Ein kluges Kind!

Tag 93. Diese Woche habe ich es etwas ruhiger angehen lassen. Es gibt bei mir immer mal wieder eine Woche, in der Körper und Gemüt Ruhe benötigen. Warum das in dieser und nicht einer anderen Woche der Fall ist, kann ich nicht sagen. Eines habe ich aber in den Jahren gelernt. Ich gebe besser nach. Mit Gewalt kann ich eine Müdigkeitsphase nicht überwinden. Klar kann ich eine Woche oder zwei über die Müdigkeit hinweg laufen. Aber die Müdigkeit häuft sich dann auf und irgendwann geht gar nichts mehr. Also genieße ich eine reduzierte Woche und versuche, kein schlechtes Gewissen zu haben, was nicht so leicht ist.

Am letzten Sonntag (Tag 87) fühlte ich mich von der Aufregung am Vortag noch wie gerädert. Trotzdem raffte ich mich zu den Stabi-Übungen auf.

Am Montag (Tag 88) war der Himmel morgens noch bedeckt und die Luft etwas kühler als in der Woche zuvor. Mein Weg zum See (18 km) war frisch und angenehm. Das Wasser im See war lau. Mein Thermometer zum Messen der Wassertemperatur habe ich ja nicht mehr. Ich kann deshalb keinen Messwert angeben. Ich schwamm recht kurz und lief wieder nach Hause. Die Atmung ging ziemlich gut. Am einen oder anderen Hügel fühlte ich mich fast wieder stark und gesund – mit Betonung auf fast.

Am Dienstag (Tag 89) machte ich die Übungen mit der einbeinigen Kniebeuge. Dabei ging es mir gut und ich genoss die Stärke, die ich in mir fühlte. Auf unserem Balkon stellten die Krähen ein Junges ab. Es hatte noch einen roten Schlund. Wenn die alten zum Füttern kamen, riss es den Schnabel auf, krächzte und flatterte mit den Flügeln.

Am Mittwoch (Tag 90) wäre wieder ein Bad im See dran gewesen. Aber ich fühlte mich schlapp. So genoss ich in aller Ruhe den Morgen und blieb zu Haus. Abends machte ich die Kraftübungen für die Arme. Dem Krähenjungen legten die Eltern nun das Essen auf den Boden. Selber essen war angesagt. Da der Mittwoch ein heißer Tag war und das Krähenkind auf unserem Balkon in der Sonne auf die Eltern warten musste, wurde ihm furchtbar warm. Da badete es in der groß bemessenen Trinkschale, um sich abzukühlen. Ein kluges Kind!

Am Donnerstag (Tag 91) wiederholte ich den ruhigen häuslichen Morgen. Ich eröffnete den Tag mit dem kurzen Krafttraining für den Bauch. Damit war besiegelt, daß ich tatsächlich nicht zum See laufen würde. Die Woche würde also etwas ruhiger werden. Der Gedanke fühlte sich gut an. Mein Körper und mein Gemüt verlangten etwas Zurückhaltung. Sie sind kein Schweizer Uhrwerk. Deshalb kam ich dem Verlangen nach und genoss eine ruhigere Woche. Das schlechte Gewissen, das mich immer wieder ansprang, schüttelte ich ab so gut es ging.

Am Freitag (Tag 92) machte ich morgens Stabi-Übungen. Das schlechte Gewissen wurde lauter. Mit viel Mühe rang ich es nieder. Ich fühlte, wie sich Kraft in mir ausbreitete. Die Müdigkeit brandete nur noch in schwachen Wellen durch meinen Körper. Die Erholung näherte sich. Nächste Woche geht es wieder mit frischer Kraft ans Werk.

Heute, am Samstag (Tag 93) machte ich morgens Armtraining und nahm mir für den Abend die kurze Baucheinheit vor. Das Krähenjunge kam wieder zum Baden.

Advertisements

Das keifende Blesshühnchen

Tag 72. Die Sonne schien und der Himmel war blau. Ein leichter Wind strich durch die Blätter. Die Pflanzen grünten saftig. Hier und da entfalteten sich Blütendüfte. Brennnesseln säumten kniehoch die Wegesränder. Die Wiesen waren reif zum Mähen. Glückliche Tage, die aber an der Kraft zehrten. Deshalb blieb ich der prallen Frühlingswelt in der zweiten Wochenhälfte fern. Ich lauschte dem vorbei rauschenden Zeitenstrom, ließ mich aber nicht mitreißen. Ich sammelte Kräfte.

