Voller Leben!

Tag 345. Diese Woche war ich voller Leben. Die Fahrten mit den Inline-Rollschuhen machten Spaß. Das Krafttraining nahm ich wieder in mein Programm auf. Unsere Balkonkrähen verteidigten ihr Revier – unseren Balkon – gegen ein anderes Paar sehr erfolgreich. Der Frühling steht vor der Tür. Da kann man nur gute Laune haben.

Am letzten Sonntag (Tag 339) fuhr ich bis zum Forschungsbauernhof mit den Rollschuhen (6 km). Die Atmung ging extrem schlecht, aber es war trotzdem herrlich. Die Sonne schien. Ich glitt über die Straßen als wären sie aus Glück gebaut. Kurz bevor ich nach Hause kam, stand ein etwa 8-jähriges Mädchen am Straßenrand. Sie hatte auch Inlineskater an den Füssen. Schon von weitem rief sie: „Wie machen Sie das bloß?“ Oh ja, trotz der schlechten Atmung hielt ich an. Ich packte das Mädchen an einer Hand, an der anderen Hand stützte die kleine Schwester. Ich zog das Mädchen einfach mit und sagte ihr, sie müsse immer abwechselnd auf einem Bein fahren. Und siehe da, ein paar Rollschuhschritte klappten. Ich rief: „Tschüss kleines Mädchen!“ (kleines Mädchen dachte ich nur) und fuhr nach Hause.

Am Montag (Tag 340) war Pausentag.

Am Dienstag (Tag 341) wanderte ich bis zum letzten Park vor dem Wald (8 km). Die Atmung ging gut.

Am Mittwoch (Tag 342) war Pausentag.

Am Donnerstag (Tag 343) fuhr ich mit den Rollschuhen bis an den Waldrand (12 km). Meine Laufwege konnte ich nicht nehmen, da sie für die Rollschuhe nicht geeignet sind. Also fuhr ich entlang der Straßen, wo mehr Autos fuhren als mir lieb war. Zwischendurch regnete es leicht. Die Bewegung war herrlich. Aber die Tatsache, daß ich mit den Rollschuhen nicht an den See ran komme, hat mich enttäuscht. Nun gut, alles kann ich nicht haben.

Am Freitag (Tag 344) war Pausentag.

Heute, am Samstag (Tag 345) wagte ich mich an die Krafttrainings-Einheit Schultern und Brust. Es war sehr anstrengend. Seit dem Hexenschuss sind vier Wochen vergangen. In dieser Zeit habe ich eindeutig an Kraft verloren. Gut ist, daß ich dadurch erkannt habe, wie viel die Übungen bringen. Ich muss also auf jeden Fall das Krafttraining neben dem Ausdauer-Training unterbringen.

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Wie Buridans Esel

Tag 310. Eine nicht so gute Woche. Die Atmung war in Ordnung. Aber die Motivation schwächelte. Und ich weiß auch genau warum. Ich war hin und her gerissen zwischen Krafttraining und dem Wunsch, wieder im Wald zu laufen. Wenn ich das eine tue, werde ich die Fähigkeit bei dem anderen schwächen. Also habe ich wie Buridans Esel, der zwischen zwei Heuhaufen verhungerte, weil er sich nicht entscheiden konnte, von welchem er fressen sollte, nicht viel getan. (Johannes Buridan war im 14. Jahrhundert Rektor der Pariser Universität und hat die Geschichte von dem zwischen den Heuhaufen verhungernden Esel für einem Vortrag erfunden.) Wie ein Esel verbrachte ich also die Woche und konnte mich nicht so richtig entscheiden.

Am letzten Sonntag (Tag 304) radelte ich 5 km auf dem Zimmerfahrrad.

Am Montag (Tag 305) brachte ich es mit dem Zimmerfahrrad immerhin auf 15 km. Wobei ich Stufe 3 als gar nicht so kraftaufwendig empfand. Kurzfristig schaltete ich auf Stufe 4 und das war dann doch zu schwer. Über kurz oder lang werde ich aber auf Stufe 4 gehen, damit ich Kraft aufwenden muss. Die Atmung verlangt schon auf Stufe 3 regelmäßig Pausen. Das wird auf Stufe 4 nicht besser. Aber ich kann die Kraft trainieren, indem ich Intervalle fahre. Ob die Atmung sich anpassen kann, weiß ich nicht.

