Es geht aufwärts!

Tag 247. Diese Woche ging es mir Tag für Tag besser. Meine Lust zum Krafttraining und zum Laufen/Wandern lugte voller Tatendrang um die Ecke. Das Leben geht weiter!

Am letzten Sonntag (Tag 241) spazierte ich um den Ententeich. Husten und Schnupfen traten nur noch gelegentlich auf. Zum Krafttraining war ich nach der Erkältung noch nicht in der Lage. Da musste so ein kleiner Spaziergang zur Belüftung der Lunge genügen.

Am Montag (Tag 242) ging ich wieder zum Ententeich (3,5 km). Anschließend turnte ich noch ein wenig auf dem Spielplatz, der völlig leer war. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad. Ich fühlte mich schon viel besser. Mein kleines Pulsoximeter zeigte mir die Sauerstoffsättigung an. Schon bei ganz kleinen Zwischenspurts auf dem Rad sank sie unter 90 %. Die Folgen der Erkältung steckten noch in mir. Es wird noch etwas dauern. Aber auch das wird wieder werden.

Am Dienstag (Tag 243) radelte ich 5 km auf Stufe 2. Der Sauerstoff sank nicht mehr unter 90%. Husten und Schnupfen machten sich noch seltener bemerkbar. Na also, es wird wieder.

Am Mittwoch (Tag 244) spazierte ich warm eingemummelt um den Ententeich (3,5 km). Es fühlte sich gut an. Die Treppe am Ententeich lief ich vier mal hoch. Auf dem Ententeich schwammen ein paar Enten. In dem Teich sah ich seit langem mal wieder den riesigen roten Goldfisch. Also lebt er noch! Abends radelte ich 5 km auf Stufe 2 zur Entspannung.

Am Donnerstag (Tag 245) radelte ich am Morgen 5 km auf Stufe 2. Danach machte ich mich auf eine Reise an das andere Ende von Deutschland.

Am Freitag (Tag 246) radelte ich am Morgen 5 km auf Stufe 2. Bei meinem Bruder stand ein Zimmerfahrrad, so daß ich dort radeln konnte. Gegen Mittag war die Beerdigung unseres Vaters bei Sonnenschein. Er war mit 86 Jahren drei Wochen zuvor bei einem Italienurlaub verstorben. Die Beerdigung fand im Wald statt. Das war sehr schön. Jetzt bin ich Vollweise.

Am Samstag (Tag 247) spazierte ich morgens in aller Frühe zu meiner alten Schule. Dies war die heutige Sporteinheit. Danach fuhr ich mit dem Zug quer durch Deutschland und kam am frühen Abend nach Hause. Nun geht es mit vollem Elan in die neue Woche!

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Nur die Nase läuft

Tag 1725. Die Woche fing gut an. Dann kam der Schnupfen Hand in Hand mit Eiseskälte. Dem Schnupfen kann ich leider nicht weglaufen. Meine Lunge läßt sich von so einem kleinen Schnupfen zu sehr beeindrucken. Ihr fehlen die Reserven. Bleiben mir nur die Tugenden Ruhe und Gelassenheit zu trainieren. Eile mit Weile! Nur nichts überstürzen! Es wird alles wieder gut! Habe ich alles schon erlebt! Lese ich halt ein bisschen. Das macht ja auch Spaß.

Am letzten Sonntag (Tag 1719) begab ich mich auf die Badeseerunde (17 km). Die Luft war kalt, der Himmel grau. Kurz vor einem kleinen Ententeich nach knapp vier Kilometern spürte ich am Kopf einen seltsamen Wind. Ich schaute auf und zog sofort den Kopf ein. Ein Graureiher flog über mir und betätigte kräftig seine riesigen Flügel, um an Höhe zu gewinnen. Die langen Beine hätten beinahe meinen Kopf berührt. Nachdem der große Vogel über mich hinweg geflogen war, landete er einige Meter vor mir und schaute mich an als wollte er sagen: „Wollen wir den Sommer zusammen verbringen?“. Ich sagte: „Ich komme im Sommer oft an den See. Da sehen wir uns wieder.“ Ich war überglücklich über die Begegnung. Danke, großer Vogel!

Am Montag (Tag 1720) lief ich nur kurz .

Am Dienstag (Tag 1720) ging es wieder auf die Badesseerunde (18 km). Die Sonne strahlte. Die Luft war kalt. Der See war zugefroren. Am gegenüberliegenden Ufer stand ein nackter Mann, der das Eis aufhackte, um im See zu baden. Im Wald hallte das Gehämmer der Spechte und ein zarter Duft von Harz hatte sich ausgebreitet. Ein Tag zum Sonne Tanken. Yeah, herrlich!

Von Mittwoch (Tag 1721) bis heute, Samstag (Tag 1725) lief ich nur kurz. Ein Schnupfen und Eiseskälte hatten Einzug gehalten. Da hielt ich mich an einem Glas mit heißer Zitrone fest, turnte ein bißchen und trainierte, Gelassenheit an den Tag zu legen.