Am letzten Sonntag (Tag 66) ersetzte ich das sonntägliche Dehnen durch etwas, das „Mobility“ heißt. Das war leichter. Das Knie war dankbar und ist nun schon fast wieder gut.

Am Pfingstmontag (Tag 67) lief ich zum Badesee (19 km). Die Lufttemperatur betrug 17 °C, die Wassertemperatur 18 °C. Ich schwamm wie immer in eine Richtung. Dabei beobachtete ich, wie ein Graureiher das Schilf anflog. Ich dachte, der wird dort wohl landen. Aber soweit kam er nicht. Ein kleines Blesshühnchen kam mit weit aufgerissenem Schnabel keifend und flügelschlagend aus dem Schilf. Der Graureiher machte, daß er weg kam und setzte sich weit entfernt neben den Kormoran auf einen Baumstamm. Der Kormoran ließ sich durch diesen Besucher nicht beim Trocknen seines Gefieders stören. Nach einer viertel Stunde wurde es mir kalt und ich drehte um. Nun blies heftiger Wind Wellen auf mich zu. Plötzlich bekam ich Atemnot und schwamm ziemlich gequält an das gerade noch erreichbare Ufer. Von da musste ich mich auf einem kleinen, geschützten Entenpfad über umgefallene Bäume und durch Gesträuch zu meinen Klamotten zurück retten. Aus irgendeinem Grund hatte ich richtig Probleme mit der Atmung. Zu meiner Beruhigung kann ich aber sagen, daß mir in jedem Moment klar war, daß ich es zurück zum Ufer schaffen würde.

Am Dienstag (Tag 68) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Diesmal erschienen sie mir gar nicht so schwer. Abends machte ich noch Übungen für den Bauch.

Am Mittwoch (Tag 69) war ich wieder am See (19 km). Es war ein herrlicher Sonnentag. Die Luft war warm (22 °C) und das Wasser kalt (18 °C). Damit ich nicht wieder in Seenot geriet, verließ ich schon nach zehn Minuten das Wasser. Die kurze Abkühlung im Wasser war ein Genuss.

Am Donnerstag (Tag 70) beschränkte ich mich auf die Mehrung der Kraft im Rumpf, am Freitag (Tag 71) in den Armen.

Heute am Samstag (Tag 72) machte ich morgens das Krafttraining unter anderem mit den einbeinigen Kniebeugen. Am frühen Nachmittag widmete ich mich der Kraft im Bauch.

Der Sturm ist da

1361. Derweil draußen die Eiswinde herumlungern, tröste ich mich drinnen mit Krafttraining. Natürlich fürchte ich, daß meine Ausdauer verloren geht. Meine Hoffnung ist, daß der Zuwachs an Kraft den Körper beim Laufen letztendlich leichter wirken läßt und die Ausdauer bei Bedarf wieder zu mir zurückfindet. Obwohl ich weiterhin täglich ein paar Kilometer laufe, reicht das längst nicht, um die fröhliche Leichtigkeit herbei zu zaubern, die sich durch längere Läufe einstellt.

Am Sonntag (Tag 1355) war Eiswind. Ich lief eine auf sechs Kilometer erweiterte Ententeichrunde. Wie immer am Sonntag waren viele Menschen unterwegs. Viele Väter rannten neben und hinter Kindern auf kleinen Fahrrädern her. Bemerkenswert war, daß fast jeder Vater sich einer anderen Sprache bediente. Syrisch, Russisch, Englisch, Französisch und Deutsch war darunter. Schenkt der Welt Kinderfahrräder! Die Männer rennen dann gutgelaunt hinter krähenden kleinen Kindern auf kleinen Fahrrädern her und alles wird gut. Abends habe ich geturnt.

Am Montag (Tag 1356) ging es in aller Frühe auf die Parkseerunde. Es war noch dunkel. Die Karnickel waren schon aktiv. Sie hoppelten über die Wege und ließen sich von mir nicht beeindrucken. Auch die Amseln waren schon wach. Eine blieb mitten auf dem Weg sitzen als wollte sie sagen: „Ich drücke die Augen fest zu und rühre mich nicht von der Stelle. Dann kann mir nichts passieren!“. Ich war froh, daß ich den kleinen Schatten am Boden erkannt hatte und das Amselchen nicht unter meinen Riesen-Füssen zermalmt wurde. Auf dem Heimweg flogen drei Schwärme von je zwanzig Spatzen lautlos an mir vorbei. Es wurde gerade hell. Der Tag fing an. Abends habe ich geturnt.