Am Dienstag (Tag 306) erfreute ich meinen Körper mit der Einheit Schultern und Brust. Ich benutzte höhere Gewichte und empfand die Übungen dadurch als schwer. Der Körper fühlte sich besser nach dem „schweren“ Training an. Vielleicht half es, daß ich seit zwei oder drei Wochen immer mal wieder ein Schälchen mit Quark gegessen habe? Ich hatte Quark nie auf der Speisekarte. Jetzt schon und es scheint zu helfen. Jedenfalls ist der leidige, ewige Muskelkater verschwunden.

Am Mittwoch (Tag 307) testete ich verschiedene Übungen mit sehr schweren Hanteln.

Am Donnerstag (Tag 308) beschränkte ich mich auf eine kurze Mobility-Einheit.

Am Freitag (Tag 309) radelte ich 5 km auf Stufe 3.

Heute, am Samstag (Tag 310) spazierte ich bei schönstem Sonnenschein zum Ententeich (3,5 km).

Eine entspannte Woche

Tag 303. Diese Woche war eine entspannte Woche. Draußen regenete es bei 1-2 ° C. Wind machte das Wetter unfreundlich. So radelte ich recht vergnügt zu Hause und las auf meinem Zimmerfahrrad beim Fahren einen langweiligen schwedischen Krimi. Beim Lesen absolvierte ich zwei Ausdauereinheiten (je 20 km). Meinen Körper stärkte ich weiterhin mit Krafttraining. Die Atmung war drinnen zufriedenstellend. Bei meinen kurzen Ausflügen zum Einkaufen setzte mir das kalte Wetter und der Wind draußen allerdings zu.

Mein Wunsch nach Lektürevorschlägen besteht übrigens immer noch. Kennt jemand vielleicht chinesische Autoren, die unterhaltend schreiben? Zur Zeit habe ich eine chinesische Phase. Wäre schon hübsch, wenn jemand sich mit moderner chinesischer Literatur auskennt. Kein gebildetes, altertümliches Zeugs, sondern schlichte Unterhaltungsliteratur, meinetwegen auch für Kinder. Gibt es sowas in China?

Am letzten Sonntag (Tag 297) radelte ich 5 km auf Stufe 3.

Am Montag (Tag 298) wärmte ich mich 5 km auf Stufe 3 mit dem Zimmerfahrrad auf. Danach war Beine und Rücken dran. Ich fühlte mich stark und gut erholt.

Am Dienstag (Tag 299) radelte ich 20 km auf Stufe 3 mit dem Zimmerfahrrad. Das tat ausgesprochen gut.

Am Mittwoch (Tag 300) radelte ich wieder 20 km auf Stufe 3 mit dem Zimmerfahrrad. Ich war erstaunt, daß mir das gut tat. Meine Beine bedankten sich sogar damit, daß der Dauermuskelkater aus der letzten Zeit nach der Radtour verschwunden war.

Am Donnerstag (Tag 301) war nach dem üblichen Aufwärmen (5 km/ Stufe 3) Oberarme- und Unterarme dran. Danach war ich müde. Nicht wegen des Krafttrainings, sondern sicher auch wegen der 20 km an den beiden Tagen zuvor.

Am Freitag (Tag 302) stärkte ich mich durch die Übungen für Beine und Core nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 3). Die Übungen gingen leichter als gedacht. Warum habe ich mich davor gefürchtet? Ich vermute, die verbesserte Medikation hilft mir. Mit etwas mehr Luft gehen die Übungen leichter.

Heute, am Samstag (Tag 303) wachte ich schon um 3.00 Uhr auf. Ich dachte, ich hätte ein Bleijacke an. Der Körper war schwer. Ich konnte kaum atmen. Ich mußte meine Medikamente einnehmen. Der Tag verlief ähnlich unerfreulich. Ich machte spät eine sehr kurze Mobility-Einheit und damit war ich schon erschöpft. Den Satz, daß ich bei der Stärke und dem guten Gefühl, das ich habe, im Sommer sicher wieder im See baden werde, den habe ich erstmal gestrichen. Trotzdem wird dieser Tag heute nur eine Episode bleiben. Ich habe schon oft solche Tage gehabt. Keine Sorge also – alles normal!

