Ententeichrunde. Eine Orkanwarnung war ausgegeben worden Und tatsächlich: es stürmte und regnete stark. Ich wurde bis auf die Haut nass. Auf meinem Weg lagen dicke Äste, die der Wind abgerissen hatte. Jakob van Hoddis fing an in meinem Kopf herum zu spuken:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Am Donnerstag (Tag 1359) lief ich vor dem zweiten Orkantief die Parkseerunde. Am Ententeich stand wieder der kleine Reiher. Im Teich und im See schwammen die Enten zwischen den Eisschollen. Wo die Enten wohl sind, wenn der Teich und der See zugefroren ist? Auf dem Rückweg stand eine Krähe am Wegesrand. Sie wühlte mit ihrem Schnabel voller Leidenschaft in dem vermodernden Laubmatsch vom vorigen Jahr. Als ich an ihr vorbei lief, ließ sie mich durch zweimaliges lautes Krähen wissen, daß das ihr Laubmatsch ist, und ich mich gefälligst fern zu halten hätte. Abends turnte ich.

Am Freitag (Tag 1360) lief ich in sonnigem Eiswind die Parkseerunde. Der See war aufgetaut. Zwei Schwäne glänzten weiß auf dem kalten Wasser. Abends ging ich ungeturnt ins Bett.

Heute, am Samstag (Tag 1361) ist Selbstgebackener-Apfelkuchen-Tag mit der Familie. Deshalb lief ich sehr früh zum Ententeich. An Stelle von Turnen werde ich Apfelkuchen backen und dann wird geschmaust -aber bitte mit Sahne!

Don‘t worry, be happy

1354. Das Krafttraining ist anstrengend! Ich schwitze! Und ich habe Muskelkater! Daraus schließe ich, daß ich die Frage nach der Muskelkraft vollkommen unterschätzt habe. Wenn es mir hilft, weiterhin Spaß beim Laufen zu haben, ja vielleicht sogar mehr Spaß, dann nehme ich Schweiß und Muskelkater in Kauf. Ich denke mir folgendes: Das Laufen allein als Stimulus für den Körper war weitgehend ausgereizt. Noch weiter und noch länger Laufen wäre nicht sehr effektiv gewesen. Als neuer Stimulus dient das Krafttraining. Im Moment würde ich am liebsten den ganzen Tag Krafttraining machen, nur um zu sehen, was da noch geht. Der Muskelkater bewahrt mich davor.

Am Sonntag (Tag 1348) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Das sind derzeit 5 km. Und ich muss sagen, mir tut es sehr gut, so wenig zu laufen. Die Lunge freut sich über die Kürze der Läufe im Eiswind. Abends habe ich schwer mit mir gekämpft, ob ich trotz Muskelkater turne. Schließlich habe ich mich für das Dehnen der nicht betroffenen Muskeln entschieden.

Am Montag (Tag 1349) machte ich noch vor der Ententeichrunde Krafttraining. Das merkte ich beim Laufen deutlichst. Die Beine waren schwer. Ja, der ganze Körper war schwer. Krafttraining ist im Moment mein Schwerpunkt. Also freute ich mich über meinen bleischweren Körper.

Am Dienstag (Tag 1350) war der erste Tag ohne Eiswind und es schien die Sonne. Ich begab mich auf die Parkseerunde (8 km). Es war wie eine Erlösung. Die Seele lockerte sich mit jedem Schritt. Der Körper wurde warm. Der Atem fing an zu fließen. Zu Hause merkte ich dann allerdings, daß das Krafttraining in meinen Muskeln saß. Ich fing an zu verstehen, daß die Muskeln nicht über Nacht regenerieren. Sogar ein kurzer langsamer Parkrundenlauf könnte zu viel sein. Es war rücksichtsvoll, das Spazieren als Ergänzung vorzuschlagen. Es war falsch, daß ich mein letztes Glöcklein hörte, als ich vom Spazieren las. Nein, das Laufen soll einen neuen, kraftvollen Aufschwung nehmen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie ich mich an das Krafttraining gewöhne und wie viel ich daneben laufen kann. Auf jeden Fall waren -4 °C in der Sonne ohne Wind für die Atmung kein Problem. Das ist ja schon mal sehr erfreulich. Abends habe ich noch ein wenig geturnt, wobei ich die vom Muskelkater gekränkten Beine ausließ.

Am Mittwoch (Tag 1351) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Die Sonne schien und es herrschten Plusgrade. Noch war der Ententeich gefroren und wurde als Schlittschuhbahn verwendet. Die plötzliche Wärme ging mir auf den Kreislauf. Das Krafttraining lies ich aus.

Am Donnerstag (Tag 1352) habe ich das Krafttraining in aller Frühe gemacht. Ich muss das zumindest jetzt, in der Eingewöhnungsphase, vor dem Laufen machen, damit ich es nicht auf den nächsten Tag verschiebe. Die Sätze nenne ich jetzt den ersten Satz, dann den mittleren Satz und schließlich den mörderischen Satz. Am Nachmittag lief ich noch die Parkseerunde. Ich lief das erste mal seit Wochen mit Laufschuhen und ließ die schweren Winterstiefel zu Hause. Die Sonne schien. Es war warm. Ich hätte am liebsten meinen Windschutz ausgezogen und wäre im kurzärmeligen T-Shirt gelaufen. Herrlich!

Am Freitag (Tag 1353) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Auf der Wiese vor dem Teich stand Tauwasser, das nicht abfließen konnte, weil der Boden noch gefroren war. Ein Schwarm Krähen hatte sich zum Schmaus auf der Wiese eingefunden. Sie gruben ihre Schnäbel in die Matschepampe und wendeten voller Glück jedes halbverfaulte Blatt, das sie fanden. Guten Appetit! Am Abend habe ich mich wieder dem Turnen gewidmet.

Heute, am Samstag (Tag 1354) habe ich den Tag mit dem Krafttraining eröffnet. Es lief viel besser als erwartet. Anschließend begab ich mich auf die Ententeichrunde. Dabei überfiel mich folgendes Liedlein, das in meinem Kopf als Endlosschleife ertönte: „Don’t worry, be happy. / In every life we have some trouble. / But when you worry you make it double /
Don’t worry, be happy.“.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Woche!