Am Dienstag (Tag 1357) war ich schlapp und lustlos. Die Ententeichrunde genügte mir. Die Sonne konnte mich nicht erheitern. Nicht einmal der kleine Reiher, der am Rand des Teiches ganz verloren auf das Eis starrte, konnte mich rühren. Abends turnte ich lustlos. Diese Tage gibt es. Diese Tage gebe ich dem unverzüglichen Vergessen anheim.

Am Mittwoch (Tag 1358) turnte ich am Morgen. Es lief sehr gut und gab mir Energie für den Tag. Abends ging ich auf die Ententeichrunde. Eine Orkanwarnung war ausgegeben worden Und tatsächlich: es stürmte und regnete stark. Ich wurde bis auf die Haut nass. Auf meinem Weg lagen dicke Äste, die der Wind abgerissen hatte. Jakob van Hoddis fing an in meinem Kopf herum zu spuken:

Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
In allen Lüften hallt es wie Geschrei,
Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
Und an den Küsten – liest man – steigt die Flut.
Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
An Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.

Am Donnerstag (Tag 1359) lief ich vor dem zweiten Orkantief die Parkseerunde. Am Ententeich stand wieder der kleine Reiher. Im Teich und im See schwammen die Enten zwischen den Eisschollen. Wo die Enten wohl sind, wenn der Teich und der See zugefroren ist? Auf dem Rückweg stand eine Krähe am Wegesrand. Sie wühlte mit ihrem Schnabel voller Leidenschaft in dem vermodernden Laubmatsch vom vorigen Jahr. Als ich an ihr vorbei lief, ließ sie mich durch zweimaliges lautes Krähen wissen, daß das ihr Laubmatsch ist, und ich mich gefälligst fern zu halten hätte. Abends turnte ich.

Am Freitag (Tag 1360) lief ich in sonnigem Eiswind die Parkseerunde. Der See war aufgetaut. Zwei Schwäne glänzten weiß auf dem kalten Wasser. Abends ging ich ungeturnt ins Bett.

Heute, am Samstag (Tag 1361) ist Selbstgebackener-Apfelkuchen-Tag mit der Familie. Deshalb lief ich sehr früh zum Ententeich. An Stelle von Turnen werde ich Apfelkuchen backen und dann wird geschmaust -aber bitte mit Sahne!

Don‘t worry, be happy

1354. Das Krafttraining ist anstrengend! Ich schwitze! Und ich habe Muskelkater! Daraus schließe ich, daß ich die Frage nach der Muskelkraft vollkommen unterschätzt habe. Wenn es mir hilft, weiterhin Spaß beim Laufen zu haben, ja vielleicht sogar mehr Spaß, dann nehme ich Schweiß und Muskelkater in Kauf. Ich denke mir folgendes: Das Laufen allein als Stimulus für den Körper war weitgehend ausgereizt. Noch weiter und noch länger Laufen wäre nicht sehr effektiv gewesen. Als neuer Stimulus dient das Krafttraining. Im Moment würde ich am liebsten den ganzen Tag Krafttraining machen, nur um zu sehen, was da noch geht. Der Muskelkater bewahrt mich davor.

Am Sonntag (Tag 1348) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Das sind derzeit 5 km. Und ich muss sagen, mir tut es sehr gut, so wenig zu laufen. Die Lunge freut sich über die Kürze der Läufe im Eiswind. Abends habe ich schwer mit mir gekämpft, ob ich trotz Muskelkater turne. Schließlich habe ich mich für das Dehnen der nicht betroffenen Muskeln entschieden.

Am Montag (Tag 1349) machte ich noch vor der Ententeichrunde Krafttraining. Das merkte ich beim Laufen deutlichst. Die Beine waren schwer. Ja, der ganze Körper war schwer. Krafttraining ist im Moment mein Schwerpunkt. Also freute ich mich über meinen bleischweren Körper.