Ausdauer macht glücklich!

Tag 268. Jetzt wird wieder die Ausdauer gesteigert! Da mein Hals immer noch kratzt, radele ich zu Hause auf dem Zimmerfahrrad im wohltemperierten Raum. Und ich kann immer wieder sagen, so sehr Kraftzuwächse sichtbar, spürbar und wunderbar sind, so sehr macht die ausdauernde Belastung des Körpers glücklich. Nun steht das alte Problem wieder auf, wie ich meine Zeit auf Ausdauereinheiten und auf Krafteinheiten verteile. Im Moment gehe ich nach Gefühl.

Am letzten Sonntag (Tag 262) radelte ich 5 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad.

Am Montag (Tag 263) war nach dem Aufwärmen mit dem Zimmerfahrrad (5 km / Stufe 2) Brust und Arme dran. In dieser Übungseinheit macht man viele Liegestützen. Da bin ich inzwischen viel besser geworden. Als ich jung war, wären Frauen, die Liegestützen machen, unmöglich gewesen. Damals sollte eine Frau ein feingliedriges und zartes Wesen sein, fast wie eine Fee. Muskeln passten da nicht ins Bild. Es hat sich viel geändert und in diesem Fall sogar zum Besseren. Denn genauso wie ein Mann, fühlt sich eine Frau besser, wenn sie stark ist.

Am Dienstag (Tag 264) wärmte ich mich mit dem Zimmerfahrrad auf (5 km / Stufe 2). Danach war die Übungseinheit Beine und Core dran. Diese Einheit empfinde ich als extrem anstrengend und diesmal hatte ich sogar noch ein wenig Muskelkater, so daß ich vorher mit mir gehadert hatte, ob die Muskeln schon bereit seien für diese Einheit. Nach dem Aufwärmen und während der Übungen vergaß ich die Frage nach dem Muskelkater völlig. Und hinterher fühlte ich mich sogar besser als vorher!

Am Mittwoch (Tag 265) radelte ich 5 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad.

Am Donnerstag (Tag 266) radelte ich 10 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad. Es tat richtig gut, mal wieder etwas für die Ausdauer zu tun. Krafttraining macht zwar stark, aber nicht glücklich. Dagegen kann ich mit Ausdauertraining Glückshormone loseisen, die dann durch meinen Körper strömen.

Am Freitag (Tag 267) war nach dem Aufwärmen (Zimmerfahrrad 5 km / Stufe 2) Schultern und Brust dran.

Heute, am Samstag (Tag 268) radelte ich 10 km auf Stufe 2 mit dem Zimmerfahrrad. Meine Ausdauer ist durch die Beschränkung in den letzten Monaten auf das Krafttraining soweit reduziert, daß ich schon nach 10 km ermüde. Das wird sich aber bald ändern!

Stark sein macht Spaß!

Tag 261. Die Kraft ist fast wieder da. Es fehlt nur noch ein kleines bisschen. Die Besonderheit dieser Woche war eine winzige Joggingrunde im Park am Morgen. Da konnte ich wieder feststellen, daß immer noch gilt: „Laufen macht glücklich!“ Leider kratzt seitdem der Hals. So will ich erst mal warten, bis das Kratzen aufhört, bevor ich mich an die nächste Runde wage. Derweil widme ich mich weiterhin dem Krafttraining, denn Stark sein macht Spaß!

Am letzten Sonntag (Tag 255) bin ich 5 km auf Stufe 1 mit dem Zimmerfahrrad geradelt.

Am Montag (Tag 256) habe ich mich nach dem Aufwärmen (5 km Stufe 2) auf Beine und Core gestürzt. Es war anstrengend, aber es ging besser als gedacht.

Am Dienstag (Tag 257) war nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) Schultern und Brust dran.