An der frischen Luft

1193. Der Sommer ging die ganze Woche weiter. Ich ging nicht Schwimmen. Irgendetwas kämpfte in meinem Körper, ließ mich frieren und schwitzen. Da war Schwimmen in kaltem Wasser eine unangenehme Vorstellung. Ein bisschen frische Luft tat allerdings gut. So genoss ich – mal mehr, mal weniger – gemütliche Waldseerunden. Zu meiner großen Verblüffung werde ich, wenn ich morgen nochmals die Waldseerunde mit kleiner Schleife gelaufen bin, in dieser Woche ruhige neunzig Kilometer an der frischen Luft verbracht haben. Derweil erholte ich mich. Vielleicht ist ja was dran, daß Bewegung das Immunsystem stärkt. Jedenfalls treffe ich zur Zeit viele Menschen mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Und irgendetwas in der Art wollte mich in dieser Woche überrennen, schaffte es aber (noch) nicht.

Am Sonntag (1187) schien die Sonne trotz Wetterwarnung vor Starkregen und Blitzen freundlich vom Himmel. Weil ich prognosegläubig bin, bin ich nur kurz gelaufen.

Am Montag (1188) lief ich nur kurz und spazierte die restliche Parkrunde. Ich bekam schlecht Luft. Der Tag war nieselig und grau. Das passte.

Am Dienstag (1189) bin ich die Waldseerunde bei strahlendem Sonnenschein gelaufen (14 km). Es ging sehr gut. Ich war unsagbar erleichtert. Es war also doch kein Infekt. Schwimmen wollte ich aber vorsichtshalber diese Woche nicht mehr.

Am Mittwoch (1190) bin ich die etwas erweiterte Waldseerunde gelaufen (16 km). Es ging sehr schlecht. Ich hatte Kopfschmerzen und in meine Gelenke hatte jemand Sand gestreut. Vielleicht doch ein Infekt?

Am Donnerstag (Tag 1191) lief ich die Waldseerunde in der Frühe (14 km). Der Tag sollte heiß werden, deshalb waren schon viele Menschen unterwegs. Die Sehnsucht nach der Schwimmrunde hielt sich in Grenzen, da es am Morgen doch kühl war. Meine Beschwerden aus den Vortagen machten sich kaum noch bemerkbar. Der vermutete Infekt belastete mich fast gar nicht mehr. Es ging aufwärts. Als ich wieder in die Stadt zurückkam, hatten sich alle Dieselmotoren der Stadt gegen mich in Stellung gebracht. Überall liefen Baumaschinen, Kehrmaschinen, Laubbläser. Autos fuhren herum, die Kinder in Schulen und Kindergärten ablieferten. Lieferwagen mit laufenden Motoren standen vor nahezu jedem Geschäft. Auch die Müllabfuhr erfreute mit ihrer Dienstleistung. Dazu lächelte die Sonne.

Am Freitag (Tag 1192) wurde ich auf der Waldseerunde (15 km) von der strahlenden Sonne begleitet. Ein leichter Wind trug die Hitze hinweg. Der Himmel lud mit blauer Klarheit zum Bade ein. Das aber wagte ich noch nicht. In der Nacht hatten mich Krämpfe geplagt, so daß ich mich noch nicht in den See begeben wollte. Beim Aufstehen hatte ich keine Beschwerden mehr. Der Lauf wurde zu einer wahren Wonne. Ich konnte prima atmen und mich am Laufen selbst erfreuen. Der späte Sommer schmeckte nicht nur mir gut. So nahmen viele Leute dankbar den Nachschlag an. Überall begegneten mir lächelnde, gut gelaunte Menschen und fröhliche Hunde.

Heute am Samstag (Tag 1193) genoss ich wieder die Waldseerunde (14 km). Ich bekam gut Luft und fühlte mich teilweise richtig gut. Da werde ich morgen wohl das erste mal im Leben meine Wochenkilometerzahl auf neunzig hinauflaufen. Dabei gilt für mich immer noch: Das Laufen muss mir Spaß machen. Es soll nichts weh tun. Und um das Körpergewicht geht es mir gar nicht. Ich sehe öfters Damen jeden Alters, die aussehen, als würden sie gleich verhungert sein. Meist schauen sie triumphierend, um nicht zu sagen irre. Mir tut das im Herzen weh. Denn Laufen ist wunderbar befreiend und gesund. Aber wenn man es macht, um mager zu werden ist das ein Missbrauch dieser schönen Fortbewegungsart. In diesem Sinne werde ich jetzt den Mohnkuchen aus dem Backofen nehmen und verspeisen.

Ich wünsche einen schöne Woche!

Kurze Läufe

Tag 892. Am Dienstag (Tag 888) hat sich die Woche in die Woche der kurzen Läufe verwandelt. Eine Müdigkeit hatte mich erfasst. Mir war abwechselnd heiß und kalt und die Atemwege waren ausgetrocken und schmerzten etwas. Ich schwöre ja immer, daß man auf den Körper und seine Signale hören muß. Also habe ich erstaunlich leichten Herzens diese Woche als Ruhewoche abgebucht. Aus Erfahrung weiß ich, daß es keinen Zweck hat mit Gewalt gegen den Körper anzurennen. Manchmal brauche ich so eine Erholungswoche.