Am Dienstag (Tag 1350) war der erste Tag ohne Eiswind und es schien die Sonne. Ich begab mich auf die Parkseerunde (8 km). Es war wie eine Erlösung. Die Seele lockerte sich mit jedem Schritt. Der Körper wurde warm. Der Atem fing an zu fließen. Zu Hause merkte ich dann allerdings, daß das Krafttraining in meinen Muskeln saß. Ich fing an zu verstehen, daß die Muskeln nicht über Nacht regenerieren. Sogar ein kurzer langsamer Parkrundenlauf könnte zu viel sein. Es war rücksichtsvoll, das Spazieren als Ergänzung vorzuschlagen. Es war falsch, daß ich mein letztes Glöcklein hörte, als ich vom Spazieren las. Nein, das Laufen soll einen neuen, kraftvollen Aufschwung nehmen. Die nächsten Wochen werden zeigen, wie ich mich an das Krafttraining gewöhne und wie viel ich daneben laufen kann. Auf jeden Fall waren -4 °C in der Sonne ohne Wind für die Atmung kein Problem. Das ist ja schon mal sehr erfreulich. Abends habe ich noch ein wenig geturnt, wobei ich die vom Muskelkater gekränkten Beine ausließ.

Am Mittwoch (Tag 1351) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Die Sonne schien und es herrschten Plusgrade. Noch war der Ententeich gefroren und wurde als Schlittschuhbahn verwendet. Die plötzliche Wärme ging mir auf den Kreislauf. Das Krafttraining lies ich aus.

Am Donnerstag (Tag 1352) habe ich das Krafttraining in aller Frühe gemacht. Ich muss das zumindest jetzt, in der Eingewöhnungsphase, vor dem Laufen machen, damit ich es nicht auf den nächsten Tag verschiebe. Die Sätze nenne ich jetzt den ersten Satz, dann den mittleren Satz und schließlich den mörderischen Satz. Am Nachmittag lief ich noch die Parkseerunde. Ich lief das erste mal seit Wochen mit Laufschuhen und ließ die schweren Winterstiefel zu Hause. Die Sonne schien. Es war warm. Ich hätte am liebsten meinen Windschutz ausgezogen und wäre im kurzärmeligen T-Shirt gelaufen. Herrlich!

Am Freitag (Tag 1353) bin ich die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Auf der Wiese vor dem Teich stand Tauwasser, das nicht abfließen konnte, weil der Boden noch gefroren war. Ein Schwarm Krähen hatte sich zum Schmaus auf der Wiese eingefunden. Sie gruben ihre Schnäbel in die Matschepampe und wendeten voller Glück jedes halbverfaulte Blatt, das sie fanden. Guten Appetit! Am Abend habe ich mich wieder dem Turnen gewidmet.

Heute, am Samstag (Tag 1354) habe ich den Tag mit dem Krafttraining eröffnet. Es lief viel besser als erwartet. Anschließend begab ich mich auf die Ententeichrunde. Dabei überfiel mich folgendes Liedlein, das in meinem Kopf als Endlosschleife ertönte: „Don’t worry, be happy. / In every life we have some trouble. / But when you worry you make it double /
Don’t worry, be happy.“.

In diesem Sinne wünsche ich allen eine schöne Woche!

Neuerungen!

1347. Eigentlich wollte ich diese Woche wieder fröhlich drauf los laufen. Aber das Wetter hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nach zwei milden Tagen brach die Eiszeit von Neuem herein. Kalte Muskeln und kalte Luft sind für meine Lunge in ihrer derzeitigen Verfassung keine Idealbedingungen. So beschränkte ich mich an den Tagen mit Eiseskälte plus Eiswind auf die Ententeichrunde. Ich beließ es bei erweiterten Ententeichrunden. Ich hatte auf den kurzen Wegen dennoch gute Laune, auch wenn sich das Lächeln des Wintersönnchens unter seiner grauen Wolkendecke kaum erahnen ließ. Die kalte Winterlandschaft tröstete mit ihrer seltsamen Erstarrung über ihr graues Dasein hinweg. Wenn der Körper nach ein paar Minuten anfing zu begreifen, daß er warm werden musste, um nicht ebenfalls der Erstarrung anheim zu fallen, dann fühlte sich die Kälte sogar belebend an. Aber eine Grundmüdigkeit steckte in mir. So war ich froh, als der Vorschlag vom Sportwissenschaftler das „Laufen“ beschränkte und den Schwerpunkt auf Stabi-Übungen legte. Die Hoffnung, daß meine sommerlichen Schwimmabenteuer im See von den Neuerungen profitieren können, lebt in mir weiter.