Am Mittwoch (Tag 258) wärmte ich mich auf (5 km / Stufe 2). Danach widmete ich mich der Einheit Oberarme- und Unterarme. Auch diese Einheit beinhaltet letztendlich Ganzkörpertraining mit Schwerpunkt Arme. Die Übungen sind genauso schwer, wie die Gewichte die ich wähle. Man kann jede Übung sehr gut an die Fähigkeiten des Körpers anpassen. Es ist sehr wichtig, um den Körper gesund zu erhalten, nicht zu schwere Gewichte zu wählen. Da die Sonne so freundlich in die kalte Welt ihr Licht warf, spazierte ich über Mittag zum Ententeich (3,5 km). Vor mir lief ein Mann in dem Tempo, das auch ich schaffte. Es sah gemütlich aus, aber es sah nach Laufen aus. Warum also nicht wieder laufen? Gegen die kalte Luft könnte ich ja ein Tuch vor den Mund nehmen. Mal sehen!

Am Donnerstag (Tag 259) stand ich lange vor Sonnenaufgang auf. Ich lief ganz gemütlich drei Kilometer im Park. Obwohl es noch dunkel war, war ich nicht allein. Hunde mit blinkenden Leuchthalsbändern wurden ausgeführt, Jogger drehten ihre Runden. Ich trabte ganz langsam vor mich hin. Es fühlte sich wunderbar an. Ich hatte den Mund mit einem Tuch verdeckt und war ziemlich warm angezogen. So konnten mir die Minusgrade und der Wind nichts anhaben. Der Ententeich war zugefroren. Wieder zu Hause, war ich ungemein glücklich. Endlich wieder gelaufen! Juhu! Mal sehen, wie die Atemwege reagieren.

Am Freitag (Tag 260) radelte ich zum Aufwärmen (5 km / Stufe 2). Ein Kratzen im Hals erinnerte noch an die kleine Joggingrunde vom Morgen davor. Ich widmete mich Sixpack und Core. Es ging gut.

Heute, am Samstag (Tag 261) war nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) Beine und Rücken dran. Im Hals kratzte es immer noch. Es war aber nicht schlimmer geworden, was ja gut ist.

Wie Wasser

Tag 226. Ein kleiner Infekt hatte mich zur Mitte der Woche hin angegriffen. Im Kampf gegen den Infekt folgte ich der militärischen Taktik des Generals Sunzi aus uralten Zeiten. Laut General Sunzi müsse militärische Taktik dem Wasser ähnlich sein; denn das Wasser strömt in seinem natürlichen Lauf von hohen Orten herunter und eilt bergab. Es bahnt sich seinen Weg entsprechend der Natur des Bodens, auf dem es fließt. Sunzi sagt: „Wie das Wasser erkämpft sich der Soldat seinen Weg entsprechend der Natur des Feindes, dem er gegenübersteht.“ Ich verhielt mich wie Wasser, das keine Form kennt und den Hindernissen ausweicht. Ich mied das Krafttraining als wäre ich Wasser, das ein Hindernis umfließt. Wie das Wasser sich ein weiches Bett sucht, suchte ich die leichten Radel-Einheiten und gestaltete die Tage entspannt. Der Körper konnte so mit aller Kraft den Infekt bekämpfen. Durch die Ausweich-Taktik des Sunzi konnte ich schnell meinen Weg zur Stärke weiter gehen und die Strategie, die zum Gesamtsieg führt, weiter verfolgen.

Am letzten Sonntag (Tag 220) wärmte ich mich auf Stufe 4 mit dem Fahrrad 6 km auf. Danach war Beine und core dran. Auf die vergangene Woche schaute ich mit Wohlgefallen zurück. Ich hielt gut durch und meine Stimmung war gut.

Am Montag (Tag 221) wärmte ich mich mit dem Rad auf (5 km auf Stufe 4). Danach machte ich die Einheit Brust und Arme. Auf die Hantel schraubte ich ein halbes Kilo mehr als in den letzten sechs Wochen. Es ging erstaunlich gut. Meine Laune war bestens und ich freute mich an meiner Kraft und am Leben. Draußen regnete es leise und nieselig. Ein grauer Tag. Die Luft war frisch und kalt. Endlich! Nach dem abendlichen Radeln (5 km auf Stufe 4) dehnte ich mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 222) radelte ich beim Fernsehen 10 km am Stück auf Stufe 4. Das ging gut. Ich war glücklich.