Am Sonntag (Tag 886) war ich noch voller Tatendrang. Es war das schönste Herbstwetter aller Zeiten im Monat November angesagt. Der morgendliche Blick aus dem Fenster bestätigte die Voraussage. Ich bin die Badeseerunde gelaufen (20 km). Es war ein unglaublich blauer Himmel. Ein Wind spielte mit den bunten Blättern und kühlte die Haut. Alles wurde von der Sonne erhellt. Das zog viele Menschen nach draußen. So war teilweise Slalom angesagt und Ausweichen auf Nebenstrecken. Beim Eintritt in den Wald hörte ich Vogelpalaver. Hoch über der Waldlichtung sah ich einen Schwarm Graureiher oder Kraniche im Kreis fliegen. Immer wieder gesellten sich kleine Grüppchen hinzu. Bei der Rückkehr in den städtischen Raum wurde ich nicht von Krähen begrüßt, sondern von einem singenden, klingenden Gebüsch in einem der zahlreichen Vorgärten, an denen ich vorbeilaufe. Eine Horde Spatzen hatte sich dort zum gemütlichen, lautstarken Mahl niedergelassen.

Am Montag (Tag 887) bin ich die Parkseerunde gelaufen. Ein Falke, ein Mäusebussard und ein Karnickel haben meinen Weg gekreuzt. Das Licht war schummrig, der Himmel war grau, fast schwarz und sah aus, als ob er alsbald einstürzen wollte. Ich fühlte mich vom Vortag noch müde, so daß der Lauf eher mühsam war. Der Wind hat alles was er zu fassen bekam durch die Gegend gepustet. Das war sehr unangenehm für die Atemwege. Wahrscheinlich hatte sich der Infekt schon eingenistet und die Atemwege empfindlich gemacht. Dennoch habe ich mich hinterher erfrischt und durchgepustet sehr gut gefühlt.

Am Dienstag (Tag 888) und Mittwoch (Tag 889) forderte mein Körper Ruhe. Ich vermutete, mein Immunsystem sei mit einem kleinen Infekt beschäftigt. Ich bin also nur kurz gelaufen. Am Donnerstag (Tag 890) hoffte ich, ich könnte schon wieder weiter laufen. Es ging aber doch nicht. Also schön warten, ausruhen und wieder nur kurz laufen. Das gleiche galt am Freitag (Tag 891) und heute, Samstag (Tag 892). Ab Montag soll es wieder normal weiter gehen. Dann müsste der Akku wieder aufgeladen sein.
Ich wünsche allen eine gesunde neue Woche!

„toll, ehrlich!“

Tag 535. Glücklicherweise konnte ich trotz Erkältung täglich laufen. An Tag 528, also letzten Samstag hatte ich allerdings den Versuch zum Waldsee zu laufen abgebrochen. Schlappheit gepaart mit Lustlosigkeit machten meinen Körper schwer und unbeweglich. Erst am Montag (Tag 530) konnten Seele und Körper wieder genußvolle Momente finden. Ich bin im Park um den kleinen See gelaufen. Die Atmung war frei und es ging flott voran, auch wenn sich nach halbem Weg die Schlappheit für ein oder zwei Kilometer zurückmeldete. Am Dienstag (Tag 531) und Mittwoch (Tag 532) bin ich nochmals diese Parkrunde gelaufen. Immer wieder stellte sich kurz mal Leichtigkeit, Glück und Losgelöstheit ein. Das Gefühl von Freiheit war jedoch noch fern. Vom Boden wegfedern, die Hügel hochfliegen: das ist im Moment eine Erinnerung an fernes Glück. Noch überwiegt Stampfen, Schnaufen und Schwitzen. Auch das Schwimmbad ist mir noch zu anstrengend. Kleine Krafttrainingsversuche über den Tag verteilt sollen mich kräftigen, damit bald wieder die glücklichen Momente im Vordergrund stehen. Gestern, am Freitag (Tag 534) bin ich das erstemal wieder zum Waldsee gelaufen und um den Waldsee herum (14 km). Dieser Lauf fühlte sich schon wesentlich besser an. Während des Laufens wurde das bißchen Licht, das durch den Nebelschleier drang heller und die wenigen Blätter, die noch an den Bäumen hingen, wurden bunter. Auch die Menschen, die mir begegneten lächelten froh. Ein Herr mit Aktentasche und lustigem Schnauzbart rief mir ausgelassen zu: „Sie machen das ganz toll, ehrlich!“ Ja, so ein Läufchen vertreibt einen trüben Novembertag und wirkt belebend. Und eben beim kurzen Lauf am Samstag (Tag 535) rief mir eine Nachbarin zu: „Ui, wie schnell!“. Na ja, 200 m später mußte ich dann um Luft ringen. Morgen geht es wieder zum Waldsee.