Den letzten Sonntag (Tag 1341) habe ich mit Krafttraining und anschließendem Dehnen eröffnet. Das Krafttraining ging sehr gut. Danach war ich auf der Ententeichrunde. Es war ein diesiger, aber recht milder Tag. Viele Menschen und ein paar Krähen habe ich unterwegs gesehen. Das Laufen war sehr anstrengend, stimmte mich aber froh und munter.

Am Montag (Tag 1342) ging es bei diesigem Wetter auf die Waldseerunde (14 km). Außerhalb der Stadt waren die Wege immer noch vereist. Die Luft war feucht und kalt. Im Wald zwitscherten die Vögel. Überall sah man in den Baumwipfeln frisch renovierte oder neugebaute Nester. Das Leben geht weiter! Abends habe ich noch etwas für die Kraft getan.

Am Dienstag (Tag 1343) bin ich gleich wieder auf die Waldseerunde (14 km) gegangen. Es war ein nebliger eiskalter Tag. Die Bächlein und Seen aus dem Tauwasser der letzten Woche waren wieder gefroren. Es war spiegelglatt. Dementsprechend war kaum jemand im Wald. Diesmal hatte ich Spikes dabei, die ich auf der Sohle der Winterstiefel anbrachte. Genutzt hat es wenig. Es war dennoch glatt. Mir ist richtig warm geworden – endlich mal wieder. Es war eine schöne Rutschpartie unter grauer Wolkendecke. Abends habe ich mich dem Dehnen gewidmet.

Am Mittwoch (Tag 1344) und Donnerstag (Tag 1345) wagte ich mich bei eisigem Wind und Minustemperaturen nur auf die Ententeichrunde. Abends machte ich jeweils Krafttraining. Donnerstag kam gegen Mittag die so heiß ersehnte sportwissenschaftliche Auswertung der Spiroergometrie von vor drei Wochen. Danach liest die Wissenschaft ohne Kenntnis meiner Person und ohne Kenntnis meines sportlichen Vorlebens aus vielen Kurven: Ich soll drei Mal die Woche je maximal eine Stunde spazieren gehen, und drei mal die Woche sechs Stabi-Übungen machen. Bisher habe ich immer nur einen Satz bei solchen Übungen gemacht. Jetzt sollen es zwei bis drei Sätze werden! Ich habe die Übungen am Abend durchgeturnt. Von der Anstrengung konnte ich mich schnell erholen.

Am Freitag (Tag 1346) habe ich mich der Minustemperatur wegen und der derzeit sehr strapazierten Lunge zuliebe wieder nur auf die etwas erweiterte Ententeichrunde begeben. Ich fühlte mich schlapp und ausgelaugt. In meinem Kopf ertönten die ganze Zeit einige Zeilen aus einem alten Schlager: „Good Bye Mama, it‘s hard to die, when all the birds are singing in the sky. We had fun, we had joy, we had seasons in the sun“, und dann ging es wieder von vorne los. Abends habe ich geturnt.

Heute, am Samstag (Tag 1347) bin ich wieder brav die erweiterte Ententeichrunde gelaufen. Am Nachmittag werde ich wieder turnen. Ich bin sicher, die Tage werden wieder warm und die Zeiten besser werden.

Mit Kraft und Ausdauer durch den Winter

1333. Diese Woche war der Schwerpunkt Kraft und Flexibilität. Macht das denn Spaß? Ja! Es macht Spaß zu merken, wie schnell der Körper reagiert. Schon nach wenigen Tagen hatte ich das Gefühl, ich bin stärker geworden. Beim Dehnen reagierte der Körper noch schneller. Wenn sich irgendwo im Körper eine Verspannungen eingenistet hatte, dann wurde ich sofort belohnt. Denn die Verspannung verschwand sofort. Krafttraining und Dehnen tun wirklich gut. Ich frage mich, warum ich das nicht öfter mache. Wahrscheinlich weil der nächste Tag nach dem Krafttraining und nach dem Dehnen ein gewisses Unwohlsein in den Muskeln hervorruft. Es ist nicht Muskelkater. Es ist eine leichte Erschöpfung und die Muskeln sind irgendwie zäh. Vielleicht ist es wie beim täglich Laufen. Der Körper muss sich daran gewöhnen. Jetzt, da die Lunge in der Eiseskälte schwächelt, ist eine gute Gelegenheit den Körper daran zu gewöhnen.