Am Mittwoch (Tag 223), wir hatten endlich die Heizung angestellt, war die Nase verstopft und ich fühlte mich matt. Nach dem normalen Tagesgeschäft schonte ich mich und radelte 5 km auf Stufe 1. Danach ging ich mit „Die drei Sprünge des Wang-lun. Chinesischer Roman“ von Alfred Döblin ins Bett. Die Sprache ist knapp, rasant und bildhaft. Expressionistische Neuwortschöpfungen erfreuen den Leser. Zur Klarstellung sei noch gesagt, daß das Buch von Döblin gar nichts mit dem chinesischen General Sunzi zu tun hat.

Am Donnerstag (Tag 224) erwachte ich leicht verschnupft. Der Taktik des General Sunzi folgend schonte ich meinen Körper. Abends radelte ich 5 km auf Stufe 1.

Am Freitag (Tag 225) fühlte ich mich wieder etwas besser. Ich radelte 5 km auf Stufe 4. Danach machte ich die Einheit Sixpack und core. Ich schwitzte mehr als sonst und ließ teilweise die letzten Wiederholungen aus – ganz ohne schlechtes Gewissen, denn ich befolgte nur die Wasser-Taktik des großen chinesischen General Sunzi aus uralten Zeiten. Später entdeckte ich ein Video auf YouTube mit dem professionellen französischen Radler Guillaume Bonnafond. Für das Video fuhr er einmal den Berg normal hoch. Danach radelte er mit einer Maske über Mund und Nase, die eine Copd mit einer Obstruktion von 50% simulierte. Auch mit der Maske schaffte er den Berg – aber wie! Torkelnd und stöhnend. Oben angekommen sank er total erschöpft in die Polster des Begleitfahrzeugs und erzählte, er sei beinahe in Ohnmacht gefallen. Ha! Das habe ich mir immer gewünscht, mal zu sehen, wie ein voll aus trainierter Profi mit so einer Obstruktion zurecht kommt. Jetzt hasse ich die Leute noch mehr, die behaupten, Laufen fange überhaupt erst bei 7 km/h (8 Min pro Kilometer) an. Die sollen sich das Video angucken und dann sollen sie mir noch einmal ins Gesicht sagen, langsames Laufen sei kein Laufen! Was maßen diese Leute sich an!

Heute, am Samstag (Tag 226) waren Beine und Rücken nach der üblichen Radel-Einheiten (5 km auf Stufe 4) dran. Es ging ganz gut und so kann ich nächste Woche wieder frohgemut und voller Energie ans Werk gehen.

Kraft, Kraft – Löwenkraft!

Tag 219. Kraft, Kraft – Kraft, Kraft singt es in mir. Kraft, Kraft – Löwenkraft! Draußen herrscht weiter die staubige Dürre, auch wenn die Wetterprognostiker immer wieder Regen versprechen. Das Wetter hält sich einfach nicht daran! Da ist die Entdeckung des Split-Krafttrainings, das Dr. Daniel Gärtner dankenswerterweise über YouTube zur Verfügung stellt, für mich und meine Lunge geradezu die Rettung. Ohne diesen Kurs wäre ich glatt in Depressionen versunken oder ich hätte mir meine Lunge beim Joggen draußen vollends ruiniert. So überbrücke ich die Zeit bis zum nächsten Lauf mit Vergnügen. Ich stelle meinen Laptop in Augenhöhe und turne mit diesem grandiosen Sportler und seiner Gruppe. Das macht Spaß! Die Anleitung, damit man nichts falsch macht, könnte wohl bei einem Lehrer in Natur kaum besser sein. Also: Danke!