Am letzten Sonntag (Tag 1327) war ich am Ententeich. Die Sonne schien endlich einmal wieder. Es wimmelte nur so von Spaziergängern. Auf dem Ententeich fuhren Kinder mit Schlittschuhen herum oder schlitterten über den Teich.

Am Montag (Tag 1328) lief ich durch eisigen Nebel zum Ententeich. Die Waldseerunde hätte der Lunge nicht gut getan. Statt dessen habe ich eifrig zu Hause im Warmen geturnt. Und es hat Spaß gemacht. Ich sollte es öfter tun.

Am Dienstag (Tag 1329) war der Tag des Frierens. Ich bin nur kurz gelaufen. Erfreulicherweise geht es der Lunge besser. Zu Hause habe ich abends ausführlich gedehnt und ein bisschen Krafttraining gemacht. Ich kam mir etwas zimperlich vor, weil ich die Läufe zum Waldsee noch nicht wieder aufnehme. Aber Wagemut wäre bei der momentanen Empfindlichkeit meiner Lunge eher Blödheit. Zumal die Apotheken zur Zeit mein Kortisonpräparat nicht haben. Lieferengpass! Alles spricht für die warme Stube.

Am Mittwoch (Tag 1330) war ich wieder am Ententeich. Es war über Null Grad Celsius. Das fühlte sich gut an. Am Abend habe ich mich noch ein bisschen dem Turnen und dem Dehnen gewidmet.

Am Donnerstag (Tag 1331) habe ich mich wieder auf die Waldseerunde (14 km) gewagt. Die Sonne schien und es war endlich mal wieder ein Tag zum Jubilieren. Im Wald, draußen vor der Stadt, war die Schneedecke geschlossen und es pfiff ein kalter Wind. Nichtsdestotrotz war die Luft unvergleichlich milder als an den früheren Eistagen. Der See war zugefroren und die Leute gingen mit ihren Hunden darauf spazieren. Auf dem Heimweg lief ein kleines fröhliches Eichhörnchen über den Weg. Die Krähen sangen von allen Dächern ihre Lieder. Schön war‘s!

Am Freitag (Tag 1332) war wieder die Ententeichrunde dran. Es lief gut. Die Sonne schien, aber es war eisig. Wenigstens habe ich die zweihundert Kilometermarke im Januar überlaufen. Am Abend habe ich wieder Krafttraining mit Dehnen gemacht.

Heute, am Samstag (Tag 1333), jagten sich zwei Eichhörnchen an einem Baumstamm auf dem Weg zum Ententeich. Die Sonne schien. Es wird Frühling! Noch sind aber Minusgrade und der Wind pfeift. So heißt es weiter lungenschonendes Turnen zu Hause statt abenteuerlicher Läufe in der Morgendämmerung.

Ausatmen braucht Kraft

Wie schon lange versprochen folgt endlich mal wieder ein kleiner Beitrag für die Kategorie Krafttraining. Es ist keine allgemeingültige Anleitung. Es ist das, was ich für mich ausprobiere (Ich bin eine 57 Jahre alte Frau). Wer anderer Meinung ist oder Verbesserungsvorschläge hat, darf dies selbstverständlich mitteilen.

Das Ausatmen kostet mich viermal soviel Kraft wie einen Gesunden. Also brauche ich gute Bauchmuskeln. Deshalb mache ich jetzt Ernst mit dem Muskeltraining.

Wie schon im Kapitel Ausatmen beschrieben mache ich neuerdings das Krafttraining nach Anna & Lisa Hahner – Folge 7: http://www.youtube.com/watch?v=8e9i5edr410 . Ziel ist es, die Übung je dreimal hintereinander nachzuturnen.

Außerdem mache ich noch die Übungen, die die junge Frau hier zeigt: www.youtube.com/watch?v=tEMb3zEqsGk . Da ich kein Skateboard habe, mache ich die anderen Übungen, vor allem den „Bergsteiger“. Außerdem mache ich zusätzlich noch Liegesützen.

Bei allen Übungen atme ich bei Belastung aus und achte darauf, nie die Luft anzuhalten. Wichtig ist auch, kein Hohlkreuz zu machen.

Kennt ihr weitere Übungen für die Rumpfmuskulatur? Was macht ihr dafür?