Am letzten Sonntag (Tag 213) wärmte ich mich 5 km auf Stufe 4 (von 8 Stufen) mit dem Zimmerfahrrad auf. Dabei legte ich keine Verschnaufpausen ein – auch keine Kurz-Spurts bis 30 km/h. Danach war Brust und Arme dran. Meine Hanteln belasse ich noch bei je 3,7 kg. Noch reicht mir die Belastung. Ich merke aber, daß es leichter wird. Die Liegestütze, bei denen die Füße auf dem Stuhl liegen, variierte ich. Meine Füße lagen diesmal auf einem Gymnastikball. Ich musste mehr schnaufen, weil die Koordination aller Muskeln und dazu zählen die Atemmuskeln eben auch, gar nicht so einfach ist.

Am Montag (Tag 214) wärmte ich mich mit dem Fahrradergometer 5 km auf Stufe 4 auf. Danach kam die Einheit Sixpack und core. Hier sind keine Hanteln vorgesehen. Ich hatte diese Übungen das letzte Mal an Tag 201 gemacht. Da waren sie mir eher leicht gefallen. Diesmal aber erschienen sie mir ziemlich anstrengend. Abends dehnte ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) mit Stretch und Relax.

Am Dienstag (Tag 215) holte ich neue Lungenfunktionswerte beim Arzt ab. Der FEV1 war zum dritten Mal bis auf die Nachkommastelle identisch mit der Messung zuvor. Wahrscheinlich hätte ich wie bei einer Schnapszahl einen ausgeben müssen. Der Atemwegswiderstand war erhöht. Das habe ich ja gemerkt, die Atmung ging nicht so gut. Na was soll‘s. Die Medikation wurde angepasst und so wird die Lungenfunktion weiterhin stabil bleiben – hoffentlich! Ja, ganz sicher, garantiert! Wieder zu Hause wärmte ich mich auf (5 km / Stufe 4) und widmete mich der Einheit Schultern und Brust. Abends dehnte ich mich nach nochmaligem Aufwärmen mit dem Fahrradergometer (5 km / Stufe 4) mit Stretch und Relax.

Am Mittwoch (Tag 216) ging es gleich am Morgen weiter mit Aufwärmen (5 km / Stufe 4) und der Einheit Beine und Rücken. Wie jede andere Einheit auch, wird diese mit einem kurzen Training für die Bauchmuskeln beendet. Dann kommt nur noch das Cool Down. Ich empfand die Bauchmuskelübung als extrem hart. Der Körper hält immer wieder eine Überraschung bereit. Dafür war das sonstige Training für mich anstrengend, aber durchaus machbar. Nach der Sommerpause bin ich jetzt in der neunten Woche, seitdem ich diese Trainingseinheiten ganz regelmäßig mache. Da hat sich schon etwas getan. Nicht nur optisch, sondern eben auch kraftmässig. Ich frage mich, wann ich das Gewicht erhöhe. Ein Teil von mir möchte das möglichst bald machen. Ein anderer Teil mahnt und warnt vor Übereilung. Welcher Teil wann gewinnt, wird sogar für mich selbst spannend sein. Abends widmete ich mich nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 2) dem Dehnen mit Stretch und Relax. Stufe 4 war mir zu anstrengend.

Am Donnerstag (Tag 217) wärmte ich mich wieder mit dem Radel auf (5 km / Stufe 4). Dann machte ich die Einheit Oberarme- und Unterarme. Der Trizeps am Arm fand die Turnerei extrem anstrengend. Die anderen Muskeln waren zufrieden. Abends widmete ich mich dann in aller Ruhe nach dem Aufwärmen (5 km / Stufe 4 ) Stretch und Relax.

Am Freitag (Tag 218) war mein fauler Tag. Ich fuhr abends gemütliche 5 km auf Stufe 1 mit dem Fahrrad. Ein Kurz-Spurt mit 40 km/h war trotzdem möglich! Das war‘s.

Heute, am Samstag (Tag 219) radelte ich wieder 5 km auf Stufe 1. Die lockende Stimme in meinem Inneren sang lauter als gestern Kraft, Kraft – Löwenkraft! Die Sportwissenschaft sagt aber: „Muskeln wachsen in der Pause!“. Deshalb geht es erst morgen wieder ans Werk! Und dann singt der ganze Körper wieder: „Kraft, Kraft – Löwenkraft, !“